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Chris Hemsworth ist endlich für Dreharbeiten in Wien - mit Konsequenzen für alle Anrainer:innen

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Von: Christian Kisler

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Montage: Der DC Tower in Wien-Donaustadt, Chris Hemsworth als Tyler Rake bei den Dreharbeiten in Wien
Chris Hemsworth macht in der Fortsetzung von „Extraction“ mit dem DC Tower in Wien-Donaustadt Bekanntschaft und trinkt österreichisches Mineralwasser, wie man sieht. © Hans Punz/Starpix/APA-PictureDesk

Superstar Chris Hemsworth schlüpft wieder in die Rolle des Netflix-Helden Tyler Rake und ist für die Dreharbeiten in Wien-Donaustadt gelandet. Das bedeutet aber auch Einschnitte im Leben der Anrainer:innen.

Chris Hemsworth ist endlich in Wien gelandet. Nach Proben seit Anfang Februar in der Donaustadt folgten am Wochenende die ersten Dreharbeiten, allerdings ohne den Marvel-Superstar. Der landete erst am Dienstag in Schwechat, widmete sich brav seinen Fans, die am DC Tower ausharrten und ist seit Mittwoch beim Drehen. Womit es bei „Tyler Rake: Extraction 2“ jetzt endlich in die heiße Phase geht. Doch der Reihe nach.

Denn seien wir ehrlich: Früher war der Materialverschleiß bei Actionfilmen viel höher. Wie viele Autos alleine dran glauben mussten! Dazu der Aufwand: Klappte irgendetwas bei der ersten Szene nicht, musste das ganze Set nicht nur mühevoll neu aufgebaut werden. Es ging auch ins Geld. Dank heute lebensechten CGI-Effekten lässt sich das bequem am Computer modellieren. Wobei der Fantasie wenig Grenzen gesetzt sind. Die wenigsten von uns haben im echten Leben schon einmal einen mit Benzin beladenen Truck in die Luft gehen sehen. Oder waren bei einer Massenschießerei oder einer wilden Verfolgungsjagd live dabei.

Chris Hemsworth gibt noch einmal den Tyler Rake

Tatsächlich wird aber immer noch an Originalschauplätzen gedreht. Und da hat Österreich, im Speziellen Wien, schon öfters als Kulisse für so manchen Klassiker herhalten können. In diese Riege möchte sich nun auch die Fortsetzung von „Extraction“ reihen. Hier stellt Chris Hemsworth den australischen Söldner Tyler Rake dar. Der erste Teil war für Netflix 2020 ein Riesenerfolg, der jetzt mit dem zweiten Teil übertrumpft werden soll.

Der Held ist müde des Kampfes, von inneren Konflikten geplagt, muss aber noch einen weiteren gefährlichen Auftrag erledigen. Es wird wohl nicht sein letzter gewesen sein, bedenkt man die Logik des Marktes. Muss ja nicht gleich wie James Bond ausarten. Trotzdem: Immer noch besser als so manche unmotivierte Neuverfilmung.

Tyler Rake in der Donaustadt

Ort des Geschehens soll jedenfalls unter anderem der 22. Wiener Gemeindebezirk sein, die Donaustadt. Genauer gesagt der DC Tower und das Gelände des Baukonzerns Strabag. Rundherum befinden sich auch Wohnanlagen, zu denen die Anrainer:innen zwar ungehindert Zugang haben sollen, der Drehort selbst wird aber streng bewacht. Und laut wird es, es soll Explosionen, einen Hubschraubereinsatz und allgemein recht viel „Bumm“ geben. Gelärmt wird aber nur von 7.00 bis 18.00 Uhr, ziemlich sicher auch auf Betreiben der zuständigen US-amerikanischen Gewerkschaft und unter dem wachsamen Auge der hiesigen Polizei.

Auch Chris Hemsworth soll abgesehen von der von ihm gespielten Figur nichts passieren. Dass er als Hauptdarsteller von „Extraction 2“ in Wien mit dabei sein wird, ist höchstwahrscheinlich, aber noch nicht offiziell. Offiziell ist hingegen, dass auch dort angesiedelte Geschäfte während des Zeitraums der Dreharbeiten von Freitag, 28. Jänner, und Montag, 14. Februar geschlossen. Valentinstag kann also weitgehend ungestört verbracht werden können, so man das will. Umsatzeinbußen müssen die dortigen Läden aber keine befürchten, sie sollen von der Produktionsfirma adäquat entschädigt werden. Die eigentlich nahe beieinander liegende Ärzt:innen-Praxis und die Apotheke bleiben geöffnet, von der einen zur anderen muss man jetzt aber einen Umweg gehen.

Kindergarten bleibt geschlossen, bis Chris Hemsworth abgezogen ist

Kniffliger schon die Tatsache, dass sich im Gebiet der Kindergarten Donaucity befindet. Auch der soll seine Pforten erst wieder öffnen dürfen, wenn der Filmtross rund um Chris Hemsworth abgezogen ist. Die teils arg brutalen Szenen sollen den Kleinen nicht zugemutet werden, weshalb die Erziehungsberechtigten laut „Falter“ pro Kind und ausgefallenem Kindergartentag 120 Euro erhalten sollen.

Löblich, aber wohin mit dem Nachwuchs in der Zwischenzeit? Nicht alle haben die Möglichkeit, sich rund um die Uhr um die Kinder kümmern zu können, nicht zuletzt wegen beruflicher Verpflichtungen. Und nicht alle können sich im doch recht großzügig anberaumten Drehzeitrahmen Urlaub nehmen. An einer Lösung wird dem Vernehmen nach gearbeitet.

Wien ist seit Jahrzehnten eine begehrte Filmkulisse

Wien hat jedenfalls langjährige Erfahrung als Filmkulisse internationaler Produktionen: „Der Dritte Mann“ (1949), der James-Bond-Film „Der Hauch des Todes“ (1987), Richard Linklaters „Before Sunrise“ (1993) oder in jüngerer Verganenheit „Mission Impossible - Rogue Nation“ (2015), „Red Sparrow“ (2018) und „Bad Spies“ (2018). Auch Chris Hemsworth hat bereits Erfahrung mit Wien als Filmhintergrund: als Formel-1-Fahrer James Hunt im Rennfahrer-Drama „Rush“ (2013).

Wirtschaftlich zahlt sich das selbstverständlich aus, wenn Tom Cruise auf der Staatsoper herumkraxelt oder Chris Hemsworth die halbe Donaustadt in die Luft jagt. Ist Wien im Bild, ist das besondere Werbung, über die sich der jeweilige Tourismusverband nur freuen kann. Die Frage ist halt einerseits, ob der DC Tower genauso attraktiv ist wie die Staatsoper. Und andererseits, wie man den Menschen, die tatsächlich dort leben und arbeiten, während der Dreharbeiten so wenige Unannehmlichkeiten wie möglich bereitet.

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