1. BuzzFeed.at
  2. Buzz

Apple will Facebooks Metaverse in die Schranken weisen

Erstellt:

Von: Christian Kisler

Kommentare

Apple-Logo, eine Frau mit einer Virtual-Reality-Brille, Emoji mit Brille
Apple hat ein Mittel gegen Facebooks Metaverse © Silas Stein/Westend61/Imago/BuzzFeed Austria

Facebookgründer Mark Zuckerberg hat erst letzten Sommer sein ominöses Metaverse präsentiert. Apple scheint aber schon längst an einer weitaus massentauglicheren Entwicklung zu arbeiten. Heuer soll die Öffentlichkeit davon erfahren.

Was ist ein Metaversum eigentlich? Eines mit Sicherheit nicht: eine Erfindung von Mark Zuckerberg, seines Zeichens Gründer und Vorstandsvorsitzender von Meta Platforms, vormals Facebook. Der Begriff wurde schon 1992 von Science-Fiction-Autor Neal Stephenson geprägt. Und zwar in seinem Roman „Snow Crash“, einem Werk, in dem auch das Wort „Avatar“ in seiner heutigen Bedeutung das erste Mal verwendet wurde. Hätte er sich die Bezeichnungen patentieren lassen, wäre der gute Mann heute um einiges wohlhabender als er es ohnehin schon ist.

Mit der Skibrille ins Metaverse

Metaversum heißt im englischen Metaverse und ist im Prinzip ein kollektiver, weltweiter, virtueller Raum, eine letztlich auf dem Internet basierende digitale Welt, die von uns gemeinsam geschaffen und erweitert werden kann, in denen wir in Form unserer, richtig, Avatare agieren können. Voraussetzung sind ein leistungsstarker Rechner und eine Virtual-Reality-Brille, die ein wenig wie eine Skibrille mit schwarzem, undurchsichtigem Visier aussieht. Rennst du damit vor lauter Verzückung ob der neuen virtuellen Realität unvorsichtig herum, drohst du natürlich gegen die nächste Wand zu krachen und dir womöglich die Nase zu brechen.

Ganz im Ernst: An derlei Konzepten wird von den großen Konzernen der Tech-Branche schon lange gefeilt, seien es Microsoft, das mit einer gepimpten Version von Teams eine Art Business-Metaverse plant, Fortnite-Entwickler Epic oder Apple. Zuckerberg versucht lediglich, den Begriff „Metaverse“ für sich zu vereinnahmen, so wie er alles, das „Meta“ im Namen trägt, jüngst von Facebook und Instagram entfernen hat lassen. Und natürlich will er auch seine VR-Brille, die Oculus verkaufen.

Keine Außenwelt im Metaverse

Digitale Rollenspiele gibt es allerdings, seit es das Internet gibt, in eine andere, virtuelle Haut zu schlüpfen ist nicht neu. Vielleicht erinnerst du dich auch noch an Second Life, die Social-Media-Variante des ganzen. Hier konnte man mit seinem Avatar durch virtuelle Räume spazieren und andere Leute kennenlernen. Allerdings nur auf dem Bildschirm, auch sonst wirkte Second Life ein wenig unausgegoren, holprig und bisweilen gar gruselig.

Begibst du dich in die virtuelle Welt des Metaversums, wie Mark Zuckerberg sich das vorstellt, bist du von der Außenwelt, der wirklichen Welt weitestgehend abgeschottet. Nicht zuletzt geht Apple einen gänzlich anderen Weg. Der Chef des Hardware-Riesen, Tim Cook, ist schon lange Fan und Befürworter der Augmented Reality, also der sogenannten erweiterten Realität.

Pokémon und Kunst mit Augmented Reality

Bestes Beispiel ist das Spiel Pokémon Go, bei dem virtuelle Wesen in der realen Welt gefangen werden können, um gegeneinander anzutreten. Auch Apps, die etwa Kunstwerke zum Leben erwecken und damit eine weitere Dimension eröffnen oder animierte Information bieten, sind keine Seltenheit mehr. Bei all diesen Anwendungen schaust du aber über dein Smartphone auf die Welt.

Apple will einen Schritt weitergehen und dafür sorgen, dass Augmented Reality unser ganzes Leben durchdringt, ähnlich wie Radio, Fernsehen, Internet, Smartphones oder einst iPods. In einem Interview mit der YouTuberin iJustine sagte Tim Cook: „Ich glaube, AR, ist eine dieser sehr wenigen umfassenden Technologien, auf die wir eines Tages zurückblicken und uns wundern werden: ‚Wie konnten wir nur ohne dem überhaupt leben?‘“

Augmented-Reality-Brille soll den Markt erschüttern wie das iPhone

Noch heuer also will Apple den üblichen wohl informierten Kreisen zufolge eine spezielle AR-Brille präsentieren, die den Markt ähnlich erschüttern soll wie das iPhone vor knapp 20 Jahren. Dabei wird wohl nur die parallel dazu gebaute Apple-Welt zu besuchen sein, was zu dem IT-Konzern ja auch passt. Seine Geräte waren noch nie so wirklich kompatibel mit den Produkten anderer Hersteller. Andererseits kannst du ja auch Instagram und TikTok auf einem iPhone aufrufen.

Faecbook/Meta wird sich jedenfalls warm anziehen müssen, beruht sein Grundgeschäft ja nicht auf technischen Innovationen, sondern auf dem Handel mit Daten und dem Verkauf von Werbung. Da hilft es wenig, dass man in Kooperation mit Ray-Ban eine AR-Brille auf dem Markt gebracht hat, nur um eine neue Generation von Spanner:innen heranzuziehen. Wer denkt schon daran, von jemandem mit stylischen Brillen gefilmt zu werden?

Apple-Brille als Prestige-Objekt

Außerdem: Wenn man bedenkt, mit welchem Prestige-Gedanken etwa die tatsächlich hochwertigen Kopfhörer von Apple, den AirPods, verbunden sind, wird gegen Apple nur schlecht anstinken sein, wenn alle die AR-Brille mit Kernopstlogo tragen.

Auch interessant

Kommentare