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Über Crowdfunding kann das Wiener Bellaria Kino gerettet werden - auch von dir

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Von: Christian Kisler

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Das Bellaria Kino im 7. Wiener Gemeindebezirk
Das Bellaria Kino im 7. Wiener Gemeindebezirk soll gerettet werden. © Ernst Weingartner/Weingartner-Foto/APA-PictureDesk

Am Heiligen Abend 2019 gab das Wiener Bellaria Kino die letzte Vorstellung. Die Betreiber:innen von Votiv Kino und Café Liebling wollen das kleine Lichtspieltheater nun wiederbeleben und du kannst daran teilhaben - via Crowdfunding.

Wer in Wien lebt und sich nur ein kleines Bisschen für Film und Kino interessiert, ist bestimmt schon daran vorbeigegangen. Immerhin liegt das Bellaria Kino zwischen MuseumsQuartier sowie Volkstheater und damit ziemlich günstig. Außerdem galt das kleine, rund 250 Sitze fassende Lichtspieltheater im 7. Wiener Gemeindebezirk als eines der ältesten in ganz Wien. Bis zur letzten Vorstellung, ausgerechnet am Heiligen Abend 2019, war es 107 Jahre lang in Betrieb.

Im Bellaria Kino wurden Filme aus den 1930er bis 1960er Jahren gezeigt

Wie gesagt, man ist daran vorbei gegangen. Drin war man eher nicht, es sei denn, man war Hardcore-Nostalgiker:in und konnte der eher seichten Seite des Kinos der 1930er bis 1960er Jahre etwas abgewinnen. Wobei gerade in den letzten Jahren mit dem Umstieg von einem 35-Millimeter- auf einen Digital-Projektor auch modernes Filmgut Einzug hielt. Am Konzept, jeden Nachmittag einen alten Streifen zu zeigen, wurde jedoch bis zum Ende festgehalten, allerdings wurde das entsprechende Publikum nicht unbedingt jünger. Das war‘s dann mit dem Bellaria Kino. Interessenten gab es zunächst einige, die schreckten allerdings vor den Kosten zurück,die nötig wären, das Kino zu renovieren. Und umwidmen, um darin etwas anderes zu starten, war vielen wiederum zu aufwendig.

Ein wenig mehr als zwei Jahre später wagt sich ein neues Team an die Sache. Allerdings mit einem neuen Konzept: Crowdfunding. Dabei sollen von 22. Februar bis 1. April im Idealfall 95.000 Euro gesammelt werden, um das Bellaria Kino zunächst in Sachen Schallschutz auf Vordermann zu bringen. Während einer Pandemie ein derartiges Unterfangen zu starten, sei zwar „ganz sicher ein bisschen“ verrückt, man sei sich aber sicher, dass es gerade in Zeiten von Streaming und Multiplex-Kinos solche Orte dringend brauche. „Es geht uns nicht nur darum, einen traditionsreichen Ort zu retten. Nein, unsere Vision geht darüber hinaus. Mit dem größten Respekt gegenüber seiner Geschichte werden wir das Bellaria neu erfinden und beleben. Am Ende soll ein zusätzlicher Hotspot zwischen Museumsquartier und Volkstheater im pulsierenden Kultur- und Gastroleben des 7. Bezirks entstehen“, heißt es auf der Crowdfundingseite von „Bellaria Kino retten“.

Im Bellaria Kino soll es anspruchsvollere Filme und Slow Food geben

Dahinter stecken die Betreiber:innen einerseits vom Votiv Kino und andererseits von Café Liebling und Burggasse24. Was auch die neue Ausrichtung erahnen lässt: Mit den Filmen will man sich an ein anspruchsvolleres Publikum wenden, kulinarisch soll es Slow Food statt Junk Food geben. Überhaupt soll das Bellaria Kino erweitert werden und sich auch an Leute richten, die vielleicht auch nur einen Kaffee oder ein Bier trinken wollen. Die Vision sieht so aus: „Ob ein Kaffee am späten Vormittag, ein Filmklassiker am Nachmittag, ein Bier nach der Arbeit, ein Drink vor dem Theaterbesuch, der Preisträgerfilm eines aktuellen Filmfestivals am Abend oder ein Absacker vor dem Heimgehen. Das Bellaria soll ein Ort werden, den man zu jeder Tageszeit gerne besucht.“

Damit das Crowdfundingprojekt „Bellaria Kino retten“ die Aufmerksamkeit bekommt, die es verdient, konnte man bereits prominente Unterstützer:innen gewinnen. In einem Video unterstreichen Brigitte Bierlein, Josef Hader, Manuel Rubey, Thomas Stipsits und Michael Ostrowski die Dringlichkeit des Anliegens. Außerdem an Bord: Waltraut Haas, Verena Altenberger, Skero und einige mehr. Natürlich geht es um den Erhalt eines Kulturdenkmals, das verlorenzugehen droht. Das Bellaria Kino soll aber nicht „nur“ wiederbelebt, sondern gleich neu erfunden werden. Kinokultur besteht eben nicht nur aus Multiplexen und Filmen auf Netflix. Wenn das mit zeitgenössischer Kulinarik verbunden werden kann, könnte das durchaus spannend werden. Zumal du, wenn der Plan mit dem Crowdfunding aufgeht, tatsächlich sagen kannst: Dazu hab ich beigetragen.

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