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Das Mutter-Tochter-Paar bei GNTM ist so österreichisch - ich liebe es

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Von: Emily Erhold

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Heidi Klum bei den Dreharbeiten zu GNTM
Heidi Klum präsentiert auch heuer wieder GNTM. © Jens Krick/Imago

Bei der diesjährigen Staffel von Germany‘s Next Topmodel sind zwei Klosterneuburgerinnen dabei. Das Mutter-Tochter-Gespann bringt österreichische Wurschtigkeit in die deutsche Casting-Show.

Ab Februar wird bei mir zu Hause jeden Donnerstag das Popcorn in die Mikrowelle geschmissen, ein Bier aufgemacht und ProSieben eingeschaltet. GNTM ist ein wichtiges Ereignis in meinem Leben, obwohl ich sonst kein Reality-TV schaue (Auch nicht Dschungelcamp, egal wie sehr es meine Kolleg:innen feiern). Für eine Freundin und mich ist es bereits Tradition, mit einem Auge die Meeeedchen von Heidi Klum (die sie ab dieser Staffel ENDLICH nicht mehr Meeeedchen nennen will) zu beobachten und mit dem anderen Twitter. Das Twitter-Monitoring ist dazu da, um Bestätigung für unsere Meinung über die schreckliche, aber süchtig machende Show zu bekommen. Eh normal, oder?

Neue Staffel GNTM mit „älteren“ Models

Am 3. Februar war es heuer wieder so weit. Die neue Staffel ist angelaufen. Schon in den letzten Jahren hat Model-Mama Heidi Klum auf Biegen und Brechen versucht, den Zuseher:innen zu beweisen, dass sie Diversity in alle Richtungen echt feiert (wie divers die ersten zehn Staffeln waren, lassen wir jetzt einmal außen vor). Dieses Mal scheinen die Producer:innen aber Heidi vor den Dreharbeiten gefragt zu haben: „Wie divers willst du GNTM heuer präsentieren?“ und das Model dürfte geantwortet haben: „Ja!“.

Zum ersten Mal gibt es auch „ältere“ Models. Zumindest älter als die sonst gerade einmal volljährigen Kandidatinnen. Die 68-jährige Barbara ist jetzt schon mein Favorit, weil sie in der ersten Folge den leiwandsten Einteiler anhatte, den ich je gesehen habe. Die zwei Jahre jüngere Lieselotte war in den 80ern in der ersten Frauenband der DDR und dafür liebe ich sie. Außerdem - und das ist das beste, das je während GNTM passiert ist - gibt es auch ein Mutter-Tochter-Gespann, und zwar aus Österreich.

Lou-Anne und Martina: Mutter und Tochter bringen österreichischen Charme zu GNTM

Der Moment, als Lou-Anne und ihre Mutter Martina das erste Mal auf dem Bildschirm erscheinen, wissen meine Freundin und ich noch nicht, dass sie Österreicherinnen sind. Das ändert sich schlagartig, als die erste von ihnen den Mund aufmacht. Diese Tonlage, diese Aussprache, diese ruhige, leicht sedierte „eh ois wurscht“-Einstellung: Es gibt keinen schöneren Klang als den österreichischen Dialekt inmitten von hohen, super deutschen, lang gezogenen Vokalen, die vielleicht sogar auf „ey“ und „krass“ folgen. Für manche mag es ein wenig cringy sein, in diesem Setting österreichisch zu hören, für mich ist es wie Balsam für die Ohren.

Aber nicht nur die Sprache, auch die Art der zwei Klosterneuburgerinnen ist so wunderschön österreichisch, dass ich mich jetzt schon auf die nächste Folge freue und hoffe, dass die beiden auch ordentlich viel Screen-Time bekommen. Während andere Kandidat:innen - wie jedes Jahr - beim aus irgendeinem Grund für sie überraschenden ersten Treffen mit Heidi Klum fast in Ohnmacht fallen oder dem Supermodel am liebsten das Gesicht ablecken würden, bringen die Österreicherinnen eine gscheite Portion österreichische Gemütlichkeit in die Show.

Auch ihre Mutter-Tochter-Beziehung ist einfach großartig. Das hat vielleicht nichts damit zu tun, dass sie aus Österreich sind, aber muss trotzdem gesagt werden. Wer die Sendung gestern gesehen hat, wird sich wohl unweigerlich vorgestellt haben, wie es ist, mit der eigenen Mutter an einer Show teilzunehmen, die darauf abzielt, dem Publikum möglichst viel Drama und Entertainment zu bieten.

Kommunikation über Blicke

Die beiden scheinen der Sache gelassen entgegenzusehen. Die 18-jährige Lou-Anne erklärt in der ersten Folge, dass sie sich sogar eine Strategie überlegt haben, um einem potenziellen Mutter-Tochter-Streit aus dem Weg zu gehen: „Wir sagen uns das dann mit einem Blick.“ RESPEKT! Als ich Teenagerin war, hätte nur ein falsches Augenzucken vonseiten meiner Mutter gereicht und ich wäre ausgezuckt.

Lou-Anne und Martina kaufe ich aber sofort ab, dass die beiden keinen Familienstreit vor der Kamera austragen. Von ihrem ruhigen, unaufgeregten und freundschaftlichen Umgang miteinander können wir uns alle etwas abschauen. Selbst als Martina - typisch Mama - ihrer Tochter, nach deren erstem Walk auf dem Laufsteg, ein paar Pointers zuschiebt, scheint das Lou-Anne nicht zu stören. Übrigens bewarben sich die beiden komplett unabhängig voneinander. Erst als Lou-Anne ihrer Mutter von ihrer Bewerbung erzählte, erfuhr sie, dass auch Martina ihre Fotos an Heidi geschickt hatte - da kommt wieder die österreichische „eh wurscht“-Einstellung zum Vorschein. And I am here for it. Ich freue mich, die beiden nächste Woche wieder zusehen.

Ois wurscht

Die zwei Österreicherinnen scheinen aber nicht die einzigen zu sein, die ihre Teilnahme ziemlich gelassen sehen. Vera mit dem pinken Vokuhila wirkt schon auf dem Weg zu Heidi Klum so, als wäre sie unabsichtlich in das Auto von GNTM gestiegen. Eine Mischung aus verpeilt und dann wieder total übermotiviert, scheint die Kandidatin nicht genau zu wissen, wieso sie sich überhaupt beworben hat. Sie steht irgendwie über den Dingen oder will zumindest über den Dingen stehen.

Too cool for school also - das dürfte das Image sein, dass sie der Öffentlichkeit von sich zeigen möchte. Auch ihr ist irgendwie ois wurscht. So sehr sogar, dass im Internet mittlerweile Gerüchte kursieren, sie wäre von keinem geringeren als Jan Böhmermann in die Show geschleust worden. Wir werden‘s ja sehen.

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