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Nur noch drei Frauen: Das Dschungelcamp wird immer mehr zur Männerwirtschaft

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Von: Christian Kisler

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Tara Tabith und Jasmin Herren beim Auszug aus dem Dschungelcamp
Tara Tabith und Jasmin Herren beim Auszug aus dem Dschungelcamp ©  Stefan Menne/RTL/BuzzFeed Austria

Von den ursprünglich elf Camper:innen im Dschungelcamp sind nur noch drei Frauen übrig, gegenüber fünf Männern. Ist das der Dank, dass sie mehr für die Show tun als die Herren?

Der mittlerweile verstorbene Schlagersänger Costa Cordalis war 2004 der allererste Dschungelkönig, Gewinner von „Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!“ Also jener TV-Kostbarkeit, die sich auch Menschen reinziehen, die sonst keine Reality-Shows schauen. Sein Sohn Luca wollte es ihm 2022 gleichmachen, konnte aber aufgrund eines positiven PCR-Tests erst gar nicht ins Dschungelcamp einziehen. Nicht auszudenken, was COVID-19 unter den ohnehin schon unter dem Mangel von vernünftiger Nahrung, Schlaf und Haarpflegemittel leidenden Camper:innen angerichtet hätte. Da hätte auch Dschungel-Sanitäter und Publikumsliebling Dr. Bob nicht mehr helfen können.

Elf mäßig berühmte Gestalten im Dschungelcamp

Durch Luca Cordalis‘ Ausfall waren es also nicht zwölf, sondern elf mäßig berühmte Gestalten aus dem Showgeschäft, die Einzug in den südafrikanischen Dschungel hielten. Mit sechs zu fünf ein Überhang zugunsten der Frauen. Die bunt zusammengewürfelte Truppe, die aus der üblichen Mixtur aus Teilnehmer:innen an anderen Reality-Shows, Daily-Soap-Darsteller:innen mit Drogenvergangenheit und Personen, deren Promi-Status sich auch nach einer Woche Dschungelcamp nicht erschließt, wurde alles allerdings jäh verkleinert.

Schon in Folge drei, noch bevor jemand rausgewählt werden konnte, kam es zum ersten Eklat. Model und Reality-Show-Veteranin Janina Youssefian bedachte Linda Nobat, ehemalige „Bachelor“-Kandidatin und Miss Hessen 2018, im Zuge eines ohnehin schon unschön ausgetragenen Wortgefechts mit einer offen rassistischen Äußerung. Der für die Ausstrahlung verantwortliche Sender RTL machte das einzig richtige und warf Youssefian raus.

Tara musste das Dschungelcamp als Erste verlassen

Wodurch sich die Gruppe durch den frühzeitigen Abgang im Gleichgewicht befand, was die Geschlechter betrifft: fünf zu fünf. Ein paar Tage später fand die erste Abwahl statt, wer die wenigsten Anrufe bekam, musste die Heimreise antreten. Zur allgemeinen Überraschung traf es „unseren“ Österreich-Export Tara, einigen vielleicht noch bekannt aus der legendären ATV-Produktion „Saturday Night Fever – So feiert Österreichs Jugend“. Was in Deutschland naturgemäß nicht so viel Anklang gefunden hat. Dort kennt man sie lediglich aus der zweiten Staffel von „Ex on the Beach“. Jedenfalls half ihr weder der sonst beim deutschen Publikum so beliebte österreichische Zungenschlag, noch ihr Geflirte mit dem für toxische Männlichkeit bekannten Filip Pavlović noch ihr allgemeines Geraunze mit allerlei Wiener Fäkalausdrücken.

Tags darauf beim Publikum in Ungnade gefallen: die nächste Frau, Jasmin Herren, Ballermann-Sängerin und Witwe des erst letztes Jahr mit nur 44 Jahren verstorbenen „Lindenstraße“-Stars Willi Herren. Damit sind nur noch wie viele Menschen im Camp? Du hast bestimmt mitgezählt: acht. Davon nur noch drei von ursprünglich sechs Frauen und nach wie vor fünf Männer.

Männer im Dschungelcamp halten sich heuer zurück

Was dabei aufgefallen ist: wie sehr sich die männlichen Teilnehmer zurücknehmen, während die Frauen, allen voran die im Camp verbliebenen Linda Nobat und die Schauspielerin Anouschka Renzi ordentlich Gas geben. Letztere lässt keine Gelegenheit aus, um sich über die Gegebenheiten im Lager zu beschweren und sich mit ihren Mitbewerber:innen anzulegen. „Ich bin wenigstens ein Star“, ließ sie am Tag von Taras Abwahl vernehmen, nämlich im Gegensatz zu allen anderen hier. Okay. Auf der anderen Seite: Wie oft Linda Nobat „Scheiße“ oder „Bitch“ gesagt hat, ich hab zu zählen aufgehört. Die dritte Frau im Bunde, die mit dem Film „Manta, Manta“ bekannt gewordene Schauspielerin Tina Ruland wiederum versucht, mit möglichst „normalem“ Verhalten zu punkten, das gelegentlich ins Passiv-Aggressive kippt. Laute Worte sind jedenfalls nicht so ihr Ding.

Immerhin: Modeschöpfer Harald Glööckler übt sich nicht nur in Gleichmut, sondern verfällt auch hin und wieder in dezenten Lästermodus. Ansonsten eine überraschend sympathische Erscheinung. Der bereits erwähnte Filip Pavlović ist laut und stolz darauf, dass er nicht kochen kann. „Prince Charming“-Teilnehmer Manuel Flickinger und Promi-Bodyguard Peter Althof sind bis dato weder besonders positiv noch negativ aufgefallen.

Einer macht jetzt doch Stunk im Dschungelcamp

Das hat bis gestern auch für den einstigen „GZSZ“-Star Eric Stehfest gegolten, der bisher besonders ruhig im Hintergrund agiert hat. Bei seiner letzten Dschungelprüfung ist er nicht einmal angetreten, sondern hat sofort abgebrochen, um danach einen Monolog zu halten. „Ich hab tatsächlich keine Angst, nur es ist so, dass es im Camp Menschen gibt, die ganz frei heraus sagen, dass sie mich richtig scheiße finden“, erklärte er. „Deshalb bin ich nicht bereit, für Menschen Essen zu erspielen, die mich nicht leiden können.“ Er selber komme mit Reis und Wasser gut aus. Seine Mitcamper:innen ließ er wissen, dass sie jemand anderen zu den Prüfungen schicken sollten, sollten sie etwas essen wollen: „Für mich gibt‘s kein Team“. Später bereute er seine Entscheidung, nachdem er Aussprache mit einzelnen Personen halten konnte. Erst denken, dann handeln, lieber Eric.

Gehen musste übrigens niemand, da das Team durch den Rauswurf von Janina Youssefian und dem Ausfall von Luca Cordalis ohnehin schon frühzeitig geschrumpft sei. Wie sich das Geschlechterverhältnis weiter entwickeln wird, wir werden sehen.

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