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7 Weihnachtsfilme auf Netflix, die viel besser sind als man auf den ersten Blick denkt

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Von: Emily Erhold

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Bildmontage: „Love Hard“ und „A Castle For Christmas“ Produktionsfotos.
Die Weihnachtsfilme „Love Hard“ und „A Castle For Christmas“ sind besser als sie aussehen. © Bettina Strauss/Markus Mainz/Netflix/BuzzFeed Austria

Jedes Jahr zu Weihnachten beschert uns der Streaming-Anbieter Netflix mit massenhaft schlecht produzierten und super-kitschigen Weihnachtsfilmen. Manche von ihnen sind es aber tatsächlich wert, gesehen zu werden.

Diese festlichen Netflix-Filme haben zumindest mich überzeugt, obwohl ich sie mir eigentlich nur angesehen habe, um mich darüber lustig zu machen:

1. Love Hard

„Vampire Diaries“-Fans kennen Nina Dobrev noch. Allen anderen wird die Schauspielerin vielleicht kein Begriff sein. Sie spielt die Titelrolle in dieser überraschend liebenswürdigen RomCom. „Love Hard“ wirkt vor allem am Anfang wie ein 0815-Liebesfilm, der zufällig zu Weihnachten spielt. Irgendwie ist er das auch. Es geht um Catfishing, was ja an sich schon nicht wirklich leiwand ist. Und um eine Frau, die natürlich über die Feiertage nicht besseres zu tun hat, als nach einem Mann zu suchen, was im Kern auch wieder einmal super klischeehaft ist.

Aber der Film überrascht recht schnell mit seinem wirklich sympathischen männlichen Lead. Jimmy O. Yang spielt Josh Lin. Josh kriegt zwar am Anfang Punkteabzug, weil er auf einer Dating-App die Identität seines Freundes klaut und Dobrev‘s Charakter Natalie catfisht. Lernt man ihn aber erst einmal kennen, merkt man: Dieser Typ ist richtig cool. Nicht nur, dass er sich im Keller hin und wieder einen Joint reinzieht, in ihm steckt auch ein richtiger Feminist und hat so seine Probleme mit veralteten Geschlechterrollen. Sein großer Traum ist es, Kerzen für Männer herzustellen - irgendwie süß.

Großes Highlight: Natalie und Josh improvisieren eine neue Version des sexistischen Weihnachtssongs „Baby, it‘s cold outside“, die man einfach nur lieben muss. Pluspunkt für alle „Glee“-Fans: Harry Shum hat auch eine Nebenrolle im Film. Meine Kollegin Sophie hat der Film übrigens nicht so überzeugt. Wieso, erfährt ihr hier.

2. A Castle For Christmas

Brooke Shields spielt in diesem vor Weihnachts-Kitsch triefenden Film die Schriftstellerin Sophie Brown, die in Schottland ihren Wurzeln nachgeht. Warum amerikanische Produktionen, die in Groß Britannien spielen, immer ein riesiges Schloss beinhalten, sei jetzt einmal dahingestellt. Sophie ist eine starke, eigenständige Frau, die das Herz am rechten Fleck hat. Anders als bei üblichen „fish-out-of-water“-Filmen ist sie von Anfang extrem zuvorkommt und freundet sich sofort mit den Bewohner:innen des kleinen Dorfes an. Auch wenn nicht wirklich viel passiert, heitert einen der Film irgendwie auf. Außerdem hat Brooke Shields einfach ein Riesen-Talent, wenn es um Comedy geht.

Noch cooler wäre der Film, wenn er das Thema von Aristokratie etwas kritischer beleuchten würde. Man kann aber nicht alles haben. Immerhin kauft Sophie Brown mit ihrem eigens verdienten Geld am Ende einem weißen Mann das Schloss ab, das seit Jahrhunderten im Besitz seiner Familie ist. Dass sie gleichzeitig mit ihm schläft, muss man auch ignorieren.

3. Holidate

Julia Roberts‘ Nichte Emma Robert beweist hier wieder einmal ihr Talent für seichte, aber trotzdem lustige Comedy. Am Anfang kommt man am Augenrollen leider nicht vorbei. Immerhin wird Hauptcharakter Sloane von ihrer Familie wie ein Alien behandelt, weil sie Single ist. Statt ihrer Familie zu erklären, wie grundlegend falsch das ist, sucht sie aber lieber nach einem Mann (Jackson), der ihr die lästigen Verwandten vom Hals halten soll. Und natürlich verliebt sie sich in ihn. Der Film, der aus dem Jahr 2020 ist, bedient sich da sehr, sehr alter und überholter Klischees.

Je länger man schaut, desto sympathischer werden allerdings die Charaktere. Von Sloanes Schwester Abby bis hin zu ihrer Tante Susan: Sie alle haben etwas mehr Tiefgang als man am Anfang vielleicht vermutet. Auch, dass mitten im Film die Frau dem Mann das Herz bricht und es sie ist, die ihn am Ende mit einer übertriebenen Geste zurückholen muss, ist zur Abwechslung mal ganz nett. Auch sonst bricht der Film überraschenderweise oft mit Klischees. Wer sich zu Weihnachten überraschen lassen möchte, sollte dem Streifen eine Chance geben.

4. Father Christmas is Back

Auch dieser Film arbeitet mit typischen Klischees: Er spielt in England in einem - wie soll es anders sein - Schloss. Genauer gesagt in einem alten Anwesen, dass jahrhundertelang weitervererbt wurde. Immerhin ist sich der Hausherr der Absurdität bewusst, dass einer seiner Vorfahren das Schloss für 10 Pfund gekauft hat und er nun mit seiner kleinen Familie darin wohnen darf. Im Film geht es aber eigentlich um die vier Schwestern Caroline, Joanna, Paulina und Vicky, deren Vater vor 27 Jahren zu Weihnachten die Familie verlassen hatte.

Nun ist er wieder zurück - mit amerikanischem Akzent und mit junger, amerikanischer Freundin. Der Film überrascht zwar nicht mit seinem vorhersehbaren Plot-Twist, dafür aber mit den einzelnen, extrem amüsanten Dialogen. Britischer Humor ist eben einfach unschlagbar. Außerdem ist es einmal nett, einen Film zu sehen, in dem ausschließlich Frauen über 30 die Hauptrollen besetzen.

5. Single All The Way

„Single All The Way“ ist der erste Weihnachtsfilm von Netflix, in dem es um ein schwules Liebespaar geht. Das allein ist es schon wer, reinzuschauen. Auch nur um zu erfahren, ob die Charaktere realistisch dargestellt werden oder ob wieder auf Klischees zurückgegriffen wurde. Zwar bedient sich der Film auch an den typischen RomCom-Werkzeugen, die schwulen Hauptcharaktere sind aber keine überzeichneten Versionen von tatsächlichen Mitgliedern der LGBTQIA+ Community, wie es früher in Hollywood üblich war. Zum Glück. Immerhin schreiben wir das Jahr 2021.

Die Schauspieler sind perfekt gecastet und machen die Hauptfiguren erst so richtig liebenswert. Außerdem gibt es viel Schnee und es wird auch kurz Ski gefahren. Was will man mehr zu Weihnachten? Aja und „Stifler‘s Mom“ Jennifer Coolidge spielt auch mit - wieder einmal in einer sehr skurrilen Rolle.

6. Die Highligen Drei Könige

OK! Wirklich überraschend ist es nicht, dass dieser Film, der im Original „The Night Before“ heißt, sehenswert ist. Immerhin sind Seth Rogen, Joseph Gordon-Levitt und Anthony Mackie (aka The Falcon aus dem Marvel Universe) ein absolutes Dream-Team. Was wirklich überrascht ist, WIE lustig dieser Weihnachtsfilm ist. Das andere ist, dass es ihn endlich auf Netflix gibt. Original-Netflixproduktion ist der 2015 veröffentlichte Film nämlich nicht.

Es geht um die Freunde Ethan, Isaac und Chris, die ein letztes Mal zu Weihnachten Party machen wollen. Jeder von ihnen hat dabei aber so seine Probleme zu überwinden. Der nette Gras-Dealer, den sie noch aus ihrer Jugend kennen, hilft ihnen dabei, diese zu lösen, auch wenn sie es nicht ganz mitbekommen.

Außerdem bekommt Isaac von seiner schwangeren Frau (die extrem coole Betsy, gespielt von der noch cooleren Jillian Bell) so ziemlich jede Droge, die auf der Welt existiert und erlebt den Höllentrip seines Lebens. Absolutes Highlight: Die drei singen in einem Kinderspielzeuggeschäft das Lied „Runaway“ von Kanye West und auch Miley Cyrus hat einen extrem lustigen Gastauftritt.

Übrigens: Die schlechtesten Weihnachtsfilme aller Zeiten findest du hier.

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