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Money Boy: Talentloser Rapper, seriöser Wissenschafter, Multimillionär

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Money Boy ist aus dem österreichischen Gangsta-Rap nicht mehr wegzudenken. Gehyped wurde er schon lange nicht mehr. Ausruhen kann er sich auf seinen Millionen.

Wien - 2010 drehte er für eine ganze Generation den Swag auf. „Die Bild“ titelte damals provokant: „Ist Money Boy der schlechteste Rapper der Welt“? Mit weißem Hoodie, blauer Kappe, blauem T-Shirt und natürlich ganz viel Goldschmuck tanzte er in seinem Video zu „Dreh den Swag auf“ vor teuren Autos und hielt dabei Louis Vuitton-Taschen in die Kamera. Richtig ernst wurde er von keinem genommen. Rap wollte man das auch nicht nennen, was aus seinem Mund kam. Trotzdem wurde der Sohn einer Lehrerin und eines Unternehmers zum Internet-Hit.

Seither ist über ein Jahrzehnt vergangen. Heute ist es ruhiger geworden um den talentlosen Rapper aus dem 15. Bezirk, der ganz schön viel von seinem Handwerk zu verstehen scheint. Seine Karriere ist aber noch lange nicht zu Ende.

Money Boy: Wiener Gangsta-Rapper mit Magister-Titel

Schien es anfangs noch so, als hätte da irgendein Talentloser einen Zufalls-Hit gelandet, weil man sich so schön fremdschämen kann, muss man mittlerweile gestehen, dass die Karriere von Money Boy wohl alles andere als zufällig geschehen ist. Bei seinem Durchbruch war er immerhin schon 29 Jahre alt und hatte einen Uni-Abschluss in Publizistik in der Hand. Gerade letzteres brachte seine Fans, aber auch seine Hater dazu, wilde Theorien in den Raum zu stellen: Money Boy gebe es gar nicht. Der Rapper sei eine Kunstfigur, hinter der ein ausgeklügeltes Marketingkonzept steckt. Sebastian Meisinger - so der bürgerliche Name von Money Boy - versuche die Menschen mit seiner erfundenen Rap-Persona hinters Licht zu führen.

Sebastian Meisinger alias Money Boy.
Money Boy wurde mit dem Lied „Dreh den Swag auf“ zum Phänomen. © Elke Mayr/Wirtschaftsblatt/APA Picturedesk

Die Gerüchte wurden 2015 zusätzlich befeuert, als noisey.com, redbull.de und splash-mag.de im Rahmen des Projekts #Moneyboyleaks die Magisterarbeit des Gangsta-Rappers veröffentlichten. Was sich anschließend herausstellte, war für viele schockierend: Die Diplomarbeit belegte weder, dass Money Boy eigentlich ein Genie ist, noch, dass er tatsächlich nur der doofe Gangsta-Rapper ist, der vor fremden Autos mit den Händen fuchtelt. Bei der Diplomarbeit handelte es sich laut den Recherchen tatsächlich um eine ganz gewöhnliche wissenschaftliche Abhandlung. Nicht mehr. Nicht weniger. Sein Betreuer, Peter Vitouch erklärte im Interview zudem, dass er Moneyboy für „alles andere als dumm“ halte.

Money Boy: Steile Karriere ohne Talent

Nach seinem „Dreh den Swag auf“- Erfolg nahm die Plattenfirma Sony Money Boy unter Vertrag. Sein erstes Album „S.W.A.G“ veröffentlichte der Gangsta-Rapper aber über sein eigenes Label namens „Swag City Clique“. Im November 2013 veröffentlichte Money Boy sein zweites Album „HiTunes“.

Dass Money Boy karriere-technisch nichts dem Zufall überlässt, zeigt allein, dass er bis zum 7. Februar 2015 bereits sieben Mixtapes veröffentlicht hatte. Im selben Jahr veröffentlichte er sein drittes Album „Cash Flow“. Dass er auch ernstere Töne anschlagen kann, zeigte er 2016 als er nach den Terroranschlägen vom 22. März 2016 in Brüssel den Track „Terror“ veröffentlichte.

Anklage wegen Körperverletzung und Namensänderung

Bei einem Auftritt im Wiener WUK warf Money Boy eine Glasflasche in das Publikum. Weil er dabei einer Frau Verletzungen durch Glassplitter hinzufügte, wurde er wegen fahrlässiger Körperverletzung angezeigt. Daraufhin wurde er vom Musikfestival „Nova Rock“ ausgeladen. Außerdem entfernte der Rapper alle Songs, die er auf YouTube veröffentlicht hatte und änderte seinen Namen in „Why SL Beezy“. Unter diesem Namen veröffentlichte er das Album „All in a Night“ und den Track „Terror“. 2017 brachte er schließlich wieder den Namen Money Boy zurück und veröffentlichte das Musikvideo „Cash Me Outside“. Sein sechstes Album „Mann unter Feuer“ kam 2018 heraus.

Money Boy: Heute ist er YouTube-Koch

Mit seiner Musik machte Money Boy bisher mehrere Millionen. Neben seiner Rap-Karriere hat er sich aber mittlerweile auch ein weiteres Standbein aufgebaut. Seit 2016 zeigt der Rapper seine kulinarische Seite in der Kochshow „Trap House Kitchen“ auf YouTube. In den Videos kocht Money Boy vor allem amerikanisches Fast Food und gibt Infos zu den einzelnen Gerichten. Die Videos haben jeweils um die 500.000 Views. Dass das Kochen nicht nur ein Hobby ist, zeigte Money Boy in einem Interview mit 16 Bars. Dabei legte er offen, wie viel Geld er mit der YouTube-Show einnimmt: „Alleine mit dem Merchandise mach ich pro Tag im Moment- und die Kurve geht nach oben - jeden Tag 1000 Euro Umsatz. Ok, ist jetzt nicht viel, aber für einen Independent-Hustler 1000 Euro am Tag, 30.000-Euro Umsatz alleine mit Traphousekitchen-Merchandise ist für mich so ein Grund, wo ich sage ok, was könnte da noch gehen?“

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