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Den Kinderbuchklassiker „Das kleine Ich-bin-Ich“ gibt es jetzt auch für kleine Ukrainer:innen

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Von: Christian Kisler

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Montage: Ukrainische geflüchtete Kinder im Wiener Rathaus mit Bürgermeister Michael Ludwig, ein Mann liest seinen Enkeln aus „Das kleine Ich-bin-Ich“ vor
„Das kleine Ich-bin-Ich“ wurde nun ins Ukrainische übertragen, einige ukrainische Kinder bekamen von Bürgermeister Michael Ludwig die ersten Exemplare geschenkt. © Christian Jobst/PID/Weiss/Imago/BuzzFeed Austria

Erst kürzlich wurde „Das kleine Ich-bin-Ich“ 50, nun wurde es ins Ukrainische übersetzt. Es soll ukrainischen Kindern zeigen, dass sie willkommen sind.  

Kinderbuchklassiker gibt es ja einige. Viele kennst du aus deiner eigenen Kindheit, manche haben schon deine Eltern, womöglich sogar deine Großeltern gelesen. „Die kleine Raupe Nimmersatt“, „Pippi Langstrumpf“, „Der Räuber Hotzenplotz“, „Wo die wilden Kerle wohnen“, „Oh, wie schön ist Panama“, „Urmel aus dem Eis“ etwa. Oder neueren Datums: „Der Grüffelo“. „Der kleine Prinz“ wiederum wird auch gerne von Erwachsenen gelesen - was ich nicht wirklich nachvollziehen kann, um ehrlich zu sein. Da greif ich lieber zu anderer, meinem Alter entsprechender Literatur. Und das, obwohl ich mir selbst bisweilen ein kindliches Gemüt bewahrt habe. Wie dem auch sei, einer dieser Klassiker hat gerade ein rundes Jubiläum gefeiert: „Das kleine Ich-bin-Ich“ ist 50 geworden.

Die Geschichte von Autorin Mira Lobe und Illustratorin Susi Weigel ist eine der Selbstfindung, der Selbstermächtigung. Unterm Strich ist die nur zu befürwortende Botschaft: Auch wenn du dich vielleicht gerade alleine und unsicher fühlst, es ist okay, dass du so bist wie du bist. Eine Message, die sich auch Erwachsene ruhig hinter die Ohren schreiben können. Dann gäbe es auch etwa in Ungarn weniger Aufsehen um ein Märchenbuch mit queeren Prinzen und Trans-Bambis.

„Das kleine Ich-bin-Ich“ wurde bereits in mehrere Sprachen übersetzt

Das „Das kleine Ich-bin-Ich“ sorgte nie für Aufregung, über seinen pädagogischen Wert herrscht bis heute Einigkeit. Nicht zuletzt deshalb wurde es in mehrere Sprachen übersetzt, seit 2010 gibt es mehrsprachige Ausgaben, nämlich Deutsch, Türkisch, Serbisch und Kroatisch. 2012 erschien eine russische Ausgabe, 2014 folgte eine englische. 2016 erschien eine dreisprachige Ausgabe auf Deutsch, Arabisch und Farsi. Und jetzt eben auch eine deutsch-ukrainische.

Der seit jeher für die Veröffentlichung von „Das kleine Ich-bin-Ich“ verantwortlich zeichnende Verlag Jungbrunnen macht jetzt mit den Österreichischen Kinderfreunden gemeinsame Sache und bringt die zweisprachige Ausgabe des Kinderbuchklassikers heraus. Ab Dienstag, dem 17. Mai, ist das liebevoll bebilderte Buch im Handel erhältlich, 5.000 Exemplare werden an ukrainische Kinder gespendet.

Die ersten ukrainischen Kinder wurden vom Bürgermeister persönlich beschenkt

Nicht zuletzt aus Eigen-PR ließen es sich der Wiener Bürgermeister Michael Ludwig und Stadtrat Jürgen Czernohorszky (beide SPÖ, zu der ja auch die Kinderfreunde gehören) nicht nehmen, die ersten Exemplare Kindern, die vor dem Krieg flüchten mussten, öffentlichkeitswirksam zu schenken. Allerdings heiligt der Zweck bekanntlich die Mittel, die Kleinen freuten sich sichtlich. Und schließlich gilt nicht nur, die finanzielle Not geflüchteter Menschen zu lindern. Sondern auch die Angst vor der unbekannten Fremde zu nehmen und vor allem auch Kinder psychisch zu stabilisieren.

In diese Kerbe schlagen auch die Statements der beiden Wiener Politiker anlässlich des Pressetermins. „Ich freue mich sehr, dass es diese Initiative gibt und wir damit geflüchteten Kindern in ihrer traurigen Lage zumindest ein bisschen Freude bereiten können“, so Ludwig salbungsvoll. „Die Geschichte des ‚kleinen Ich-bin-Ich‘ ist wunderbar dafür geeignet, weil es davon handelt, dass jedes Lebewesen und jedes Kind einzigartig und wertvoll sind. Jedes Kind sollte überall willkommen sein, und das geht nur, wenn Frieden herrscht.“ Und Czernohorszky, übrigens auch Vorsitzender der Kinderfreunde: „‚Das kleine Ich-bin-Ich‘ hat mich schon als Kind begeistert - es ist ein Wesen, das allen zeigt, dass es kein Richtig oder Falsch gibt. So wie es ist, ist es in Ordnung. Du bist du, und ich bin ich“, so Czernohorszky. „Diese zweisprachige Ausgabe ist besonders schön. Da das Buch eigens für ukrainische Kinder gemacht wurde, ist es auch ein Symbol. Es sagt ‚Willkommen, gut, dass ihr da seid!‘“ Ein bisserl pathetisch und kitschig, aber in der Sache natürlich völlig richtig. Und die Aktion ist sowieso super. Genauso wie „Das kleine Ich-bin-Ich“.

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