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7 Songs, die mindestens so schlimm wie „Layla“ sind - oder schlimmer

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Von: Christian Kisler

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Montage: Archiv-Aufnahmen von Falco und Die Ärzte
Sowohl Falco als auch Die Ärzte haben gehörig daneben gegriffen. © Brigani-Art/Imago/Keystone/Hardy Schiffler/Picture Alliance/APA-PictureDesk/BuzzFeed Austria

Der Schlager „Layla“ von DJ Robin und Schürze ist sexistisch und auch sonst nicht besonders gelungen. Diese Tracks aber haben das Zeug, ihn zu unterbieten.

Wer hätte gedacht, dass einer der heuer zumindest im deutschsprachigen Raum größten und meistdiskutierten Hits ein Schlager ist? Schließlich leben wir nicht mehr in den 1970er Jahren, als Schlager die Hitparaden, wie die Charts damals noch hießen, fest im Griff hatte. Auch nicht in den 1990er Jahren, als ihm ein Revival mit ironischem Augenzwinkern widerfuhr.

Irgendwann hatte Schlager aber beschlossen, zu bleiben, auch ganz ohne dieses Augenzwinkern. Und irgendwann ist er am Ballermann gelandet und hat ganz und gar unwahrscheinliche Erfolge einheimsen können. Die harmloseren Songs verherrlichten nur das Saufen, während nicht wenige offen sexistisch sind.

In diese lange Tradition darf sich nun der Schlager „Layla“ von DJ Robin und Schürze einreihen. Ein Lied gewordenes Stück toxische Männlichkeit und Sexismus, dass es neben seinem Ursprungsland auch in Österreich mühelos an die Spitze der Streaming- und Verkaufscharts schaffte. Dass Rufe laut wurden, „Layla“ zu verbieten, auch hierzulande am Villacher Kirchtag, hat mit an ziemlicher Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zu seinem Erfolg beigetragen.

Aber, jetzt kommt‘s, es gibt zahlreiche mindestens ebenso widerliche, schlimme, wenn nicht sogar üblere Songs. Hier eine kleine, den Brechreiz anregende Auswahl. Auf ins Reich des Grauens!

1. Die Ärzte: Elke (1988)

Farin Urlaub und Bela B. hatten damals noch einen, sagen wir, eigentümlichen Sinn für Humor. Du kannst auch „frauenverachtend“ und „fat shaming“ dazu sagen. Immerhin distanziert man sich heute davon: „Sie hat zentnerschwere Schenkel. Sie ist unendlich fett. Neulich hab‘ ich sie bestiegen ohne Sauerstoffgerät.“

2. Falco: Jeanny (1985)

Falco ist hierzulande so etwas wie ein Heiligtum, das anzugreifen einem Sakrileg gleichkommt. Er war Österreichs einziger internationaler Pop-Star, wird heute aber überbewertet. Mit seinem Song „Jeanny“ griff er überhaupt gehörig daneben. Er kann als Stalking-, Vergewaltigungs-, Mord-Fantasie gelesen werden: „Sie kommen, dich zu holen. Sie werden dich nicht finden. Niemand wird dich finden, du bist bei mir!“

3. Freddy Quinn: Wir (1966)

Der Niederösterreicher Freddy Quinn war einer der größten Stars der deutschsprachigen 1950er und 1960er Jahre. 1966 hatte er mit „Wir“ seinen letzten Hit, als die Haare der Jugend länger wurden, was den Altvorderen eindeutig missfiel: „Wer will nicht mit Gammlern verwechselt werden? Wir! Wer sorgt sich um den Frieden auf Erden? Wir! Ihr lungert herum in Parks und den Gassen. Wer kann eure sinnlose Faulheit nicht fassen? Wir!“ Wäre er nicht eine Generation zu alt dafür, wäre ich versucht zu sagen: OK, Boomer!

4. Die Hinichen: Wir mischen auf im Frauenhaus (2001)

Zu dieser Wiener „Band“ erübrigt sich jeder Kommentar. Das hat weder mit Satire noch mit Ironie etwas zu tun, noch nicht einmal mit Sarkasmus. Das hier ist nur gewaltverherrlichend und sexistisch, einfach abstoßend. „Wir mischen auf im Frauenhaus, wir peitschen die Emanzen aus. (...) Die Fotzen - ja, die g’hörn verdroschen, zuerst aufs Aug’ und dann in d’ Goschen.“ Der widerlichste Beitrag hier. Mit Abstand. Und das muss man einmal schaffen.

5. Peter Cornelius: Du entschuldige - i kenn‘ di (1981)

Okay, nach diesem Schock kommt der Cornelius-Klassiker vergleichsweise harmlos daher. Es mutet nur ein wenig seltsam an, wenn ein erwachsener Mann seine Schulhofliebe zu erkennen glaubt, „die mit dreizehn schon kokett war. Mehr als was erlaubt war. Und die enge Jeans ang‘habt hat.“ Mehr als cringy.

6. Mickie Krause: 10 nackte Friseusen (1999)

Der Ballermann-Hit schlechthin vom Mann mit der absichtlich schlecht sitzenden Perücke darf in einer Liste wie dieser natürlich nicht fehlen - leider. „Ich will zehn nackte Friseusen, zehn nackte Friseusen, zehn nackte Friseusen mit richtig feuchten … Haaren.“ Was haben wir gelacht. NOT.

7. Mirja Boes aka Möhre: 20 Zentimeter (2001)

Auch Frauen können mit fragwürdigem Humor aufwarten. Mirja Boes kennst du heute vielleicht als Komikerin, Schauspielerin und Gastronomin, ihre Anfänge machte sie unter dem Künstlernamen „Möhre“ in Mallorca auf dem, richtig, Ballermann. „In der Kürze liegt die Würze. Doch ich mag es lang und dick. Und bist du zu kurz gekommen, kommst du bei mir nicht zum … Flirt!“ Pruuuuhaarrhaar ... nein, lieber nicht.

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