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4 wichtige Tipps, damit du für einen möglichen Lawinenabgang gerüstet bist

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Von: Johannes Pressler

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Ein Schild mit der Aufschrift „Lawinengefahr“.
2021 wurden in Österreich 18 Menschen von einer Lawine getötet. © Franz Neumayr/APA-PictureDesk

Lawinen sind Naturgewalten, die Menschen in Lebensgefahr bringen.

Das zeigte vor Kurzem erst wieder ein Vorfall in Tirol, als eine 20-Jährige in Tulfes im Bezirk Innsbruck-Land von einer Lawine vollkommen verschüttet wurde. Rund 15 Minunten war die Frau unter den Schneemassen, wurde aber gerade noch rechtzeitig gerettet und konnte überleben. Doch nicht immer enden Lawinenunfälle so glücklich. Alleine von Freitag (4. Februar) bis Sonntag verstarben in Tirol nämlich sieben Menschen an einem Lawinenabgang. 2021 kamen in Österreich insgesamt 18 Menschen aufgrund eines Lawinenabgangs ums Leben.

Damit du beim Skifahren auf der sicheren Seite bist, haben wir dir schon sechs einfache Tipps zusammengefasst. Auch für das immer beliebter werdende Skitourengehen gibt es einige Ratschläge, die man beachten sollte. Sowohl Skifahren als auch Skitourengehen kann man auf einer präparierten Piste. Viele bevorzugen jedoch den besonderen Nervenkitzel und wagen sich lieber in das wilde Gelände.

Vier wichtige Tipps, damit du für einen möglichen Lawinenabgang gerüstet bist

Der Skispaß auf einer unpräparierten Piste bzw. im Gelände bedeutet jedoch automatisch, dass die Möglichkeit eines Lawinenabgangs besteht. Dazu eines gleich vorweg: Kein Artikel im gesamten World Wide Web ersetzt einen echten, professionellen Lawinenkurs. Dort lernst du ganz genau, was zu tun ist, wenn vor deinen Augen eine Lawine losbricht oder was zu tun ist, wenn es jemanden aus deinem Team erwischt.

Lawinenkurse bietet zum Beispiel der Österreichische Alpenverein (ÖAV) an. Abgesehen davon gibt es aber noch ein paar Punkte zu Lawinen, die man sich immer wieder in Erinnerung rufen sollte, ohne einen Auffrischungskurs besuchen zu müssen. Vier davon haben wir für dich zusammengefasst:

1. Informiere dich über die Lawinengefahr

Die fünf unterschiedlichen Warnstufen, wie gefährlich die Lawinensituation ist, sind ein wichtiger Hilfswert. So bist du schon vor dem Start deines Bergabenteuers darüber informiert, wie die Gefahrenlage im Gebirge ist. Die aktuellen Infos dazu liefert die offizielle Webseite der österreichischen Lawinenwarndienste. Die Lawinengefahr wird dabei in fünf unterschiedliche Warnstufen eingeteilt:

Wer jetzt denkt, dass man nur die höchsten beiden Warnstufen ernst nehmen sollte, liegt verdammt falsch. Denn die meisten Lawinenunfälle passieren bei Warnstufe 3.

2. Besorge dir die richtige Ausrüstung

Wenn du dich nach dem Check der aktuellen Lawinenwarnstufe dazu entschieden hast, dich ins Gelände zu bewegen, darf natürlich die richtige Sicherheitsausrüstung nicht fehlen. Dabei handelt es sich nicht um schicke Accessoires in deinem Rucksack, sondern diese Ausrüstung kann Leben retten.

Das LVS-Gerät (Lawinenverschüttetensuchgerät) sendet Signale aus.. Neben dem LVS-Gerät darf eine Lawinensonde nicht fehlen, um verschüttete Kolleg:innen ausfindig zu machen. Eine Lawinenschaufel gibt dir die Möglichkeit, andere aus den Schneemassen zu befreien. Mittlerweile gibt es auch schon tolle Lawinenrucksäcke mit einem eigenen Airbag-System. Ziehst du dabei im Notfall den Griff am Rucksack, kann dir das helfen, an der Oberbfläche zu bleiben, anstatt von den Schneemassen verschluckt zu werden.

3. Beachte folgende Verhaltensregeln im Gelände

Egal, ob beim Freeriden oder Skitourengehen: Wir empfehlen dir, dich ins Gelände nie alleine zu begeben. Zusammen macht das Ganze nicht nur mehr Spaß, so bist du im absoluten Notfall auch nicht alleine und ihr könnt euch gegenseitig helfen. Eine weitere Schutzmaßnahme ist es, auf Hängen, bei denen das Potenzial einer Lawine besteht, zu deinen Partner:innen ausreichend Abstand zu halten.

Und besonders wichtig: Der Check der Lawinengefahr vor deinem Abenteuer ist schön und gut, aber achte auch während deiner Tour auf die aktuelle Lage. Das kannst du zum Beispiel so machen, dass du deine Schritte besonders aufmerksam beobachtest und wie die Schneedecke darauf reagiert.

4. Speichere dir diese Notrufnummern ein

Lawinenkurse und die richtige Ausrüstung können Leben retten, doch manche Situationen sind als Privatperson einfach nicht zu meistern. Deshalb sollte bei einem Lawinenabgang, den du siehst, aber in den du nicht direkt verwickelt bist, der erste Griff zum Handy sein. In Österreich dafür verantwortlich ist der österreichische Bergrettungsdienst mit der Notrufnummer 140. Um in Italien und Südtirol einen Lawinenalarm zu melden, wählst du 118.

Nun kann es aber schon mal vorkommen, dass du im hohen Gebirge keinen guten Empfang hast. Dafür gibt es die Euronotruf-Nummer 112. Dieser Service nutzt alle verfügbaren Netze und verbindet dich zur nächsten Polizeistation. 112 funktioniert auch in Deutschland. Hast du jedoch überhaupt keinen Handyempfang, gibt es noch eine letzte Notlösung: das Alpine Notsignal. Dazu gibst du eine Minute lang alle zehn Sekunden ein Zeichen (Rufen/Licht) von dir. Nach einer Minute Pause beginnst du wieder von vorne.

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