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Dagobert Ducks neuer Geldspeicher kommt aus Wien

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Von: Christian Kisler

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Montage: Dagobert Duck als Plastikfigur, ein Micky-Maus-Magazin mit Geldspeicher und duckifizierten Wiener Architektur-Studenten
Drei Architektur-Studenten aus Wien haben Dagobert Ducks neuen Geldspeicher entworfen. © Boris Roessler/dpa/APA-PictureDesk/Egmont Ehapa Media/Disney /BuzzFeed Austria

Der Geldspeicher von Dagobert Duck steht in Entenhausen, das wird sich mit dem neuen Modell nicht ändern. Der Entwurf dazu kommt von drei jungen Wiener Architekten.

Der Name steht ja für viel mehr als „nur“ für „Schneewittchen“ oder Prinzessinnen und Schurken. Im Gegenteil, am Anfang des Erfolgs standen Comic-Mäuse und -Enten. Seit 75 Jahren geistert etwa Dagobert Duck, die reichste Ente der Welt, durch das mittlerweile unübersichtliche Comic-Universum. Großbankier, Großindustrieller, Großhändler, ist der schon bei seinem ersten Auftritt 1947 uralte, aber rüstige Erpel eine der beliebtesten Schöpfungen des großartigen Zeichners und Texters Carl Barks. Erfunden hat dieser auch etwa Entenhausen oder Daniel Düsentrieb, der seinerseits erst jüngst seinen 70. Geburtstag feiern durfte. Und den legendären Geldspeicher, jenes quaderförmige Gebäude, in dem Dagobert, Onkel von Donald sowie Großonkel von Tick, Trick und Track, sein unfassbares Vermögen hortet, seinen Geschäften nachgeht und auch wohnt.

Im Geldspeicher hortet Dagobert Duck vor allem Münzen

Als Banker alter Schule legt er dabei keinen Wert auf Aktien oder andere Formen der Geldanlage. Er schwört auf Bares, also Münzen und selten, aber doch, Scheine. Damit soll auch seine Sparsamkeit, nein, seine Knausrigkeit, nein, sein Geiz unterstrichen werden. Eine seiner Lieblingsbeschäftigungen: in seinem Geld zu baden. „Mein sorgsam gehortetes Geld! Es ist mir ein Hochgenuss, wie ein Seehund hineinzuspringen! (…) Und wie ein Maulwurf darin herumzuwühlen! (…) Und es in die Luft zu schmeißen, dass es mir auf die Glatze prasselt“, wie es die ebenso geniale und einflussreiche Erika Fuchs übersetzt hat. Wenn Dagobert doch seinen Geldspeicher, vielmehr dessen Inhalt, nicht ständig gegen die Panzerknacker, die Hexe Gundel Gaukeley und andere zwielichtige Gestalten verteidigen müsste!

Da der Geldspeicher seit Ewigkeiten auf dem Glatzenkogel, dem höchsten Punkt von Entenhausen, steht, war es wohl höchste Zeit, ihm einen neuen Anstrich zu verpassen, ihn abzureißen und neu zu bauen oder zumindest komplett zu erneuern. Deshalb startete der Egmont-Ehapa-Verlag einen Aufruf im von ihm herausgegeben „Micky Maus Magazin“. Architektur-Student:innen sollten frische Entwürfe für den in die Jahre gekommenen Betonklotz einreichen, als Preisgeld winkten 1.500 Euro sowie ein Poster mit dem „neuen“ Geldspeicher in eienr „Micky-Maus“-Ausgabe und die „Duckifizierung“ der Gewinner:innen in einer Geschichte, wie der Geldspeicher zu neuem Aussehen kam. „Duckifizierung“? Darunter versteht man die „Verwandlung“ realer Menschen in gezeichnete Charaktere in Entenhausen. Bis dato wurde nur wenigen Personen diese Ehre zuteil, etwa den Rappern von Die Fantastischen Vier oder Alexandra Popp, Kapitänin der deutschen Fußballnationalmannschaft.

Der Geldspeicher wurde nicht abgerissen, sondern wird von fleischfressenden Pflanzen umrankt

Den Sieg davon getragen haben drei Studenten von der Technischen Universität in Wien, Julian Fellner, Tim Guckelberger und Philip Kaloumenos. Das Trio entschied sich gegen einen Abriss des ikonischen Geldspeichers, sondern für eine Neugestaltung. Das Gebäude soll mit viel Glas und noch mehr grüner Energie aufgemotzt werden, wobei die verwendeten Pflanzen riesengroße fleischfressende sein sollen. So sollen als praktischem Nebeneffekt auch etwaige Einbrecher:innen oder sonstige Angreifer:innen auf der Stelle verschlungen werden. Ein wenig brutal, aber zumindest effizient.

Bevor es tatsächlich zum Umbau des Geldspeichers kommt, müssen die drei Gewinner, die in Entenhausen auf die Namen Duli, Dalu und Duckelberger hören, den Eigentümer, richtig: Dagobert, überzeugen. Der Fantastilliardär ist bekanntlich berüchtigt sparsam, hat sich vorab ein Vetorecht einräumen lassen und muss erst von den Plänen der drei Nachwuchsarchitekten, nunmehr zwei Enten und ein Hund, überzeugen lassen. Wie sich die drei Architektur-Studenten inspirieren haben lassen, erklärt Tim Guckelberger gegenüber der Tageszeitung „Der Standard“ so: „Auf der einen Seite hatten wir Pläne von bekannten Architekten wie Aldo Rossi, Mies van der Rohe oder Le Corbusier, auf der anderen ein ‚Micky Maus‘-Heft.“ Soll noch jemand behaupten, Comics seien nicht hohe Kunst. Ihren Entwurf wollen Fellner, Guckelberger und Kaloumenos jedenfalls in ihre Bewerbungsmappen aufnehmen. Für Aufmerksamkeit ist gegenüber künftigen Arbeitgeber:innen so bestimmt gesorgt.

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