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Der neue Pixar-Film „Rot“ bringt die erste Menstruation charmant auf Disney+

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Von: Helena Dimmel

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Disney Film „Rot“ Mei im Spiegel
Mei verwandelt sich in einen riesigen roten Panda, wenn ihre Hormone übersprudeln. © Disney

Mit einer knallroten Metapher liefert der neueste Film aus dem Hause Disney Pixar - und der erste, bei dem ausschließlich eine Frau Regie führte - einen entzückenden Einblick in die Höhen und Tiefen des Erwachsenwerdens.

Ein Schrei aus dem Badezimmer. Meis Mutter klopft aufgeregt gegen die Tür. „Meimei, ist alles in Ordnung? Ist dir schlecht? Hast du Fieber? Schüttelfrost? Verstopfung? Warte.. Ist es.. das? Hat die rote Pfingstrose geblüht?“ Wenig später stürmt sie auch schon herein, voll bepackt mit „Ibuprofen, Vitamin B, einer Wärmflasche und-“ sie hievt eine großen Stapel aus einer Kiste heraus - „Binden!“ In verschiedenen Größen, Stärken, parfümiert und unparfümiert, reiht sie sie nebeneinander auf. Hinter dem Duschvorhang zittert Mei in der Gestalt eines riesigen roten Pandas davor, entdeckt zu werden - ihre Mama ist derweil damit beschäftigt, sie für ihre erste Regelblutung vorzubereiten. Es ist eine Premiere in der Geschichte der Disney-Filme: Zum ersten Mal wird die weibliche Menstruation thematisiert.

Die Pubertät in all ihrer unangenehmen Pracht

„Rot“ handelt von der 13-Jährigen Mei Lee, die mit einer chinesischen Migrantenfamilie im Toronto der frühen 2000er aufwächst. Durch eine mystische Verbindung zu roten Pandas verwandeln sich Frauen in der Familie genetisch bedingt in die fluffigen Vierbeiner, wenn sie Stimmungsschwankungen haben. Mit ihren Hormonen in Aufruhr bekommt Mei das pubertätsbedingt am eigenen Leib zu spüren. Seit 11. März ist der Animationsfilm auch bei uns auf Disney+ erhältlich. Seine Geschichte ist voll von Anspielungen auf das Erwachsenwerden, ob es nun Meis Wunsch ist, die Boy-Band „4Town“ mit ihren Freundinnen zu sehen, oder die neu entdeckte Schwärmerei für einen unbeholfenen 17-Jährigen Convenience-Store Mitarbeiter. Natürlich hat Meis erblich bedingte Verwandlung in einen riesigen roten Panda keinen Realitätsbezug, aber sie dient als Metapher für etwas, das so gut wie alle Mädchen durchmachen, wenn sie sich zu jungen Frauen entwickeln.

„Du bist jetzt eine Frau. Und dein Körper verändert sich. Das ist nichts, wofür man sich schämen müsste.“

Es sind diese wohlwollenden Worte von Meis Mutter, die die Message von „Rot“ auf den Punkt bringen. Direkte Auseinandersetzungen mit dem weiblichen Zyklus findet man in der Hollywood-Film-Liga nur selten - wenn, dann sind sie oft mit Scham oder Ekel behaftet. „Rot“-Regisseurin Domee Shi wollte dieses Tabu bewusst brechen: „Das sieht man nicht sehr oft in Filmen und Fernsehsendungen“, sagte sie in einem Interview mit Uproxx, einer Website für Unterhaltungs- und Popkulturnachrichten. „Und ich denke, genau deshalb wollten wir es in den Film aufnehmen. Dieser Film ist eigentlich für die 13-jährige Domee, die entsetzt in einem Badezimmer stand und dachte, sie hätte sich in die Hose gemacht. Und zu viel Angst hatte, es ihrer Mutter zu sagen, geschweige denn irgendjemand anderen zu fragen, was los war.“

Die bahnbrechende Szene, in der Mei zu einem roten Panda mutiert und sich panisch hinter dem Duschvorhang versteckt, während ihre Mama den emotionalen Ausbruch als Anzeichen für die erste Regelblutung interpretiert, wird kurz darauf in guter alter Disney-Manier komödiantisch entschärft. Meis Aufschrei „Ich bin ein riesiges fettes rotes Monster!“ hinterlässt trotzdem einen bitteren Nachgeschmack. Vielen pubertierenden jungen Mädchen könnte er vielleicht auch ganz ohne Pandafell über die Lippen kommen. Shi hofft indes, dass „Rot“ Mädchen und Frauen dabei hilft, sich gesehen zu fühlen – und dass die Geschichte zeigt, dass Perioden, Pubertät und Stimmungsschwankungen einfach ein normaler Teil des Lebens sind.

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