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Auch Bücher werden wegen Inflation und Co teurer

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Von: Christian Kisler

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Montage: eine Buchhandlung, eine Hand nimmt ein Buch von Sally Rooney aus einem Regal
Bücher werden ab Herbst teurer. © Leonhard Simon/SZ-Photo/Leonhard Foeger/REUTERS/APA-PictureDesk/BuzzFeed Austria

Alles wird teurer, Wohnen, Strom, Gas, Lebensmittel, Streamingdienste und nun auch Bücher. Wieso das so ist, liegt nicht nur am Krieg in der Ukraine.

Die galoppierende Inflation betrifft mittlerweile alle Lebensbereiche. Sei es Energie, seien es Lebensmittel, sei es Wohnen oder, weniger lebensnotwendig, aber dennoch ärgerlich, Streamingdienste wie Amazon, Netflix und Spotify. Bleibt der Rückzug in die analoge Welt, aber halt: Vinyl wird ebenfalls immer teurer, unter anderem aufgrund von Rohstoffmangel. Und jetzt das: Auch Bücher, eine vergleichsweise umweltfreundliche Art der Unterhaltung, werden ab Herbst mehr kosten.

Das hat auch, aber nicht nur, mit dem Krieg in der Ukraine zu tun. Das Problem liegt ein bisschen weiter zurück und betrifft die großen Verlage in Deutschland genauso wie die kleinen in Österreich: „Papierpreise, die sich im letzten Jahr fast verdoppelt haben, zudem leidet die Branche nach wie vor unter großen Lieferengpässen, die die Planung erschweren“, erklärt Alexander Potyka vom Wiener Picus Verlag gegenüber dem ORF.

Die Preise für Holz sind zuletzt auf das Doppelte gestiegen

Die Lieferengpässe sind nach wie vor auf die COVID-19-Pandemie zurückzuführen, manches ist noch immer nicht in die Gänge gekommen. Dazu kommt, dass der Preis für Holz zuletzt auf das Doppelte gestiegen ist. Bekanntlich wird mit Holz nicht nur gebaut, getischlert und geheizt, daraus wird auch Papier gemacht. Und Bücher bestehen nun einmal aus, genau, Papier.

Bei der Entscheidung über die Auflagenhöhe müsse man mehr Risiko einkalkulieren. Um nicht noch mehr von der Inflation betroffen zu sein, müsse man früher mit der Produktion beginnen. „Alles in allem eine logistische und wirtschaftliche Zuspitzung, die wir nur teilweise durch die Anhebung der Ladenpreise kompensieren können“, so Potyka.

Bücher werden bis zu vier Euro mehr kosten

Für die meisten Verlage ist die Produktion um ein Drittel teuer geworden, die Kosten für Material, Druck und Energie sind wie in anderen Branchen auch hier gestiegen, um ein Vielfaches. Die Verlagshäuser müssen reagieren, sie werden die Buchpreise erhöhen müssen. Ziemlich sicher zwei Euro, womöglich bis zu vier Euro pro Buch mehr werden bald fällig sein. Keine rosigen Zeiten für Bücherwürmer und Leseratten wie mich.

Umgekehrt dürfen Bücher nicht viel teurer werden, sonst kauft ja niemand mehr neuen Lesestoff. Zumal die Branche ohnehin mit der stetig steigenden Beliebtheit von E-Books zu kämpfen hat. Das einzige Trostpflaster: Im deutschsprachigen Raum gibt es die Buchpreisbindung. Jedes Buch, jede Zeitung, jedes Magazin muss mit einem unveränderbaren Preis ausgezeichnet werden. So können die großen Ketten wenigstens nicht die Preise drücken und den Verlagen das Leben noch schwerer machen.

Übrigens: Wenn du wissen möchtest, ob Deutsche auch österreichisch schreiben können, solltest du unbedingt Sven Regener lesen.

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