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Das Kult-Game „Monkey Island“ bekommt noch heuer eine Fortsetzung

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Von: Christian Kisler

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Montage: ein alter Commodore Amiga, ein konzentrierter Spieler
Wie in alten Zeiten: Der Computerspiel-Klassiker „Monkey Island“ kommt 2022 zurück. © Marc Schüler/Imago/Manfred Vollmer/SZ-Photo/APA-PictureDesk/BuzzFeed Austria

Wenn ein Computerspiel die Bezeichnung „Kult-Game“ verdient, dann wohl das Adventure „Monkey Island“ und seine Fortsetzungen. Nun hat Spielentwicklerlegende Ron Gilbert einen neuen Teil angekündigt. Schnappatmung!

Zugegeben, ich bin alles andere als ein Spiele-Nerd. Die einzige Konsole, die ich je besessen habe, war ein Gameboy, auf dem ich allerdings wie besessen herumdrückte. Niemals rückgängig machen hätte man wohl Schäden der Daumengelenke, der Nackenmuskulatur und der Augen können, hätte ich als Teenager dann bemerkt, dass es doch auch andere spannende Dinge da draußen. Und nur ein bisschen spielen wäre nicht infrage gekommen, ich wäre sofort wieder SÜCHTIG geworden. Also: ganz oder gar nicht.

Die Ankündigung eines neuen „Monkey Island“-Teils war kein April-Scherz

Ganz so schlimm ist es auch nicht, ich bin nicht völlig ahnungslos, nur vieles interessiert mich schlicht nicht wirklich, ich habe auch keine Spiele auf meinem iPhone, schon gar nicht etwa Fortnite - dem ich seine Existenz aber sicher nicht absprechen will. Was mich sehr wohl interessiert: Dass die Ankündigung am 1. April, dass noch heuer ein neuer Teil von „Monkey Island“ erscheinen soll, KEIN April-Scherz war - im Gegenteil von „Gondeln statt Tindern“ zum Beispiel.

Der erste Teil der Serie, „The Secret of Monkey Island“ erschien in grauer Vorzeit, nämlich 1990. Damals, als Computerspiele noch auf Heimrechnern wie dem Atari ST oder dem Commodore Amiga gespielt wurden, auf Disketten gefühlte Stunden lang geladen werden mussten. Überhaupt Games, das war nur was für Nerds, für Geeks, für Sonderlinge. Oder so. Stimmt natürlich nicht ganz. Wer aber damals einen PC daheim hatte, musste entweder zu viel Geld haben oder aber sehr technikinteressiert sein. Apple-Produkte waren sowieso unleistbar und quasi Nischenprodukte.

„Monkey Island“ war ein Meilenstein in der Geschichte der PC-Games

Das von Ron Gilbert ersonnene und von einer Tochterfirma der „Star Wars“-Firma Lucasfilm vertriebene Spiel besitzt heute Kultstatus, ist ein Klassiker und war prinzipiell ein Meilenstein in der Geschichte der PC-Games. Anders als damals üblich spielte man mit der Maus und nicht mit einem Joystick. Vor allem ist die Geschichte um den Piratenanwärter Guybrush Threepwood, seine Angebetete Elaine Marley und den Geisterpiraten LeChuck vor allem eines: irrsinnig witzig. Bei einem Game nicht nur einmal lauthals lachen zu müssen, ist jetzt nicht unbedingt alltäglich.

„The Secret of Monkey Island“ war nicht das erste Spiel mit abenteuerlichen Rätseln und aberwitziger Rahmenhandlung - nicht umsonst ist „Monkey-Island“ ein Adventure-Spiel. „Maniac Mansion“, und „Zak McKracken and the Alien Mindbenders“ waren ein wenig älter, bei beiden war Ron Gilbert ebenfalls leitender Entwickler, aber „Monkey Island“ trieb alles auf die Spitze. Bei Schwertkämpfen etwa musste man Gegner:innen nicht mit dem Säbel, sondern mit Beleidigungen besiegen. Noch heute ist unter Fans der Satz „Du kämpfst wie eine Kuh“ ein geflügeltes Wort. Auch legendär: Die Möglichkeit, ein Gespräch mit dem Satz „Ich verkaufe diese feinen Lederjacken“ zu beginnen. Oder, als Ablenkungsmanöver: „Hinter dir, ein dreiköpfiger Affe!“

Ron Gilbert ist im Boot nach „Monkey Island“ zurück

Auch für den zweiten Teil „Monkey Island 2: LeChuck’s Revenge“ zeichnete noch Ron Gilbert verantwortlich, bei den Teilen drei bis fünf hatte er die Finger nicht mehr im Spiel. „Tales of Monkey Island“, der bislang letzte Teil der Reihe, erschien 2009. Umso überraschender, als Gilbert auf seinem Blog ausgerechnet am 1. April ankündigte, dass es mit „Return to Monkey Island“ noch 2022 eine inhaltliche Fortsetzung der ersten beiden Parts geben werde. Klar, dass das viele für einen Scherz hielten. Vorsicht ist an diesem Datum ja immer geboten.

Aber tatsächlich wurde in der Zwischenzeit ein erster Trailer veröffentlicht. In dem kommt sogar jener sprechende Totenkopf vor, der erst ab Teil drei, „The Curse of Monkey Island“, Teil des „Monkey Islands“-Universums wurde und somit eigentlich nichts mit Ron Gilbert zu tun hat. Wie dem auch sei, die Fangemeinde ist aus dem Häuschen, vor allem in Anbetracht der Tatsache, dass Disney die „Star Wars“-Studios übernommen und somit eine Fortführung der „Monkey Island“-Reihe höchst unwahrscheinlich gemacht hat. Aber: Sag niemals nie, auch nicht bei über 30 Jahre alten Computerspielen.

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