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Wie zur Hölle schaffen es diese 8 genialen Musiker:innen, trotz Pandemie kreativ zu sein?

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Von: Sophie Marie Unger

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Cover der Musiker und Musikerinnen.
Musiker:innen vollbringen in Zeiten der Pandemie meiner Meinung echte Meisterleistungen - Hut ab. © BuzzFeed/Pan Kee Bois/Nicolina Galla

Die Pandemie raubt uns allen einfach den letzten Nerv. Viele können sich nur noch schwer für ein 20-minütiges Workout aufraffen, weil die Energie einfach aufgebraucht ist.

Aber dann gibt es halt echt Menschen, die - frag mich nicht wie - sogar etwas komplett Neues, gesellschaftlich Wertvolles kreieren. Die Rede ist von Künstler:innen. Wir haben einige von ihnen gefragt, wie sie das machen und wo wir uns eventuell etwas abschauen können.

1. Nicolina Galla

Nicolina Galla ist Sängerin und macht zeitgenössischen R‘n‘B. Schwere Zeiten verarbeitet sie vorwiegend in ihren Texten. Dass das Leben schön ist und wir daher immer nach vorne schauen sollten, bringt sie über ihre energiegeladene Musik und durch ihre ästhetischen, professionellen Videos - in denen auch ihre Leidenschaft für‘s Tanzen sichtbar wird - extrem gut rüber.

Meine Texte zeigen sich oft verletzlich und behandeln persönliche Erfahrungen und Sehnsüchte. Der Sound hingegen ist optimistisch und voller Energie. Und das möchte ich auch vermitteln. Das, sowohl positiv als auch negativ, man das beste daraus machen kann. Vielleicht manchmal muss. Meine Motivation hält daran fest, da ich aus tiefsten Herzen weiß, dass das was ich mache richtig ist und Früchte tragen wird. Das ist ein inneres Gefühl. Wenn ich keine Konzerte machen kann, stelle ich selber etwas zusammen und versuche es, über und die Video-Ebene zu bringen. 

Nicolina Galla

2. Pan Kee Bois

Das Kreativkollektiv „Pan Kee Bois“ bringt wirklich alles unter einen Hut: Neben deutschsprachigem Hip-Hop und Trap, kreieren die Boys auch noch feine Visuals und produzieren obendrein alles selbst. Aus Spaß haben sie 2017 in Meidling begonnen, gemeinsam ihre Kreativität zu entfalten und sind nun auf der Überholspur angelangt. Auch wenn die Pandemie nicht immer ein Freund gewesen ist, zeigt sich, dass große Projekte noch größere Motivation mit sich bringen.

In erster Linie wären wir ohne Pandemie noch viel mehr durchgestartet. Aber wir mussten es nehmen, wie es kommt und haben viel Zeit in unser Debütalbum „Reset“ investiert. Es war uns sehr wichtig, dass das 1. Album kein Throw-Away Projekt wird, sondern eben ein richtiges Album. Das haben wir geschafft und war auch unsere große Motivation, die wir für die kommenden Projekte mitgenommen haben. Wir sind ready für 2022.

Pan Kee Bois

3. Doppelfinger

Doppelfinger - oder Clemens Bäre - bringt frischen Wind ins Ehrlichkeits-Game der Musikindustrie. Dadurch, dass er nicht versucht, mit seiner Musik die Weltherrschaft an sich zu reißen, versprüht er angenehme Vibes, die man in Zeiten wie diesen einfach braucht. Und das ist seiner Meinung nach ein Innehalten und In-Sich-Schauen.

Ich glaube, egal ob jung oder alt – die Pandemie hat global innerhalb weniger Monate alle Menschen vor dieselben Problematiken gestellt. Die Songs, die währenddessen entstanden sind, waren für mich somit vermutlich einfach ein Ausbruch aus dieser Thematik und auch ein „reinschauen” in mich selbst. Tatsächlich fällt‘s mir grade wieder schwieriger, Dinge fertig zu schreiben, nachdem das Album abgeschlossen ist, aber noch nicht veröffentlicht wurde – so ist das nun mal. Manchmal ist Schreiben das einfachste der Welt, und manchmal muss man daran ein wenig schleifen.

Clemens Bäre

4. Oskar Haag

Oskar Haag ist für viele Musikredaktionen dieses Landes einer DER Newcomer des Jahres. Mit seinen 16 Jahren macht er wahrhaftig Musik aus dem Kinderzimmer, aber das auf solch authentische und berührende Weise, dass es mehr als das gar nicht braucht. Viel schwerer fällt ihm gerade in der Pandemie sein Verhältnis zur Schule und da machte er einige Abstriche.

Um ehrlich zu sein habe ich die Schule sehr vernachlässigt. Vor allem im Lockdown, wo ich viel Zeit in meinem Zimmer verbrachte, setzte ich mich viel mit Musik auseinander. In der Zeit, wo andere Schulsachen machten und ich es eigentlich auch tun hätte sollen, habe ich halt Musik gemacht. Aber das war keine extra Belastung oder so, die Musik hat mir sehr durch diese verwirrenden, komischen Zeiten geholfen. Die Schule ist da eher das schwierige Thema bei mir.

Oskar Haag

5. Bibiane

Bibiane singt, spielt Klavier und ist zudem als Model tätig. Sie hat sich am Anfang der Pandemie mit ihrer Musik selbstständig gemacht und ziemlich gestruggelt. Ihre Kreativität musste sie dabei neu entdecken.

Ich habe davor viel extern gemacht, aber eben nicht meine eigenen Sachen, und wollte das mit 2020 starten. Als es dann geheißen hat: Künstler:innen dürfen bis September 2020 erstmal gar keine Veranstaltungen organisieren, war das schon ein kurzer Schockmoment – eine Existenzkrise. Das Gefühl, die eigene Unabhängigkeit zu verlieren, drückt extrem aufs Gemüt und macht einen nicht unbedingt kreativer. Die Motivation ist dann erst im Laufe der Zeit wieder gekommen. Letztes Jahr entstand dann aber sogar mein erstes eigenes Musikvideo.

Bibiane

6. Dominique Jardin

Dominque Jardin gehört sicherlich zu den erfolgreichsten weiblichen DJs des Landes. Sie stand dabei schon mit Legenden wie David Guetta und Calvin Harris auf der Bühne. In den vergangenen Jahren wurden immer wieder Auftritte gestrichen, doch aufgeben ist nicht. Dominique konzentrierte sich dann halt einfach auf etwas anderes wie bspw. das Produzieren eigener Tracks. Easy!

In den ersten Pandemie-Tagen war ich wirklich in einer Schockstarre, aber mit der Zeit haben sich viele Türen geöffnet: Es gab Kooperationen mit großen Brands, die durch den großen Zusammenhalt innerhalb der Szene in dieser schweren Zeit auch zugänglicher waren, und ich habe das erste Mal eigene Tracks produziert - das fühlte sich großartig an und da bin ich auch über mich hinausgewachsen.

Dominique Jardin

7. MARCEL

Mit seinem außergewöhnlichen Gesangstalent hat MARCEL längst Tausende in den Bann gezogen. Egal ob das jetzt ein Aufritt bei einem Familienfest oder eine Instagram-Story vor hunderten Zuseher:innen ist - MARCEL ging und geht es immer darum, seinen Gefühlen freien Lauf zu lassen und anderen eine Freude zu bereiten. Letzteres ist wohl auch sein stärkster Antrieb in Krisenzeiten.

Ich finde Musik sollte immer motivieren, weil es einer der schönsten Dinge ist, die man im Leben hat. Corona hin oder her - man macht einfach Musik, weil man es liebt und die Musik motiviert mich! Sicher ist es manchmal schwierig wegen der Pandemie, aber wenn man es will, es liebt und man es liebt andere Menschen damit zu helfen, ist einem nichts zu schwer!

MARCEL

8. Kim

Manche Gefühle sind halt echt nicht schön, aber Kim traut sich in ihren Songs mit Tiefgang darüber zu sprechen. Gerade in Zeiten der Pandemie hofft sie, Menschen mit ihrer Musik abzuholen. Durch ihre Authentizität und Ehrlichkeit gegenüber den Höher:innen schafft sie das echt gut.

Während der Zeit der Pandemie habe ich mich nur auf meine Musik konzentriert und wollte diese einfach mit den Leuten teilen. Ich habe mir gar nicht so viele Gedanken darüber gemacht, ob das nun in dieser speziellen Zeit sinnvoll ist, etwas zu veröffentlichen oder nicht. Für mich war einfach wichtig meine Erlebnisse zu teilen, ich war frisch getrennt, kam aus einer Beziehung, hatte sehr viel aufzuarbeiten und der Zeitpunkt dafür hat sich richtig angefühlt.

Kim

Conclusio: Auch unsere lieben Künstler:innen sind keine geborenen Superheld:innen und müssen sich auf Krisen einstellen, genauso wie wir „Normalos“ auch. Doch vermutlich verstehen sie schneller und besser, dass man die Situation so hinnehmen muss, wie sie halt einfach ist und verwandelt diese nüchternen Tatsachen schlichtweg in etwas Produktives, das sogar anderen Menschen Kraft gibt. Einige machen das sogar so gut, dass sie 2022 in der österreichischen Musikszene wohl ein Wörtchen mitzureden haben.

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