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„Hawkeye“: Die größten Hits und Fails der neuen Marvel-Serie

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Von: Johannes Pressler

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Eine Fotomontag von Clint Barton und Kate Bishop, den beiden Hauptcharaktere der neuen Disney+-Serie „Hawkeye“.
Clint Barton und Kate Bishop, die beiden Hauptcharaktere der neuen Marvel-Serie „Hawkeye“. (Fotomontage) © Marvel Studios/Disney/BuzzFeed Austria

Von Clint Barton über das Staffelfinale bis zur Zukunft von Marvel auf Disney+: Das sind die größten Hits und Fails der neuen MCU-Serie „Hawkeye.“

Trotz Coronapandemie hat uns Marvel im Jahr 2021 einiges bieten können. Neben vier Filmen lag der Fokus in den letzten zwölf Monaten vor allem auf den fünf auf Disney+ veröffentlichten Serien. Den Jahresabschluss bildete nun der Sechsteiler namens „Hawkeye“, bei dem sich alles rund um den Superhelden Clint Barton alias Hawkeye, gespielt von Jeremy Renner, dreht.

„Hawkeye“

Serienstart: 24. November 2021

Streaming-Dienst: Disney+

Länge der Episoden: 41 bis 62 Minuten

Regie: Rhys Thomas bzw. Bert & Bertie

Besetzung: Jeremy Renner, Hailee Steinfeld, Florence Pugh, uvm.

Die Story von „Hawkeye“ ist grundsätzlich recht simpel: Aus chronologischer Sicht spielt die Handlung in New York zu der etwa gleichen Zeit wie „Spider-Man: No Way Home“. Das Ziel des ehemaligen Avengers Clint Bartin alias Hawkeye ist eigentlich ganz einfach: Rechtzeitig zu Weihnachten bei seiner Familie am Land zu sein.

Doch die dunkle Vergangenheit von Clint scheint ihn einzuholen und er findet sich inmitten einer kriminellen Verschwörung. Die einzige Möglichkeit, sein Ziel zu erreichen, ist, sich mit der erst 22-jährigen Kate Bishop zusammenzutun, die zufällig ebenfalls eine sehr talentierte Bogenschützin und gleichzeitig auch der größte Hawkeye-Fan ist.

Aufgrund der weihnachtlichen Comedy-Stimmung im Trailer dachten sich viele Fans, das würde eine Marvel-Version von „Kevin - Allein zu Haus“ (1990) werden. Je nach Geschmack könnte man das jetzt entweder als gutes oder schlechtes Omen sehen. Wie uns persönlich „Hawkeye“ gefallen hat, dazu haben wir für euch die größten Hits und Fails der Marvel-Serie zusammengefasst.

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Hit: Clint Barton alias Hawkeye

Hawkeye (Jeremy Renner) galt seit „Marvel‘s The Avengers“ (2012) für viele Fans als der „uncoolste“ Avenger. Im Vergleich zu Iron Man hat er keine Laser, die aus seinen Händen schießen. Clint ist kein Gott so wie Thor und hat auch keine Superkräfte so wie Hulk. Er hat keine Führungsqualitäten so wie Captain America und ist auch nicht so verdammt cool wie seine beste Freundin, Natasha Romanoff alias Black Widow. Clint hat und ist nur ein ganz normaler Mensch, der eben verdammt gut Bogenschießen kann.

Was er jedoch im Vergleich zu den meisten anderen Avengers hat, ist eine Familie. Das ist der Kern der Story in „Hawkeye“. Die Motivation von Clint, Weihnachten endlich mal gemeinsam mit seiner Familie verbringen zu können, anstatt die Welt ein weiteres Mal vor irgendwelchen Bösewichten retten zu müssen.

Schon jetzt unvergessen das Telefonat zwischen Clint und seinem jüngsten Sohn, Nathaniel, in Episode drei, der besten Folge der Sendung. „Ist schon okay, wenn du nicht zu Weihnachten kommst. Wir verstehen das“, sagt Nathaniel zu seinem Vater. Da Clint zu diesem Zeitpunkt sein Hörgerät verloren hat, hilft ihm Kate Bishop (Hailee Steinfeld) mit Notizen aus und macht das Ganze zu einer der emotionalsten Szenen, die wir in der bis dato 13-jährigen Geschichte des MCU gesehen haben.

Clint Barton alias Hawkeye gemeinsam mit seinen drei Kindern an einem Esstisch.
Clint Barton alias Hawkeye (Jeremy Renner) gemeinsam mit seinen drei Kindern. © Marvel Studios/Disney

Ein weiterer Fokus in „Hawkeye“ liegt auf Clints ehemaliger Beziehung zu Black Widow, die sich in „Avengers: Endgame“ (2019) aufopferte, um den Rest der Menschheit zu retten. Ja, mit Kate Bishop erleben wir vor allem auch den Werdegang der neuen Hawkeye, aber es ist schon beeindruckend, wie ein bereits verstorbener Charakter wie Black Widow auch die weiteren Geschichten im Marvel Cinematic Universe noch immer so stark prägt.

Fail: Das Staffelfinale

In „Hawkeye“ erleben wir extrem emotionale Szenen wie das Telefonat zwischen Clint und seinem Sohn. Gleichzeit spielt sich wenige Momente zuvor eine unglaublich amüsante Szene ab, als Clint gemeinsam mit Kate in einer alten Spielhalle gegen die Tracksuit Mafia kämpft und dabei wie in seinen besten Zeiten eine Pfeil abschießt, während er in einen Pool voller Spielzeugbälle fliegt.

Es ist diese Kombination aus Storytelling und einfach nur Spaß, die „Hawkeye“ fünf Episoden lang zu der bisher besten Disney+-Serie von Marvel macht. Im Vergleich zu „WandaVision“ oder „The Falcon and the Winter Soldier“ nimmt man sich selbst nicht zu ernst und ist sich auch über den Ruf von Hawkeye bewusst.

Doch dann folgte Episode sechs, das große Staffelfinale. Hier scheiterte Marvel an einem Problem, mit dem sie schon seit einiger Zeit zu kämpfen haben. Auf der einen Seite baut man sich so viele spannende Handlungsstränge auf und entwickelt auch neue faszinierende Charaktere. Man denke in „Hawkeye“ nur an Eleanor Bishop (Vera Farmiga), die Mutter von Kate, oder die Rückkehr des legendären Bösewichten Wilson Fisk alias Kingpin (Vincent D‘Onofrio), den wir bisher nur aus den Netflix-Serien von Marvel kannten.

Gleichzeitig haben die Filmemacher:innen jedoch nicht nur die Aufgabe, eine alleinstehende Geschichte zu einem runden Schluss zu bringen, sondern auch Vorfreude für die unzähligen weiteren Marvel-Serien und -Filme zu generieren.

Kate Bishop und Clint Barton kämpfen mit ihren Bogen.
Im Staffelfinale kämpfen Kate und Clint mitten auf dem Eislaufplatz vor dem Rockefeller Center in New York. © Marvel Studios/Disney

Eine beinahe unlösbare Herausforderung, die in „Hawkeye“ dazu führt, dass am Ende mehr Fragen als Antworten da sind. Warum tut man so, als wäre Kingpin gestorben, wenn man ihn gerade erst in das MCU geholt hat? Was hat es mit der Geheimdienst-Vergangenheit von Laura Barton (Linda Cardellini), der Ehefrau von Clint, auf sich? Und am wichtigsten: Wie geht es mit dem Straßenhund Lucky weiter?

Hit: Kate Bishop und Yelena

Besonders erfreulich in „Hawkeye“ ist die Tatsache, dass Marvel bemüht ist, in Zukunft mehr weibliche Charaktere in den Vordergrund zu stellen. Nachdem es mit „Captain Marvel“ (2019) und „Black Widow“ (2021) zumindest schon zwei MCU-Filme über Superheldinnen gab, liegt der Fokus in „Hawkeye“ neben Clint Barton vor allem auf den Stars der nächsten Generation: Kate Bishop alias die neue Hawkeye sowie Yelena Belova alias der neuen Black Widow (Florence Pugh).

Yelena Belova alias der neuen Black Widow, gespielt von der großartigen Florence Pugh.
Yelena Belova alias der neuen Black Widow, gespielt von der großartigen Florence Pugh. © Marvel Studios/Disney

Die Szenen mit den beiden gehören zu den größten Highlights in „Hawkeye“. Die schauspielerische Chemie zwischen Hailee Steinfeld und Florence Pugh sitzt einfach perfekt. Man kann nur hoffen, dass sie in naher Zukunft wieder aufeinandertreffen werden. Vielleicht schon bald in einer Verfilmung der beliebten Comicreihe rund um die Young Avengers?

Fail: Jack Duquesne

Einer der faszinierendsten Charaktere in „Hawkeye“ ist sicherlich Jack Duquesne, gespielt von Tony Dalton, der vor allem auch für seine Performance als Eduardo „Lalo“ Salamanca in der Netflix-Serie „Better Call Saul“ bekannt ist. Als Ehemann von Eleanor Bishop kommt er in den ersten Episoden von „Hawkeye“ als naiver Bösewicht rüber, bis sich am Ende herausstellt, dass er gar kein Bösewicht, sondern einfach nur ein verdammt naiver, begeisterter Fechter ist.

Die beiden „Hawkeye“-Charaktere Eleanor Bishop und Jack Duquesne.
Jack Duquesne gemeinsam mit Ehefrau Eleanor Bishop, der Mutter von Kate. © Marvel Studios/Disney

Eigentlich schade, denn in den Comics ist Duquesne bekannt als Swordsman, der in manchen Ausgaben ein Bösewicht von Hawkeye, in anderen aber auch ein Verbündeter ist. In den Comics ein spannender Charakter, in der Live-Action-Serie nur eine Schmähfigur.

Hit: Die Trickpfeile

Ich weiß ja nicht, wie es euch geht, aber ich war immer schon ein verdammt großer Fan von Pfeil und Bogen als Waffe in Actionfilmen. Egal, ob in „Robin Hood - König der Diebe“ (1991), den „ Die Tribute von Panem“-Filmen (2012-2015) oder vor allem Legolas in „Der Herr der Ringe“ (2001-2003), so ein Bogenschuss kann schon richtig cool rüberkommen. Das ist auch ein Grund dafür, warum „Hawkeye“ so viel Spaß macht.

Hawkeye in Action mit einem Pfeil mit der Technologie von Ant-Man-Schöpfer Dr. Hank Pym.
Hawkeye in Action mit einem Pfeil mit der Technologie von Ant-Man-Schöpfer Dr. Hank Pym. © Marvel Studios/Disney

Dabei sehen wir nicht nur die Schusskünste von Clint und Kate, sondern lernen auch eine Menge neuer Trickpfeile kennen. Neben der Technologie von Tony Stark alias Iron Man scheint Clint für seine Pfeile auch eine Partnerschaft mit Dr. Hank Pym, dem Schöpfer von Ant-Man, eingegangen zu sein. Atemberaubend ist vor allem der Moment in der dritten Episode, als Clint mit einem Pym-Pfeil einen anderen Pfeil überdimensional vergrößert.

Noch unklar: Maya Lopez alias Echo

Ebenfalls in der dritten Episode lernen wir in einer bewegenden Rückblende Maya Lopez alias Echo näher kennen. Aufgewachsen im Umfeld der Tracksuit Mafia und unter der Obhut ihres Onkels, dem Kingpin, macht sich die taubstumme Killerin auf die Jagd nach Clint Barton, der ihrer Ansicht nach ihren Vater getötet haben soll. Im Laufe der folgenden Episoden wird ihr klar, dass nicht Clint, sondern Kingpin selbst für den Tod ihres Vaters verantwortlich ist.

Ein Charakter, von dem wir im MCU noch viel sehen werden: Maya Lopez alias Echo.
Ein Charakter, von dem wir im MCU noch viel sehen werden: Maya Lopez alias Echo. © Marvel Studios/Disney

Im Staffelfinale rächt sich Maya an ihrem Onkel und erschießt ihn. So wirkt es zumindest, denn im letzten Moment macht die Kamera einen Schwenker und wir bekommen den Schuss nur zu hören. Und erfahrenen Marvel-Fans ist die goldene Regel bereits bekannt: Wirklich tot ist ein Charakter nur, wenn er, sie oder es direkt vor unseren Augen stirbt. Es wird spannend zu sehen sein, wie sich Maya in der bereits angekündigten Disney+-Serie „Echo“ entwickeln wird.

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