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Juju: Alles, was ihr über die erfolgreiche Rapperin wissen müsst

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Von: Sophie Marie Unger

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Rapperin Juju gewinnt den Titel beste deutsche Nachwuchskünstlerin bei den MTV Music Awards 2019.
Rapperin Juju ist bei Fans beliebt, weil sie „authentisch“ ist. © Hubert Boesl/APA Picturedesk

Rapperin Jujus Karriere startete als Teil des Hip-Hop-Duos SXTN, gefolgt von einer erfolgreichen Solokarriere und Feature-Tracks mit namhaften Musikern.

Rapperin Juju gelang mit „Vermissen“ der Durchbuch als Solokünstlerin, es folgten zahlreiche Auszeichnungen, darunter die zum „Best German Artist“ 2019.

Juju: Kindheit und Werdegang der Rapperin

Am 20. November 1992 kam Juju ‒ bürgerlicher Name Judith Wessendorf ‒ in Berlin zur Welt. Der Vater war gebürtiger Marokkaner, aufgewachsen ist die Sängerin bei ihrer deutschen Mutter im Bezirk Neukölln. Ihr Vater war nie anwesend, ihre Mutter, eine Krankenschwester, überfordert mit der Erziehung ihrer einzigen Tochter. Die Umstände, unter denen sie aufwuchs, bezeichnete die Rapperin in einem späteren Interview als katastrophal, sie erzählt von „Ausrasten und Gewalt“. Juju besuchte bis zur neunten Klasse das Ernst-Abbe-Gymnasium, anschließend brach sie gegen den Wunsch ihrer Mutter die Schule ab ‒ „Ich wollte mir nichts sagen lassen.“

Mit zwölf Jahren war sie Teil einer Mädchengang, mit 16 zog sie zu Freunden, es drohte die Gefahr, auf die schiefe Bahn zu geraten. Die Musik ihrer Kindheit war geprägt von deutschem Rap. Inspiriert durch das Label Aggro Berlin und die dort publizierten Berliner Rapper begann sie im Alter von 14 Jahren selbst zu rappen ‒ zunächst nur im Freundeskreis, doch mit 17 trat sie in der Reimliga Battle Arena zu einem Rap-Battle an. Auch wenn sie dieses verlor, waren doch die Weichen längst in Richtung Rap gestellt. Der Musik von Eminem fühlte sie sich besonders verbunden: „Ich dachte, das ist ja mein Seelenverwandter! Der weiß ja genau, was bei uns abgeht.“

Rapperin Juju und Nura gründeten das Hip-Hop-Duo SXTN

Früh traf Rapperin Juju auf Menschen, die ihre Begabung erkannten. Mit einem Freund nahm sie erste Tracks mit halbwegs professionellem Equipment auf. Als einzige Frau in einer ansonsten männlichen Gruppe von Rappern konnte sie die Erfahrung mitnehmen, „dass es nicht darum geht, ob ich eine Frau oder ein Mann bin, sondern darum, wie ich meine Stimme einsetze und wie ich rappe.“ 2010 lernten sich Juju und Nura Habib Homer in einer Bar kennen. Als Sängerin war Nura zuvor bei „The toten Crackhuren im Kofferraum“ in Erscheinung getreten.

Vier Jahre nach der ersten Begegnung riefen sie das Duo SXTN ins Leben. Gemeinsam gelang es ihnen, sich in der männlich dominierten Rapperszene einen Namen zu machen. Was provokante und vulgäre Texte anging, standen sie ihren männlichen Kollegen in nichts nach. Meist ging es um Drogen, Alkohol, Probleme in der Schule, Schwierigkeiten mit den Eltern oder dem Freund ‒ durchzogen von „Beschimpfungen und Fäkalsprache“. Besonders die jungen Fans waren begeistert, dass hier einmal die taffen Mädels „von Party zu Party ziehen, Alkohol trinken, kiffen und sich dabei nicht von Männern dumm anmachen lassen“. Mit dem Erfolg erfüllte sich für die beiden Freundinnen der Traum vom Rapper-Lifestyle.

Die größten Erfolge als Solo-Künstlerin

Nach dem SXTN-Aus startete die Rapperin erfolgreich als Solokünstlerin durch. Gleich mit ihrer ersten Single „Melodien“ stürmte sie gemeinsam mit Rapper Capital Bra die deutschen Singlecharts: Platz eins in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Ihr erstes Soloalbum „Bling Bling“ hielt sich 2019 insgesamt 24 Wochen lang in den deutschen Charts. Alle zwölf Songs des Albums stammten von Juju selbst, das Cover zierte ein Schwarz-Weiß-Porträt der Sängerin mit geschlossenen Augen. Die ausgekoppelte Single „Vermissen“ war ihr zweiter Nummer-eins-Erfolg und brachte den endgültigen Durchbruch, Platin inklusive.

Das Musikvideo zum Song generierte insgesamt 72 Millionen Klicks auf YouTube. Den emotionalen Liebeskummer-Titel über enttäuschte Gefühle hatte sie zusammen mit Duettpartner Henning May eingesungen, ebenfalls erfolgreich war ihr Track „Freisein“, auf dem der Mannheimer Sänger Xavier Naidoo zu hören ist. Gemeinsam mit Rapper-Kollegin Loredana veröffentlichte Juju im Januar 2020 mit „Kein Wort“ den nächsten Nummer-eins-Song und stellte ganz nebenbei noch einen neuen Rekord auf: die meisten Streams eines deutschen Songs am Erscheinungstag. Im Juli 2020 erschien die Single „Vertrau mir“, gemeinsam mit Bausa veröffentlichte sie im August 2020 die Single „2012“.

Juju: Dafür wurde sie ausgezeichnet

Für ihre Musik erhielt die Sängerin in den Jahren 2019 und 2020 verschiedenste Preise und Auszeichnungen. So wurde sie im November 2019 bei den MTV Europe Music Awards zum „Best German Artist“ gewählt. Hinzu kamen Auszeichnungen für ihre Single „Vermissen“, die ihr die 1 Live-Krone in den Kategorien „Beste Künstlerin“ und „Beste Single“ einbrachte. Als Rapperin durfte sich Juju in den letzten Jahren über folgende Auszeichnungen freuen:

Mit dem Erfolg kann die Rapperin gut umgehen, unter Druck setzen lässt sie sich nicht. „Ich glaube an die künstlerische Freiheit. Außerdem finde ich, dass man immer das sagen sollte, was man sagen will, auch wenn das manchen Leuten nicht gefällt ‒ gerade, wenn man Rap macht.“ Über Instagram lässt Juju ihre Fans mit Fotos und Konzertmitschnitten an ihrem Erfolg teilhaben.

Die Rapperin Juju steht für vollkommene Authentizität

Ihre Fans mögen die Rapperin, „weil sie authentisch ist“ und „ihre Texte sind einfach gut und wahr“. In ihren Songs verarbeitet sie eigene Erfahrungen, wenn sie beispielsweise in „Intro“ andeutet, dass sie der schiefen Bahn knapp entkommen ist: „Nicht, dass ich jetzt Gangstersachen gemacht hätte, aber du hast halt keine Perspektive und baust Scheiße, und dann bist du eben in anderen Kreisen unterwegs.“

In ihren Songs thematisiert sie immer wieder sehr ehrlich die Verhältnisse, in denen sie aufgewachsen ist. Und während sie mit SXTN noch ihre eigene Mittellosigkeit im Song „Kein Geld“ beschrieb, singt die Sängerin in ihrem Debütalbum „Bling Bling“ von Protz und davon, es zu etwas gebracht zu haben und sich nun Designer-Kleidung leisten zu können.

Von Gabi Knapp

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