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Das Frequency Festival setzt den Festival-Reigen fort - mit vielen, vielen Klos

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Von: Christian Kisler

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Montage: Badende in der Traisen, Crowdsurfing beim Frequency Festival
Abkühlung zwischen und Crowdsurfing bei den Konzerten wird es auch heuer am Frequency Festival geben. © Herbert P. Oczeret/APA-PictureDesk/BuzzFeed Austria

Nach zwei Jahren pandemiebedingter Pause findet das Frequency Festival wieder statt. Unter anderem gibt es weit mehr Toiletten als sonst.

„Underwhelming“ ist das erste Wort, das mir am einfällt, wenn ich die Details zum ersten Frequency Festival seit 2019 lese. Ein schönes Wort aus dem Englischen, das ich am ehesten mit „wenig überzeugend“ oder „nicht gerade überwältigend“ übersetzen würde, und das trifft es auch nicht wirklich so ganz. Es ist quasi das Gegenteil von „overwhelming“, auf Deutsch „berauschend“. Und genau das ist es: underwhelming, ein wenig enttäuschend. Das in erster Linie wegen zwei Dingen. Erstens: wer so zwischen 18. und 20. August in St. Pölten, auftreten wird - nach zwei Jahren Pause hätte zumindest ich erwartet, dass sich das Frequency Festival mit großen Namen und einem lautstarken Lebenszeichen zurückmeldet. Aber nein.

Das Frequency Festival fährt auf Sparflamme

Stattdessen bäckt man lieber kleinere Brötchen und bringt mit den Glass Animals, den Lost Frequencies und Jason Derulo wenigstens ein paar Acts, die in der jüngeren Vergangenheit in den Top Ten der österreichischen Charts waren und/oder sind. Das wird Veranstalter Harry Jenner auch nicht müde zu betonen. Ansonsten stehen Bilderbuch, AnnenMayKantereit, Lewis Capaldi, RAF Camora und die Hip-Hop-Vetaranen Cypress Hill groß auf den Plakaten. Wenigstens liest sich das Line-up nicht wie das vor 20 Jahren - im Gegensatz wie jenes des Nova Rock Festivals. Dort mussten allerdings die Foo Fighters nach dem viel zu frühen Tod von Drummer und Publikumsliebling Taylor Hawkins absagen, Ersatz gibt es bis dato keinen.

Zurück zum Frequency und zum zweiten Grund, warum die News um das Festival ein bisserl underwhelming sind. Bei aller Freude, dass im dritten Jahr, das wir mit COVID-19 verbringen müssen, Konzerte im großen Stil stattfinden können: Man hat auf jegliche Kontrollen in Form von Tests oder das Einhalten von 2G- beziehungsweise 3G-Regeln schlicht verzichtet. Da gibt es wiederum Parallelen zum Nova Rock. Dabei wies Jenner stolz darauf hin, dass das Hygienekonzept „maximal“ ausgebaut werden soll.

Mehr Klopapier am Frequency Festival - endlich!

Was heißt das jetzt? Es soll - endlich! - mehr Klos geben und Waschanlagen auf dem Gelände geben, außerdem mehr Klopapier und Papierhandtücher. Maßnahmen, die auch ohne Corona dringend notwendig gewesen wären. Und natürlich ist das alles fein, aber irgendwie zu wenig, zu spät. Löblich immerhin, dass die Besucher:innenströme auf Wegen und überall dort, wo man sich anstellen muss, „entzerrt“ werden soll. Wie, das ist noch nicht bekannt.

Was nicht vergessen darf: Nicht wenige, wenn auch bei weitem nicht die Mehrheit der Gäste, besuchen das Festival in St. Pölten, nicht der Musik wegen. Sondern, um Party zu machen, Leute treffen, dem Vollrausch frönen, bei den sommerlichen Temperaturen Abkühlung in der Traisen suchen. Das ist ihr gutes Recht, das gehört zu einem Festival dazu, meistens klappt das auch ohne gröbere Auseinandersetzungen oder sonstige Zwischenfälle.

Ein Brückeneinsturz mit 30 Verletzten, wie 2005, als das Frequency noch in Salzburg über die Bühne ging, ist eine Seltenheit. Damals war das auch der Tatsache geschuldet, dass zu viele Menschen auf dem Gelände zugelassen waren. Das hat man im Griff und soll ja dank der „Entzerrung“ heuer noch besser werden. Einzig ein geileres Line-up hätte ich mir persönlich gewünscht. Tut der Beleibtheit aber offensichtlich keinen Abbruch, Karten sind bereits Mangelware.

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