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Der verstorbene Modeschöpfer Thierry Mugler hieß eigentlich Manfred - seine Familie kam aus Linz

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Von: Christian Kisler

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Manfred Thierry Mugler 1994 und 2019
Manfred Thierry Mugler ist tot. Hier auf dem Höhepunkt seines Erfolgs 1994 und zuletzt 2019 © Weychardt/Ullstein Bild/Martin Oullet-Diotte/AFP/APA-PictureDesk

Streetstyle war seine Sache nicht. Manfred Thierry Mugler gehörte zu den großen Modeschöpfern der 1980er und 1990er, als es noch Supermodels und ausgefallene Kreationen gab. Nun ist der aus einer österreichischen Familie stammenden Designer verstorben.

Klingelt da was? Jean Paul Gaultier. Yves Saint Laurent. Claude Montana. Thierry Mugler. Sie waren die großen Modeschöpfer der 1980er und 1990er, die sich selbst wie Superstars feiern ließen. Über die Laufstege stolzierten sogenannte Supermodels wie Claudia Schiffer, Cindy Crawford und Naomi Campbell. Selbst wenn sich deine Eltern und Geschwister nicht für den ganzen Pomp und Firlefanz interessierten, an ihnen vorbeigegangen ist das garantiert nicht.

Manfred Thierry Mugler machte Modeschauen zum Ereignis

Manfred Thierry Mugler, wie er sich in den letzten Jahren nannte, ist am Sonntag plötzlich und unerwartet im Alter von 73 Jahren verstorben. Selbst wenn seine gleichsam ausladenden, futuristischen wie strengen Entwürfe Schnee von gestern sein mögen, sein Erbe bleibt. Ich meine damit weniger, dass seine Mode mittlerweile in Museen ausgestellt wird - was sie tatsächlich tut. Ich meine vielmehr: Er war es, der einst bierernste Modeschauen zum Happening machte, zu Großereignissen mit mehreren Tausend Besucher:innen. Womit er letztendlich auch unsäglichen Castingshows den Weg bereitete, etwa „Germany‘s Next Topmodel“, in der er erst Anfang 2021 als Gastjuror zu sehen war.

Nachdem sein Fashionimperium aufgrund veränderter Geschmäcker um die Jahrtausendwende zugrunde gegangen war, zog er sich aus der Modewelt zurück, übersiedelte nach New York, änderte seinen Vornamen und begann mit Bodybuilding. Dass aus „Thierry“ ein „Manfred“ wurde, liegt wohl auch an seinen Wurzeln. Die liegen tatsächlich in Linz, wo sein Vater als Arzt tätig war. Im Laufe des Zweiten Weltkriegs verschlug es die Familie nach Straßburg, wo Mugler 1948 zur Welt kam - als Manfred Thierry Mugler. Manfred Mugler klingt in der französischen Modewelt nicht besonders glamourös, also entschied er sich, für seinen zweiten Vornamen, Thierry.

Muglers Weg vom Balletttänzer zum Bodybuilder

Erstaunlich auch sein Werdegang, was das Bodybuilding anbelangt. Mager war Mugler, damals noch Thierry, schon in den 1990er Jahren nicht, als Jugendlicher aber machte er eine Ausbildung zum Balletttänzer an der Opéra national du Rhin. Kein Ort für Kraftlackel. In den letzten Jahren jedenfalls lebte Mugler sehr zurückgezogen, auch wenn er zwischendurch etwa Bühnenoutfits für Beyoncé entwarf. Popstars einzukleiden, darin hatte er Erfahrung, schon 1979 stattet er David Bowie für einen TV-Auftritt mit einem futuristischen Outfit aus.

Da er nicht mehr im Rampenlicht stand wie in den 1980ern 1990ern, verwunderte es schon sehr viele, wie verändert der Modeschöpfer plötzlich aussah, nicht nur in Sachen Körperbau. Das Erste, was dir Google vorschlägt, wenn du „Manfred Thierry Mugler“ eingibst, ist die Ergänzung „Gesicht“. Es beschäftigte also wohl nicht wenige. Wie er gegenüber der Zeitschrift „Numéro Homme“ angab, wurde sein Gesicht bei einem Unfall „komplett zerschlagen“ und musste chirurgisch wieder hergestellt werden. Seitdem wollte er, dass sein Ebenbild immer mehr einer Marmorstatue gleiche.

Nach Karl Lagerfeld vor drei Jahren ist mit Manfred Thierry ein weiterer Popstar unter den Modeschöpfern verstorben. Ich bin ja gespannt, wann er von der Stadt Linz als einer der ihren vereinnahmt wird, nur weil seine Eltern von dort stammen.

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