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„Eternals“: Die größten Hits und Fails rund um den Marvel-Film

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Von: Johannes Pressler

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Links im Bild die Eternal-Kriegerin Thena, gespielt von Angelina Jolie. Rechts im Bild die beiden Eternals Makkari und Druig, gespielt von Lauren Ridloff und Barry Keoghan.
Thena (links) und Makkari gemeinsam mit Druig (ganz rechts) aus dem neuen Marvel-Film „Eternals“. © Marvel Studios/Disney

Die Eternals sind im Marvel Cinematic Universe (MCU) angekommen. Hier sind die größten Hits und Fails des Blockbusters, der für einiges an Gesprächsstoff sorgte.

Seit „Avengers: Endgame“ hat sich im Marvel Cinematic Universe einiges getan. Mit Streaming-Angeboten wie „WandaVision“ und „Loki“ gibt es Marvel jetzt auch im Serienformat auf Disney+. Mit dem Film „Shang-Chi and the Legend of the Ten Rings“ wurde im September zudem ein neuer Comiccharakter vorgestellt.

Bevor im Dezember mit „Spider-Man: No Way Home“ das nächste ganz, ganz große Projekt bevorsteht, entschied sich Marvel Studios allerdings für einen durchaus riskanten Schachzug: die Einführung von gleich zehn (!) neuen Superheld:innen, den Eternals.

„Eternals“

Kinostart: 3. November 2021

Länge: 157 Minuten

Regie: Chloé Zhao

Besetzung: Gemma Chan, Richard Madden, Kumail Nanjiani, uvm.

Vorgänger: „Shang-Chi and the Legend of the Ten Rings“

Nachfolger: „Spider-Man: No Way Home“

„Eternals“ handelt von einer Gruppe Held:innen mit unterschiedlichen übermenschlichen Fähigkeiten, die die Erde seit dem Anbeginn der Menschheit beschützten. Ihnen gegenüber stehen gefährliche Kreaturen namens Deviants, die lange Zeit als verschollen galten. Jetzt sind die monströsen Aliens (oder was auch immer die sind) aber zurück und die Eternals erneut gezwungen, ihre Kräfte zu vereinen und die Menschheit zu retten.

Coole Superheld:innen auf der einen Seite, böse Kreaturen auf der anderen. Die klassische Formel für eine Comicverfilmung. Doch wie gelungen ist der Blockbuster wirklich? Hier sind die größten Hits und Fails von „Eternals“.

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Hit: Diversität

Der größte Pluspunkt gleich zu Beginn: „Eternals“ ist der bisher diverseste Film des mittlerweile 13 Jahre alten Marvel Cinematic Universe. Nachdem „Shang-Chi and the Legend of the Ten Rings“ der erste MCU-Film mit einem Charakter asiatischer Abstammung in der Hauptrolle war, ging man bei „Eternals“ sogar noch einige Schritte weiter.

Die zehnköpfige Eternals-Gruppe besteht aus fünf Männern und fünf Frauen. Phastos (gespielt von Brian Tyree Henry) ist der erste afroamerikanische queere Charakter in einem MCU-Film, mit Kingo (Kumail Nanjiani) kommt der erste mit Superkräften ausgestattete Charakter hinzu, der indische Wurzeln hat.

Der Eternal Kingo, gespielt von Kumail Nanjiani.
Kingo (Kumail Nanjiani) sorgt mit seinem Humor für einige der besten Szenen in „Eternals“. © Sophie Mutevelian/Marvel Studios/Disney

Produzent Kevin Feige entschied sich außerdem dazu, der amerikanischen Schauspielerin Lauren Ridloff die Rolle von Makkari zu geben. Ridloff ist - anders als der ursprünglich weiße, männliche Charakter in den Comics - weiblich und schwarz. Zudem ist Ridloff gehörlos und machte Makkari so zur ersten tauben Superheldin im Marvel Cinematic Universe. Ihr Zusammenspiel mit Eternals-Kollegen Druig (Barry Keoghan) ist eines der ganz großen Highlights des Films und hätte durchaus mehr Szenen verdient.

Fail: Regisseurin Chloé Zhao

Chloé Zhao ist nicht irgendeine Regisseurin, sondern mit „Nomadland“ die amtierende Oscar-Preisträgerin in der Kategorie „Beste Regie“. Als umso spannender galt ihr Sprung von einem vergleichsweise eher kleinen Film zu einem riesigen Projekt von Marvel. Das Positive gleich zu Beginn: Nach Cate Shortland („Black Widow“) ist Zhao die zweite Regisseurin eines MCU-Films. Bei mittlerweile 26 Kinostreifen aus dem Hause Marvel ist das natürlich viel zu wenig, aber hoffentlich zumindest ein Schritt in die richtige Richtung.

Die Regisseurin Chloé Zhao bei den Dreharbeiten von „Eternals“ mit Schauspieler Richard Maden.
Regisseurin Chloé Zhao bei den Dreharbeiten von „Eternals“ mit Schauspieler Richard Maden. © Sophie Mutevelian/Marvel Studios/Disney

Besonders bedeutsam ist für viele Film-Fans das Rating auf „Rotten Tomatoes“. Auch wenn man diese Bewertungen nicht zu ernst nehmen sollte, hier schneidet „Eternals“ wirklich unterirdisch ab. Mit einem Medien-Score von nur 47 Prozent ist es der bisher mit Abstand von Kritiker:innen am schlechtesten bewertete MCU-Film. Zum Vergleich: Auf dem vorletzten Platz liegt mit 66 Prozent der vielmals kritisierte „Thor - The Dark Kingdom“ (2013), gefolgt von „Der unglaubliche Hulk“ (2008) mit 67 Prozent.

Doch woher diese überaus harsche Kritik? Das Hauptproblem von „Eternals“ ist ganz einfach: In den 157 Minuten passiert einfach viiiieeel zu viel. Zhao, die auch am Drehbuch mitwirkte, versucht in einem einzigen Film die rund 7000 Jahre alte Geschichte einer Gruppe von Superheld:innen zu erzählen. Um es in den Worten von Ex-Politiker Matthias Strolz zu sagen: „Das geht sich einfach nicht aus.“

So lala: Angelina Jolie

Sind wir uns ehrlich: Angelina Jolie ist verdammt nochmal einer der größten Filmstars der letzten 20 Jahre. Mit Samuel L. Jackson, Jeff Bridges oder Natalie Portman gab es zwar schon einige Schauspieler:innen, die ihren Superstar-Status nicht Marvel zu verdanken haben. Eine Angelina Jolie, die mit Filmen wie „Lara Croft: Tomb Raider“ (2001) berühmt wurde, mit ins MCU-Boot zu holen, ist dann aber doch noch ein Level darüber.

Umso perplexer ist Thena, der von Jolie verkörperte Eternal. Zum einen ist die „Göttin des Krieges“ ein vor allem in den Action-Szenen herausstechender Charakter. Jolie soll dafür sogar eigens Ballettstunden genommen haben. Aufgrund der vielen prägenden Erlebnisse befindet sich Thena im Laufe des Films allerdings immer wieder in einem mentalen instabilen Zustand, die Performance von Jolie wirkt dabei jedoch über weite Strecken gekünstelt.

Hit: „Game of Thrones“-Fans

Ach, was gab es nicht für Freudensprünge, als bekannt wurde, dass in „Eternals“ mit Richard Maden und Kit Harington gleich zwei ganz große Stars der Kultserie „Game of Thrones“ mitspielen würden. Maden, bekannt durch seine Rolle als Robb Stark, performt in „Eternals“ als Ikaris sogar eine der Hauptrollen. Harington, den ihr alle sicher als Jon Snow kennt, darf im Marvel-Film den normalsterblichen Freund von Eternals-Anführerin Sersi (Gemma Chan) spielen ... oder so glaubt man es zumindest bis zu der Post-Credit-Szene.

Für ganz viel Spaß sorgte auf jeden Fall das Zwischenspiel zwischen Ikaris und Dane Whiteman, die beide in Sersi verliebt sind. Auch wenn die beiden nur für kurze Zeit die Kinoleinwand gemeinsam teilen - für alteingesessene „Game of Thrones“-Fans sicher ein ganz großes Highlight.

Fail: Die Bösewichte

Eine Comicverfilmung ist bekanntlich nur so gut wie die Storyline des Bösewichts. Hier sind wir beim zweiten ganz großen Problem von „Eternals“. Die Deviants funktionieren einfach nicht. Auch wenn sie vor allem in 3D verdammt coole Aliens sind, hat der Film an sich schon so viele Handlungen, dass die Motivation dieser Kreaturen etwas untergeht bzw. einfach schwer zu verstehen ist.

Ikaris im Kampf mit einem Deviant.
Ikaris im Kampf mit einem der Deviants. © Marvel Studios/Disney

Auch der Celestial namens Arishem, der eine Art Gott ist und den Eternals ihre Superkräfte gegeben hat, macht einzelne Teile des Films schwer greifbar. Im einen Moment befinden wir uns im Haus von Phastos und seiner Familie, im nächsten droht Arishem die gesamte Menschheit auszulöschen, um so noch mehr Universen schaffen zu können. Doch lieber schnell zum nächsten Punkt, sonst wird mir vor lauter Komplexität noch ganz schwindelig.

Hit: Die Post-Credit-Szenen

Warum man am Ende das Kino doch mit ziemlicher Freude verlässt, dafür sind die zwei Szenen während und nach dem Abspann des Films verantwortlich. In der Mid-Credit-Szene bekommen Thena, Makkari und Druig überraschenden Besuch von einem Eternal namens Starfox. Er ist der Bruder des legendären MCU-Bösewichts Thanos und hat in den Comics die Kraft, Emotionen anderer Menschen zu kontrollieren. Und das Beste: Gespielt wird Starfox von niemand Geringerem als Harry Styles.

In der Post-Credit-Szene sehen wir Dane Whiteman, wie er eine alte Truhe öffnet, in der sich ein Schwert namens Ebenholzklinge befindet. Whiteman ist also doch kein normaler Mensch, sondern der Comiccharakter Black Knight. Nach der Langklaue in „Game of Thrones“ werden wir Kit Harington also auch in Zukunft mit einem Schwert in Action sehen. Die Szene endet mit der Stimme des zweifachen Oscar-Preisträgers Mahershala Ali. Es ist offiziell: Der beliebte Vampirjäger Blade ist im Marvel Cinematic Universe angekommen.

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