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Auf dem Vordach der Albertina wurde ein riesiger Revolver installiert - als Friedenssymbol

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Von: Christian Kisler

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Das Kunstwerk „Imagine, ein überdimensionierter Revolver in einem Käfig, vor der Albertina mit Direktor Klaus Albrecht Schröder.
Das Kunstwerk „Imagine“, ein überdimensionierter Revolver in einem Käfig, vor der Albertina mit Direktor Klaus Albrecht Schröder. © Tobias Steinmaurer/eSeL Lorenz Seidler/Albertina//OTS/APA-PictureDesk/BuzzFeed Austria

Vor der Albertina in Wien ist seit kurzem ein gigantischer Revolver in einem Käfig zu sehen. Er soll dort als Friedensbotschaft bis Oktober bleiben.

Seit über fünf Monaten tobt in der Ukraine von Russlands Machthaber Vladimir Putin angezettelter Angriffskrieg. Mit weltweit spürbaren Folgen: galoppierende Inflation, Gasmangel, kaum Getreide auf dem Weltmarkt, unfassbar hohe Strompreise. Ungeachtet dessen sind rund 9, 5 Millionen Menschen auf der Flucht, die meisten von ihnen Frauen und Kinder. Rund 72.000 sind mittlerweile in Österreich. Versuche, ihnen ein halbwegs normales Leben zu ermöglichen, gibt es genug, sei es, 800 Schüler:innen aus der Ukraine die Matura zu ermöglichen oder 900 ukrainischen Kindern und Jugendlichen Deutschkurse zu schenken. Tropfen auf den heißen Stein.

Der Revolver im Käfig trägt den Namen eines John-Lennon-Songs

Unruhen und kriegerische Auseinandersetzungen stehen in vielen Ländern dieser Erde auf der Tagesordnung, in den USA kommt es fast täglich zu Schießereien. Was hat das mit der Albertina zu tun, einem Kunstmuseum, das einige der bedeutendsten Sammlungen der Welt beherbergt? Mehr als du auf den ersten Blick denkst. Auf dem Wing davor, dem Flugdach des Museums, befindet sich seit kurzem ein überdimensionierter Revolver in einem Käfig.

Dass es sich dabei um ein Kunstwerk handelt, liegt auf der Hand, gleichzeitig solle es ein Symbol für Frieden sein. Benannt wurde es nach dem John-Lennon-Song „Imagine“, geschaffen wurde es vom 2018 verstorbenen kroatischen Konzeptkünstler Vladimir Dodig Trokut, der mehr als fünf Jahre an dem Kunstwerk gearbeitet hatte.

„Mit diesem Werk des bekannten kroatischen Künstlers Vladimir Dodig Trokut wollen wir darauf aufmerksam machen, dass Gewalt in jeglicher Form begrenzt werden, in ihre Schranken verwiesen werden muss“, erklärte Albertina-Direktor Klaus Albrecht Schröder bei der Präsentationauf dem Wing. „Das betrifft Kriege ebenso, wie das Thema individueller Gewalt und des privaten Waffenbesitzes, der in den USA jedes Jahr weiter eskaliert. Noch nie haben so viele Kinder auf Kinder geschossen.“

„Imagine“ ist aktueller denn je

„Imagine“ besteht aus einem fast drei Meter hohen Käfig, in dem der besagte überlebensgroße Revolver angebracht ist. Dabei ist das Werk angesichts von Krieg und Schießereien aktueller denn je, vermittelt es doch eine deutliche Friedensbotschaft. Die Installation ist in den letzten Jahren international immer wieder gezeigt worden, so auch auf der documenta.

„Auf der Bastei der Albertina werden täglich unzählige Selfies gemacht“, so Schröder. „Wir sollten dabei auch daran denken, dass diese schöne Umgebung nicht vom Himmel gefallen ist, sondern von uns täglich erarbeitet werden muss.“ Der Krieg in der Ukraine macht uns nur allzu deutlich, dass Frieden keine Selbstverständlichkeit ist.

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