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Das Wort „schwul“ als Schimpfwort zu verwenden ist nicht in Ordnung, auch nicht in der Rap-Szene

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Von: Emily Erhold

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Bildmontage: Rapperin Haiyti und Rapperin Nura.
Rapperin Nura kritisierte ihre Hamburger Kollegin Haiyti, weil diese „schwul“ als Synonym für „scheiße“ verwendet. © tagesspiegel/STAR-MEDIA/Imago/BuzzFeed Austria

„Schwul“ als Synonym für „scheiße“ zu verwenden, ist gar nicht ok. Bei der Hamburger Rapperin Haiyti scheint das noch nicht angekommen zu sein.

Sie verwendet in ihren Texten das Wort „schwul“ als Schimpfwort. Ihre Rap-Kollegin Nura hat nun auf TikTok geteilt, was sie davon hält.

In a Nutshell

Haiyti verteidigt homophobe Texte und kritisiert Schwule

Haiyti ist eine Hamburger Rapperin, die 2016 mit ihrem Mixtape „Nightliner“ bekannt wurde. In ihren Texten verwendet sie das Wort „schwul“ gerne einmal als Schimpfwort. Dass das nicht in Ordnung ist, schien ihr vor einem Jahr noch nich wirklich bewusst gewesen zu sein. In einer bis jetzt weitgehend unbeachteten „Talk-O-Mat“-Podcastepisode mit ihr und Tim Mälzer verteidigte Haiyti ihre homophobe Wortwahl. „Ich sage ja auch im Text: ‚Ich find euer Geld schwul, bis es meins ist.‘ Da meine ich auch nicht die Schwulen, da meine ich: ‚Ich find‘s scheiße.‘“

TV-Koch Tim Mälzer fragte die Rapperin daraufhin, wieso sie dann nicht einfach „scheiße“ sagen würde. Haiyti antwortete wenig einsichtig: „Weil es provozierend ist und darum geht‘s ja. Ich weiß auch nicht, warum ich es sage. Ich finde es provokanter, weil sich alle drüber aufregen: ‚Scheiße, sie sagt schwul.‘“

Doch damit nicht genug. Die Musikerin beleidigte schließlich auch noch die Schwulen-Community direkt: „Ich kann ja auch nicht wissen, dass manche Schwule so sensibel sind.“

Nura kritisiert Haiyti scharf: „Weil du dumm bist“

Der Podcast wurde eigentlich schon im September 2020 veröffentlicht, ging aber jetzt erst auf Social Media viral. Rapperin Nura lud den Clip auf TikTok hoch und kritisierte ihre Musiker-Kollegin scharf. Sie hatte auch gleich eine Antwort darauf, wieso Haiyti „schwul“ statt „scheiße“ in ihren Texten verwendet: „Weil du dumm bist“. Unter ihrem Post fügte sie den Hashtag „queerfeindlichkeit“ hinzu.

Nura, die gemeinsam mit Juju als SXTN bekannt wurde, äußert sich auf Social Media immer wieder politisch und prangert sexistische, rassistische oder homophobe Kommentare und Aussagen an.

„Schwul“, „Mädchen“, „behindert“: Das alles sind keine Schimpfwörter

Lange Zeit wurden Wörter wie „schwul“, „Mädchen“ oder „behindert“ im deutschen Sprachgebrauch als Schimpfwörter verwendet. Sogar im Duden ist noch immer „in Verdruss, Ärger, Ablehnung hervorrufender Weise schlecht, unattraktiv, uninteressant“ als dritte Bedeutungsmöglichkeit des Wortes „schwul“ vermerkt, auch wenn darauf hingewiesen wird, dass diese Bedeutung diskriminierend sei.

Sprache ist aber ein wichtiges Instrument für Inklusion und wir sollten alle verstärkt darauf achten, was wir mit unseren Worten anrichten. Rap steht immer wieder aufgrund der diskriminierenden Texte in der Kritik. Vor zwei Jahren etwa startete die Frauenrechtsorganisation Terre des femmes die Kampagne „unhatewomen, um auf Sexismus im Deutschrap aufmerksam zu machen.

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