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YouTuber Logan Paul gibt Millionen für gefakte Pokémon-Karten aus und sorgt für Spott

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Von: Christian Kisler

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Ein Karton mit Pokémon-Karten der ersten Generation, YouTuber Logan Paul
YouTuber Logan Paul saß beim Kauf von Pokémon-Karten einem Betrug auf. © Eva Uzcategui/AFP/Hansons/Action Press/APA-PictureDesk/BuzzFeed Austria

YouTuber Logan Paul ist für seine umstrittenen bis hirnrissigen Aktionen bekannt. Jetzt ist er selbst Opfer seines Übermuts geworden. Er hat Millionen in gefakte Pokémon-Karten investiert.

Wo anfangen bei einer Figur wie Logan Paul? zunächst sollte man den 26-jährigen US-Amerikaner nicht mit Paul Logan verwechseln, einem 48-jährigen Schauspieler, ebenfalls aus den USA. Umso verwirrender, versucht sich der gute Logan Paul doch selbst immer wieder als Schauspieler. Bekannt geworden ist er aber über Social Media, mittlerweile über YouTube. Dort kann er 23 Millionen Abonnent:innen aufweisen, womit er einer zahlenstärksten des Video-Dienstes ist.

Mit einem Video-Dienst hat auch alles angefangen, nämlich mit dem nicht mehr existierenden Vine. Dort konnte man lange vor TikTok kurze Videos hochladen, in einer Länge von maximal sechs Sekunden. Und dort ist Logan Paul, zu diesem Zeitpunkt High-School-American-Football-Star und angehender Wrestler durch lustige Streiche und Stunts nicht nur aufgefallen, sondern auch zu richtig gut Kohle gekommen.

Pokémon-Sammler mit wenig Sachkenntnis

Heute ist er YouTuber, Podcast-Host, Gelegenheitsschauspieler, semiprofessioneller Boxer, NFT-Sammler - und begeisterter Sammler von Pokémon-Karten. Allerdings mit wenig Sachkenntnis, wie sich jetzt herausgestellt hat. Bereits im Dezember gab er bekannt, dass er nicht weniger als 3,5 Millionen Dollar für eine Kiste mit Pokémon-Karten der ersten Generation ausgegeben hat. Originalverpackt und authentifiziert.

Das rief einige Menschen, die mehr Ahnung als Logan Paul in Sachen Pokémon haben, auf den Plan. Und schnell kam der Verdacht auf, dass die Karten gefälscht sein könnten. Der Betreiber eines auf den Erwerb der schon längst nicht nur bei Kindern und Jugendlichen beliebten Sammel- und Tausch-Karten dokumentierte die Verkaufsgeschichte der Pokémon-Box ziemlich gründlich.

Logan Paul und ein Haufen Dilettanten

Das schaute schon mal nicht so gut aus. Allein, dass die Echtheit durch die Baseball Cards Exchange (BCE) bestätigt worden war, fanden einige reichlich seltsam. Zwar billigten sie der Organisation durchaus Wissen bei Baseball-Sammelkarten zu, ihre Expertise bei Pikachu und Co bezweifelten sie allerdings stark. Und es wurde nicht besser. Zwar war Logan Paul mittlerweile misstrauisch und beschlossen Übergabe und Öffnen der Boxen zu filmen. Die anwesenden Experten von der BCE bekleckerten sich allerdings nicht unbedingt mit Ruhm, was Fachwissen anbelangt.

Auch der Verkäufer, der selbst 2,7 Millionen Dollar für den Erwerb der vermeintlich wertvollen Karten springen hatte lassen, zeigte sich zumindest vor laufender Kamera erschreckend gutgläubig und dilettantisch. Der Schreck war jedenfalls groß, nachdem sich zeigte, dass der Inhalt der Pokémon-Kisten nicht das vorgab, was er versprach. In ihrem Inneren: wertlose G.I.-Joe-Sammelkarten. Ein groß angelegter - und das muss man zugeben - gelungener Betrug.

Logan Paul Verlust hält sich übrigens in Grenzen. Er bekam sein Geld bis auf den letzten Cent vom Verkäufer zurückerstattet. Und das Video verzeichnete innerhalb weniger Tage weit über vier Millionen Zugriffe auf YouTube. Dafür ist die Schadenfreude nicht klein, woran niemand anderer als Herr Paul selbst schuld ist, machte er in der Vergangenheit doch mit fetzendepperten bis geschmacklosen oder komplett jenseitigen Aktionen von sich reden.

Logan Paul schoss auf Ratten und posierte mit einer Leiche

Er schoss mit Tasern auf eine tote Ratte. Er fischte einen Karpfen aus einem Teich und verpasste diesem so lange eine Herzmassage, bis dieser erstickte. Er besucht den als „Selbstmordwald“ bezeichneten Aokigahara in Japan, drang in abgesperrte Bereiche vor, entdeckte tatsächlich die Leiche eines Mannes, der sich kurz davor das Leben genommen hatte und ließ sich mit dieser filmen. Um das Video auf YouTube und andere Social-Media-Kanäle zu stellen. Das Video wurde von YouTube entfernt, Logan Paul musste sich bei seinen Fans und den Hinterbliebenen entschuldigen und für eine Weile von der Bildfläche verschwinden.

Für Empörung, und das ganz zu Recht, sorgte 2019 seine Ankündigung, „ein Monat lang schwul“ zu leben, mit der Behauptung, Homosexualität wäre eine bewusste Entscheidung. Was wenig verwunderlich heftige Reaktionen hervorrief, nicht nur seitens der LGBTQIA+-Community. Nicht zuletzt aufgrund der Anzahl seiner Abonnent:innen und Follower:innen sei sich Logan Paul seiner Vorbildwirkung und Verantwortung immer noch nicht bewusst.

Logan Paul ist alles, nur kein Rassist

Was man dem Mann allerdings nicht vorwerfen kann: rassistisch zu sein. Nach dem Polizeimord an George Floyd ließ er mit einem erstaunlich reflektierten Statement aufhorchen, wonach ihm durchaus bewusst sei, dass man ihm seine „Streiche“ nur deshalb durchgehen lasse, weil er aussehe, wie er aussieht: groß, weiß und blond. Vielleicht ist ja noch nicht alles verloren. Auch wenn er bereits angedroht hat, später für das Amt des US-Präsidenten kandidieren zu wollen.

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