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10 Musiker:innen aus Österreich, die du 2022 nicht verpassen darfst

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Von: Christian Kisler

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Die Band Oxyjane und Sängerin Sophia Blenda
Die Band Oxyjane und Sängerin Sophia Blenda gehören zu den spannendsten österreichischen Musiker:innen des Jahres 2022. © Oxyjane/DQ Agency/BuzzFeed Austria

Musik aus Österreich ist nicht erst in den letzten Jahren spannend geworden, aufregend ist aber die schiere Menge an großartigen Songs und Platten junger Musiker:innen. Eine Vorschau auf 2022, in keiner bestimmten Reihenfolge.

1. Nenda

Starten wir gleich einmal mit einem Knall: Was Nenda Neururer abliefert, ist einfach unerhört. Die 26-jährige in London lebende Ötztalerin ist nicht nur Schauspielerin, zuletzt etwa in „The Rising“ auf Sky. Sie hat mit „Mixed Feelings“ und „Borders“ auf ihrem eigenen Label auch zwei der beeindruckendsten Songs des Vorjahres released. Gerappt und gesungen wird über ausgezeichnete Beats auf Englisch, Deutsch und Tirolerisch, gesellschaftskritisch, lässig, humorvoll und das alles unpackbar gut. EP kommt heuer, eine mittlere Sensation.

2. Oskar Haag

Dieser junge Mann aus Klagenfurt sieht aus wie 16 und ist es auch. Schon letztes Jahr wusste er auf dem Wiener Pop Fest zu überraschen. Oskar Haag braucht keinen Künstlernamen, sein eigener ist klingend genug. Und er weiß, dass man sich als Sänger zeitloser, in den 1960er Jahren geerdeter Popsongs auch dann groß inszenieren darf, wenn ein Stück fast zärtlich daherkommt.

3. Oxyjane

Schon ein wenig forscher, aber nichtsdestoweniger ungemein eingängig geht es das Trio Oxyjane aus Graz an, dessen Debüt-LP „0 2 9“ im Laufe des Jahres erscheinen soll. Sängerin und Gitarristin Selina Galka, Gitarrist und Bassist Lukas Schneeberger sowie Schlagzeuger Robert Wiese bezeichnen ihre nach vorne drängende Musik selbst als Grunge-Pop, und das trifft das Schaffen der Band nur allzu gut.

4. Modecenter

Der mit Abstand beste Bandnamen dieser Liste geht an die in Wien angesiedelte Combo Modecenter. Hier ist erst einmal gar nichts zärtlich, vielmehr wütend, ungestüm und so gar nicht freundlich. Das irgendwo zwischen Noise-Rock und Post-Punk angesiedelte Debüt-Album ist zwar schon 2021 erschienen, ich wünsche mir aber, dass diese vier Buben 2022 möglichst oft auf heimischen Bühnen zu sehen sein werden. Erfrischend.

5. Sophia Blenda

„Still gelegte Feuer aus dritter Hand / Können Jahre besetzen“, lautet die erste Zeile der ersten Single von Sophia Blenda, sonst unter ihrem bürgerlichen Namen Sophie Löw als Sängerin der formidablen Band Culk bekannt. Was sie mit dem Song „Wie laut es war“ bietet, erinnert an den theatralischen Kammerpop von Kate Bush, Björk oder Soap&Skin und ist doch ganz eigen und anders. Ich bin begeistert, zur zweiten Singleauskoppelung „Wo bleib ich“ soll es - so Corona es will - im Frühjahr die ersten Konzerte geben.

6. Doppelfinger

Im Gegensatz zu Modecenter kann man hier über die Namensgebung durchaus streiten. Zumal man niemals, unter keinen Umständen, NIE darauf käme, welche Musik der junge Mann macht, der sich dahinter verbirgt. Clemens Bäre macht das, was gemeinhin Indie-Folk genannt wird, und das auch noch sehr gut. Seine Einflüsse kann er nicht ganz leugnen, lässt er aber weitgehend hinter sich. Das Cover zum anstehenden Debüt hat übrigens Sophie Löw alias Sophia Blenda gestaltet. Alles in allem: ausgezeichnet.

7. Bibiza

Bibiza ist kein bemühtes Wortspiel, der gute Mann heißt mit Nachnamen tatsächlich so. Bisher nicht weniger als 16 Singles, davon zwei an der Spitze der FM4-Charts, ein vielseitiges Hip-Hop-Chamäleon mit Indie-Attitüde und einem Flow, der seinesgleichen sucht - dafür steht Franz Bibiza. Dass er ohne Management einen Deal bei Columbia Deutschland an Land gezogen hat, das muss dem 22-Jährigen erst einmal ein:e nachmachen.

8. Eli Preiss

Auch Eli Preiss hat das Zeug, eine große Nummer in Sachen Hip-Hop und R‘n‘B zu werden. Selbstbewusst, lässig und einnehmend gleichermaßen, hat sie den Sprung von englischen auf deutsche Lyrics gemacht. Sie ist im Rap-Underground geerdet, vergisst ihre Mama aber nicht und ist bei einem großen Plattenlabel in Deutschland unter Vertrag. Zu viele Widersprüche? Bei Eli geht sich das aus.

9. Oska

Geschmackvoll produzierter und gut geschriebener Pop mit akustischen Gitarren, bittersüß wie das Erwachsenwerden nun mal so ist: Dafür steht Oska, eigentlich Maria Burger, 23, und aus dem Waldviertel. Und damit ist sie nicht allein, ihr Song „Love You‘ve Lost“ wurde mehr als zwei Millionen Mal auf Spotify abgespielt, ihr Debüt-Album wird auf dem kanadischen Label Nettwerk erscheinen. Mit Starmania oder so hätte sie das nicht geschafft.

10. Bipolar Feminin

Zum Abschluss noch ein Kracher, quasi als Rausschmeißer: Vom Titel „süß lächelnd“ des Quartetts Bipolar Feminin darf man sich nicht täuschen lassen, ist es nicht weniger als ein Abgesang auf das Patriarchat, wider all die Mansplainer und anderen Oaschlöcher männlichen Geschlechts: „Ich töte euch alle / ich bring euch alle um“, singt Gitarristin und Sprachrohr Leni Ulrich der sonst interessanterweise mit Männern besetzten Band folgerichtig im Refrain. Eine angekündigte EP verspricht Großes.

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