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Nutzer:innen verschwinden, die Aktie bricht ein - Facebook/Meta steht am Anfang vom Ende

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Von: Christian Kisler

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Montage: Mark Zuckerberg, ein Smartphone mit dem Facebook-Logo
Mark Zuckerberg hat mit dem Verlust von Facebook-User:innen und einem Aktieneinbruch zu kämpfen. © Xinhua/IMAGO/Mohssen Assanimoghaddam/dpa/APA-PictureDesk/BuzzFeed Austria

Nachdem Facebook zuletzt das erste Mal überhaupt User:innen abhandengekommen sind, ist die Aktie des Mutterkonzerns Meta um ein Viertel eingebrochen. Mark Zuckerbergs Unternehmen hat seine besten Tage wohl hinter sich.

Nein, Facebook ist noch lange nicht dem Untergang geweiht. Alle, die sich bereits schadenfroh die Hände gerieben haben, müssen enttäuscht werden. Nur: Es lief schon einmal besser für den Konzern, der ja gar nicht mehr Facebook, sondern Meta heißt. Das Netzwerk Facebook selbst darf seinen Namen freilich behalten, auch für WhatsApp und Instagram, beides im Besitz des Unternehmens, ändert sich nichts.

Verlust von Facebook-User:Innen löst kleines Erdbeben aus

Dennoch hat die Meldung, dass das Social Network Facebook im letzten Quartal das erste Mal in seiner Geschichte User:innen verloren hat, gleich eine ganze Million, ein kleines Erdbeben ausgelöst. Wobei sich das wieder relativiert, sieht man sich an, wie viele Menschen den Dienst tatsächlich nutzen, nämlich über 1,9 Milliarden. Dennoch hat es für einen Aktieneinbruch von fast 25 Prozent und ein Tagesminus an der US-amerikanischen Nasdaq-Börse gesorgt. Der Unternehmenswert schrumpfte um rund 220 Milliarden US-Dollar.

Der User:innen-Verlust war eigentlich nur eine Frage der Zeit. Schon in den Jahren 2013 bis 2017 sank der Anteil unter 14- bis 19-Jährigen von 90 auf 61 Prozent, Tendenz stark fallend. Dafür kamen immer mehr über 60-Jährige auf den Geschmack, ihr Anteil legte im gleichen Zeitraum von 47 auf 70 Prozent zu. Dass sich der Spagat irgendwann nicht mehr bewältigen lassen wird, lag schon länger auf der Hand. Wann hast du das letzte Mal einen Blick auf deinen Facebook-Account geworfen - so du überhaupt einen hast? Snapchat und vor allem TikTok haben Facebook längst den Rang abgelaufen, auch Instagram stagniert.

Mark Zuckerberg steckt Unmengen Geld in sein Metaverse

Facebook-Gründer Mark Zuckerberg hat zudem bereits jetzt 10 Milliarden US-Dollar in die Entwicklung seines Liebkindes, des ominösen Metaverse gesteckt. Wir erinnern uns: Das Metaverse ist ein weltweiter, virtueller Raum, eine digitale Welt, die von uns gemeinsam geschaffen und erweitert werden kann, in der wir in Form von Avataren wandeln und handeln können. In dieser Virtual Reality, auf Deutsch: Virtuelle Realität, kurz VR, bist du von der Außenwelt komplett abgeschottet. Nicht unbedingt breitenwirksam. Übrigens keine Erfindung von Zuckerberg, sondern ein 30 Jahre altes Hirngespinst eines Science-Fiction-Autors.

Heuer will Zuckerberg noch einmal 20 Millionen in das Projekt Metaverse hineinpumpen. Dabei steht er vor drei Problemen. Erstens: Rechnen wird sich das erst, wenn überhaupt, in fünf bis zehn Jahren, benötigt man dafür ja bedeutend höhere Internetbandbreiten als jene, die bis jetzt angeboten werden. Zweitens: Die jetzt schon verscherbelten, nicht gerade formschönen VR-Brillen aus eigenem Haus mit dem Namen Oculus sind alles andere als Verkaufsschlager, sondern sorgen für Verluste. Dabei sind sie das Um und Auf, um das Metaverse überhaupt erleben zu können.

Zuckerberg ist nicht gut auf Apple zu sprechen

Und drittens: Die Konkurrenz schläft nicht, allen voran Apple. Ende des Jahres will der Konzern eigene Brillen präsentieren, wobei man statt auf VR auf AR, also Augmented Reality setzt. Das ist sogenannte erweiterte Realität, bekannt durch Pokémon Go, bei dem virtuelle Wesen in der realen Welt gefangen werden können, um gegeneinander anzutreten. Auch Apps, die etwa Kunstwerke zum Leben erwecken und damit eine weitere Dimension eröffnen oder animierte Information bieten, sind keine Seltenheit mehr. Bei all diesen Anwendungen schaust du über dein Smartphone auf die Welt und bist nicht von dieser ausgeschlossen.

Überhaupt Apple: Auf den Erfinder von iPhone und iPod ist Zuckerberg gar nicht gut zu sprechen. Apple fragt seit letztem Jahr seine iPhone-Nutzer:innen, ob sie das Tracking, also das Verfolgen der Nutzungsgewohnheiten auf ihren Smartphones erlauben. Das lehnen viele ab. Für Meta ein Problem, lebt man doch davon, auf seinen Plattformen benutzer:innendefinierte Werbung zu schalten. Und durch Apples Frage nach dem Tracking entgehen Meta viele persönliche Daten seiner User:innen, etwa wann und mit wem sie sich wo aufhalten. So verliere man angeblich nicht weniger als zehn Milliarden US-Dollar. Schuld sind ja immer die anderen. Trotzdem: auch für einen angeschlagenen Riesen viel Geld.

Meta kopiert die Konkurrenz

Dass Zuckerberg seine Untergebenen nach dem Aktieneinbruch darauf eingeschworen haben soll, all ihre Energie in die Reels auf Instagram zu stecken, um so TikTok die Stirn bieten zu können, wundert wenig. Ob Meta auf lange Sicht den Karren aus dem Dreck ziehen wird können, indem es die Features der Mitbewerber:innen kopiert, bleibt allerdings fraglich.

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