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100 Millionen Gründe: Drake investiert in André Hellers Kunst-Jahrmarktsprojekt

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Von: Christian Kisler

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Montage: André Heller in seinem „Luna Luna“-Kunstjahrmarkt 1985, ein Porträt des kanadischen Rappers Drake.
André Heller Kunstjahrmarkt wird dank Drake zu neuem Leben erweckt. © Werner Baum/dpa/Chris Delmas/AFP/APA-PictureDesk/BuzzFeed Austria

Was haben Rapper Drake und der Universalkünstler André Heller gemein? Auf den ersten Blick herzlich wenig, auf den zweiten aber umso mehr.

André Heller ist das, was man gemeinhin als Hans Dampf in allen Gassen bezeichnet. Er gilt als Austropop-Pionier, erschloss in den 1960er Jahren das Medium Radio einem jungen Publikum und ist das, was man einen Universalkünstler nennt. Dabei besticht er vor allem durch eine feine Nase, wie sich Kunst und Kultur der breiten Masse näher bringen lassen.

Er veranstaltete die Shows „Afrika! Afrika!“ und „Begnadete Körper“, letztere mit chinesischen Nationalartist:innen. Er gestaltete die Swarovski Kristallwelten, und er war für die Pferde-Show „Magnifico“ verantwortlich - die allerdings Insovenz anmelden musste.

Alles nah am Kitsch, aber meist mit Erfolg gekrönt. So auch sein Projekt „Luna Luna“, eine Art Jahrmarkt für moderne Kunst, den Heller 1985 nach Hamburg brachte. Das war so eine Art Freiluftmuseum, kombiniert mit einem Vergnügungspark.

Für „Luna Luna“ konnte Heller die bedeutendsten Künstler:innen seiner Zeit gewinnen

Dafür konnte er namhafte Künstler:innen dieser Zeit gewinnen. Etwa Joseph Beuys, Hermann Nitsch, Georg Baselitz, Sonia Delaunay, Salvador Dali, Jean-Michel Basquiat - und Manfred Deix. Dazu kamen außerdem ein Karussell von Keith Harring und ein von Roy Liechtenstein gestaltetes Glaslabyrinth, in dem Musik von Philip Glass zu hören war. Kein Wortspiel beabsichtigt.

Dank Akrobat:innen und Straßenkünstler:innen nahm Heller dem Publikum die Scheu, sich mit moderner Kunst auseinanderzusetzen. Aus einer Welttournee wurde dann aber doch nichts, Wien als Standort scheiterte ebenfalls, und so musste Heller den ganzen Zinnober hoch verschuldet verkaufen. Was folgte, waren nicht nur rechtliche Schwierigkeiten, das Projekt schlummerte jahrelang in einem Lager irgendwo in den USA.

Und was hat nun der kanadische Hip-Hop-Superstar Drake damit zu tun? Laut „New York Times“ („NYT“) hat er über Hellers Sohn Ferdinand aka Left Boy, der selbst als Rapper in den USA lebt, Wind von der Sache bekommen. Und Blut geleckt. Denn nicht mehr nur teure Autos und Uhren sind in der US-Hip-Hop-Szene Statussymbole, sondern auch moderne Kunst. So hat etwa Jay-Z einen Basquiat in der Küche hängen.

Drake will den Kunst-Jahrmarkt auf Welttournee schicken

Dem will Drake nicht nachstehen und will mit seiner Firma DreamCrew der „NYT“ zufolge gemeinsam mit Tourveranstalter Live Nation den Kunst-Vergnügungspark auf Welttournee schicken. Natürlich unserer Zeit angepasst und erweitert, etwa um interaktive und fahrbare Attraktionen zeitgenössischer Künstler:innen. Dafür sollen 100 Millionen Dollar locker gemacht werden.

Drake zeigt sich gegenüber der „NYT“ begeistert: „Es ist eine so einzigartige und besondere Art, Kunst zu erleben. Es ist eine große Idee und Gelegenheit, die sich darum dreht, was wir am meisten lieben: Menschen zusammenzubringen.“ Heller hingegen soll bis dato keinen Schimmer gehabt haben, wer Drake überhaupt ist.

André Heller musste sich wegen eines gefälschten Bilderrahmens zurückziehen

André Heller selbst hat sich aus dem Projekt übrigens zurückgezogen. Und zwar aus einem einfachen Grund: Er soll einen Rahmen für ein Bild von Jean-Michel Basquiat gefälscht und diesen als Original des Künstlers ausgegeben haben. Heller selbst spricht von einem „Bubenstreich“, hat Bild und Rahmen längst zurückgekauft, dennoch ermittelt die Staatsanwaltschaft. Ob Drake davon wusste? Es wird ihm egal sein.

Hier siehst du übrigens, wie Drake und andere Hip-Hop-Artists als Disney-Charaktere aussehen würden.

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