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„Ich bin Vollzeit-Wasserpfeifenorschloch“ - Meme-Satiriker Juan Son im Interview

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Von: Helena Dimmel

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Juan Son
Juan Son ist ein Floridsdorfer Meme-Star © Juan Son

Juan Son ist einer der Stars der österreichischen Online-Satire. Bekannt geworden ist er neben Ösi-Memes mit Flashmobs, aber auch der „Zeit im Floridsdorf“, einem humoristischen ZIB-Ableger. Wir haben ihn interviewt.

Floridsdorf - der 21. Wiener Gemeindebezirk. Nach Fläche der zweitgrößte und bevölkerungsmäßig der drittgrößte Bezirk der Landeshauptstadt. Heimat von Skandalkünstler Hermann Nitsch, ORF-Moderator Peter Resetarits und: Juan Son, seines Zeichens das Sprachrohr der digitalen Floridsdorfer:innen. Rund 15.000 Menschen folgen dem anonymen Satiriker auf Facebook, 16.000 sind es auf Instagram.

Memes für den Alltag, die durchaus gesellschaftskritisch sind

Juan Son macht Memes, die aus der österreichischen Seele sprechen. Der Alltag in Floridsdorf, das AMS-Klientel aber auch das Verhalten von österreichischen Politiker:innen sind Fokus seiner Satire. Außerdem veranstaltet er Flashmobs, die bereits mehrmals mediale Aufmerksamkeit auf sich gezogen haben. In seinem Online-Store verkauft er zusätzlich Merch, dessen Erlös zu 100 Prozent an gemeinnützige Organisationen geht. Die Internet Gemeinde rätselt darüber, welche Person hinter dem Profil von Juan Son steckt. Im Interview erfährst du, was wir ihm entlocken konnten.

Im Interview mit dem österreichischen Meme-Gott

Ein für alle mal: „Juan Son“ spricht man wie „Hurensohn“ mit spanischem Akzent aus, oder? :D

OIDA hast du meine Mama geschimpft.... Aber ja.

Was bewegt dich dazu, Ösi-Memes zu machen und was sind deine Inspirationen im Alltag?

Zufällig liegt 1210 in Österreich (hab grade gegoogelt), und Inspiration ist die tägliche U6 Fahrt und Zeit im Bild und ATV-Sendungen wie „Wir leben im Gemeindebau“.

Was darf Satire in Österreich und was nicht?

Ich denke Satire darf so ziemlich jedes Vorurteil ausreizen und vor allem den Ärger über Korruption und Unmoral in ein Lächeln verwandeln.

Wieso bleibst du anonym?

Parallel hatte ich eine hohe politische Position in Österreich inne und würde der Presse damit nur einen Gefallen tun, wenn ich nicht anonym bleibe. Bin gerade in die USA ausgewandert... Mein politisches Amt habe ich nicht mehr.

Bist du nur eine Person?

Ich bin noch nicht mal ein Mensch... Im Internet kann niemand wissen, ob man nicht drei zusammengeheftete Hamster ist.

Was machst du beruflich, wenn du nicht gerade das Internet bezirzst?

Vollzeit-Wasserpfeifenorschloch.

Bist du ein linkslinker Gutmensch?

Ich bin kein Fussballer.. Ich bin nichtmal im Stadion... Ich stehe draußen und versuche, gefälschte Tickets zu verkaufen.

Was sind deine Ziele für die Zukunft?

Habe echt wieder Bock auf Praterdome...

Könntest du dir vorstellen, in die Politik zu gehen oder vielleicht sogar zum ORF?

Würde zu schnell im Häfn landen, wegen verteilter Gnackwatschen. ORF nur wenn ich lebenslang GIS-befreit werde.

Wer sind deine Lieblings-Politiker zum Veroaschen und warum?

Eigentlich alle, aber manche machen es einem echt zu einfach. Momentan die Grünen.

Du bist Floridsdorfer, nehm ich an. Lebst du dort gern und wenn ja, warum?

Bester Bezirk... Authentisch proletisch... Bodenständig anonym... Postapokalyptisch idyllisch.

„Die Zeit im Floridsdorf“ ist grenzgenial. Was und wieviel davon ist aus der Realität gegriffen?

Der größte Teil ist Kritik, verpackt in sehr dumme Witze. Hin und wieder prophezeie ich die Zukunft oder gebe einen wahrheitsgemäßen Einblick in einen kulturbefreiten Randbezirk.

Das Flordisdorfer Lokal „Stehbuffet“ ist von dir zum Mekka ausgerufen worden und war auch schon Veranstaltungsort einer deiner Flashmobs. Hat das Auswirkungen auf deren Umsatz bzw. haben dich die Besitzer:innen schon mal kontaktiert? Wenn ja, wie war deren Reaktion?

Habe schon mit dem Besitzer telefoniert. Er liebt den Hype, den ich geschaffen habe und ich schätze ihn für seine wohltätige Ader! Ich werde noch einiges dort organisieren.

Auch mit einem Flashmob bezüglich dem Essverbot in den Wiener Linien wirst du in Zusammenhang gebracht. Hast du dich schon an das Verbot gewöhnt und wie denkst du jetzt darüber?

Ich empfand sowohl das Verbot als auch die Aufregung darüber als eher unwichtig. Die Veranstaltung sollte beides verorschen. Habe den Hype um etwas so Unwichtiges dann für einen Spendenaufruf genutzt.

Zwar bist du Satiriker, deine Arbeit und dein Merch haben aber auch einen karitativen Charakter. An welche Organisationen geht das Geld und warum ist dir das Spenden wichtig?

Ich mache keinen Cent mit Merchandising oder Veranstaltungen. Alles geht an unterschiedliche Organisationen. Das meiste jedoch geht an „Bbanga“. Das ist eine Wiener NGO, bei der es keine Verwaltungskosten gibt. Jeder gespendete Cent geht 1:1 als guter Zweck nach Uganda für Schulbau und Workshops.

Das Restaurant „Pandemic Kitchen“ ist auf dich aufmerksam geworden und hat mit dir einen Burger gestaltet. Gibt es noch andere Kollaborationen mit Firmen oder NGOs, die du dir wünschen würdest?

Bin da ganz offen. Jeder, der es ernst meint den Gewinn (oder einen Teil davon) zu spenden, ist gern bei mir gesehen.

Hattest du schon einmal einen Moment, in dem dir die Reichweite deiner Plattform wirklich bewusst wurde und wenn ja, wann war das?

Ja, vor allem bei Veranstaltungen, die in Zeitungen und Fernsehnews aufpoppen... Wo dann absichtlich mein Name nicht ausgesprochen wird.

Wer ist der zahnlose Opa?

I bims.

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