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Nazi-Geste: Metal-Band Pantera wird nun auch in Wien nicht spielen

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Von: Christian Kisler

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Pantera-Sänger Phil Anselmo bei einem Auftritt
Pantera-Sänger Phil Anselmo hat wiederholt Nazi-Symbolik verwendet. © Gonzales Photo/Imago/Twitter Screenshot: @msulzbacher/BuzzFeed Austria

2016 hob Pantera-Sänger Phil Anselmo bei einem Konzert den Arm zum Hitler-Gruß. Nach deutschen Festivals wurde nun auch der Wien-Auftritt abgesagt.

In den 1990er-Jahren waren Pantera eine der größten Metal-Bands der Welt. Gefühlt jede:r zweite Jugendliche rannte mit einem T-Shirt der Band herum, das Quartett füllte die größten Hallen und Arenen und verkaufte im Laufe ihrer Karriere rund 40 Millionen Alben.

Das ist lang vorbei, und für Aufregung sorgte deren Sänger Phil Anselmo bereits 1995 mit rassistischen Äußerungen und Kommentaren zu „White Power“, einem Begriff für die Neonaziszene. 2003 löste sich die Band auf, Gitarrist Dimebag Darrel kam ein Jahr später bei einem Konzert zu Tode, als ein geistig Verwirrter auf die Bühne sprang und ihn erschoss. 2018 erlag sein Bruder, Schlagzeuger Vinnie Paul, einem Herzinfarkt. Was Anselmo und Bassist Rex Brown 2022 nicht an einer Pantera-Reunion hinderte.

Pantera-Sänger Phil Anselmo ist ein Wiederholungstäter

Und das, obwohl Anselmo 2016 schon wieder rassistisch auffiel, mehr noch: Bei einem Festival zu Ehren des erschossenen Pantera-Gitarristen erhob er den Arm zum Hitler-Gruß und rief „White Power“, woraufhin er von der Bühne geführt wurde. Was auch filmisch festgehalten worden ist, auf YouTube seine Runde gemacht hat und letztendlich dazu geführt hat, dass sich Anselmo kleinlaut entschuldigte. Und es dennoch darauf schob, betrunken gewesen zu sein. Oida.

Nun hätte die mit Gastmusikern reformierte Metal-Band bei den deutschen Zwillings-Festivals Rock am Ring und Rock im Park auftreten sollen. Woraus nach langem Hin und Her letztlich doch nichts wurde: Pantera wurden wieder ausgeladen. Grund dafür war der öffentliche Druck, auch vonseiten anderer bei den Festivals auftretender Künstler:innen. Alles Jahrzehnte zu spät eigentlich.

Die Wiener Grünen forderten die Absage des Konzerts im Gasometer

Am 31. Mai hätte Phil Anselmo mit Pantera auch im Wiener Gasometer spielen sollen. Was nicht erst seit der Absage in Deutschland für Proteste sorgte. Nicht nur im Netz wurde ein Canceln des Konzerts gefordert, auch die Wiener Grünen sprangen in die Bresche. „Gerade Wien hat aufgrund seiner nationalsozialistischen Vergangenheit eine besondere historische Verantwortung, sich gegen jede Form von Rechtsextremismus zu stellen. Der Auftritt von Pantera ist mit dieser Verantwortung völlig unvereinbar“, hieß es in einer Aussendung. Und weiter: „Daher kann es auch für Wien nur heißen: Keine Bühne für einen Hitlergrüßer, keine Bühne für Pantera!“

Das Gasometer selbst ist dabei lediglich der Austragungsort und kann dagegen wenig machen. Die veranstaltende Agentur Barracuda Music hingegen stand jetzt in der Pflicht. Und tatsächlich: Das Konzert am 31. Mai findet nun doc nicht statt. Wobei man erstens viel zu lange mit einer Entscheidung gewartet hat. Und zweitens die Vorfällerund um Anselmo hinlänglich bekannt waren. Somit hätte das Konzert gar nicht gebucht werden dürfen.

Wenn man es genau nimmt, hätte es seit Anselmos ersten Ausfällen 1995 für Pantera nicht mehr weitergehen dürfen. Auch wenn es damals bereits Political Correctness gab, so war das Gespür dafür nicht so ausgeprägt wie heute. Und was noch dazu kommt: Das Internet steckte in den Kinderschuhen, kaum jemand hatte einen privaten Anschluss, Social Media gab es auch noch lange nicht. Ausfälle wie jene Ansolmos verbreiteten sich sehr, sehr langsam. Vor allem, wenn niemand mitfilmte. Videofähige Handys waren auch noch nicht auf dem Markt. Nichtsdestotrotz: Die Absage eines Pantera-Konzerts kommt fast Jahrzehnte zu spät.

Es geht auch anders: Lido Sounds ist das neue Festival in Linz, das auf Frauen und Regionalität setzt.

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