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Queer Eye: Alles, was ihr über die erfolgreiche LGBTQ+-Serie wissen müsst

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Die Reality-TV-Show „Queer Eye“ ist seit Februar 2018 auf Netflix verfügbar. Das müsst ihr über die beliebt Serie der Streaming-Plattform wissen.

In jeder Folge von „Queer Eye“ kümmern sich die Fab Five um einen/eine Kandidaten/Kandidatin. Die fünf homosexuellen Männer kennen sich in verschiedenen Bereichen gut aus. Zu sehen ist die Serie auf Netflix.

Allgemeines zur Serie Queer Eye

In der Reality-TV-Show „Queer Eye“ stehen fünf homosexuelle Männer im Mittelpunkt. Sie werden die „Fab Five“ genannt und kennen sich in bestimmten Bereichen des Lebens gut aus. So gibt es jeweils einen Experten für folgende Gebiete:

Zu Beginn jeder Folge der Serie erhalten sie eine kurze Beschreibung einer Person. Im Konzept der Serie wird diese als „Hero“ bezeichnet. Meist handelt es sich dabei um einen Mann, ab der zweiten Staffel gibt es aber auch Folgen, in denen der Hero eine Frau ist. Die Aufgabe der Fab Five ist es nun, die ihnen anvertraute Person in ihrem jeweiligen Fachgebiet zu beraten. Sie verbringen eine Woche mit ihr und lernen sie so kennen. Zudem kümmern sie sich beispielsweise darum, dass sie eine neue Frisur oder neue Kleidungsstücke bekommt. Thematisiert werden aber auch Selbstwahrnehmung oder der Umgang mit anderen Menschen. Zudem geht es regelmäßig um gesellschaftliche Probleme wie Homophobie und Rassismus.

Serie „Queer Eye“: Die Fab Five

Bei den Fab Five in der Reality-TV-Show „Queer Eye“ handelt es sich um:

Antoni Porowski führte von 2018 bis 2021 das Restaurant „The Village Den“ in New York. Zudem brachte er 2019 und 2021 zwei Kochbücher heraus. Tan France war als Designer für Modefirmen wie Zara und Bershka tätig. 2011 gründete er sein eigenes Label Kingdom & State, das er 2019 verkaufte. Karamo Brown war 2004 der erste offen homosexuelle Mann im US-amerikanischen Reality-TV, als er an „The Real World: Philadelphia“ teilnahm. 2019 war er Kandidat bei „Dancing with the Stars“.

Bobby Berk gründete 2006 einen Online-Shop für Inneneinrichtung, später kam die Firma Bobby Berk Interiors + Design hinzu. Jonathan Van Ness arbeitete als persönlicher Assistent in einem Frisiersalon, als eine TV-Produzentin sein Comedy-Talent entdeckte. Daraufhin startete er eine Serie im Internet und einen Podcast.

„Queer Eye“: Die Produktion

Die Reality-TV-Show „Queer Eye“ wurde bereits 2001 vom Produzenten David Collins (54) entwickelt. Er bot das Konzept dem US-Sender Bravo an, der die Serie von 2003 bis 2007 produzieren ließ und ausstrahlte. Im Jahr 2017 wandte sich Collins an Netflix, um eine Neuauflage an den Start zu bringen. Mit einem Team war er auch verwantwortlich für das Casting der Fab Five in Los Angeles. Die ersten beiden Staffeln wurden im US-Bundesstaat Georgia gedreht. Die Dreharbeiten für die dritte Staffel fanden ab Juni 2018 in Kansas und Missouri statt.

Die Hauptdarsteller der erfolgreichen Serien Queer Eye.
Die Fab Five der erfolgreichen Serie Queer Eye. © Netflix

Im gleichen Monat ging eine Spezialfolge der Serie online, die in Yass im australischen Bundesstaat New South Wales spielt. Im Jahr 2019 wurden vier Folgen der Show in Japan gedreht und als Special veröffentlicht. Darin fungiert die Japanerin Kiko Mizuhara (31) als Tour-Guide. Sie ist als Schauspielerin, Model, Sängerin und Designerin tätig. Die japanische Komikerin und Modedesignerin Naomi Watanabe (34) hat zudem einen Gastauftritt. Die vierte Staffel der Serie wurde hauptsächlich in Missouri gedreht, die fünfte überwiegend in Pennsylvania.

Serie „Queer Eye“: Der Vorgänger auf Bravo

Im Juli 2003 lief auf dem Sender Bravo die erste Folge von „Queer Eye for the Straight Guy“, wie die Serie zu Beginn noch hieß. Später wurde der Titel gekürzt, um ihn zugänglicher zu machen. Das Konzept war schon zu Bravo-Zeiten das gleiche wie bei Netflix, allerdings waren die Fab Five andere.

So bestand das Team bei Bravo aus Ted Allen (56), Kyan Douglas (51), Thom Filicia (52), Carson Kressley (52) und Jai Rodriguez (42). Die meisten Folgen der Reality-TV-Show wurden in New York gedreht, für einzelne Spezialfolgen verließ man zuweilen die Metropole und begab sich etwa nach Las Vegas, Texas oder England.

Insgesamt 100 Folgen wurden bis 2007 für Bravo produziert. Im Jahr 2004 gewann die Serie einen Emmy in der Kategorie Outstanding Reality Program. In der gleichen Kategorie war sie auch 2005 nominiert, ging dann aber leer aus. Von Jänner bis Mai 2005 strahlte Bravo 13 Folgen der Spin-off-Serie „Queer Eye for the Straight Girl“ aus. Darin kümmerten sich drei homosexuelle Männer und eine Frau in jeder Folge um eine Kandidatin.

Serie „Queer Eye“: Die Verfügbarkeit

Am 7. Februar 2018 veröffentlichte Netflix die erste Staffel der Neuauflage von „Queer Eye“. Sie besteht aus acht Folgen. Ebenso viele Episoden hat die zweite Staffel der Serie, die seit dem 15. Juni 2018 vollständig zum Stream bereitsteht. Wenige Tage später ging die Spezialfolge „Yass, Australia!“ online, in der sich die Fab Five eines australischen Farmers annehmen. Die dritte Staffel, die auch aus acht Episoden besteht, erschien am 15. März 2019. Staffel Nummer vier veröffentlichte Netflix am 19. Juli 2019.

Das aus vier Folgen bestehende Special „Queer Eye – We're in Japan!“ kam am 1. November 2019 heraus. Die fünfte Staffel ist die erste der Doku-Soap, die mehr als acht Folgen hat. Sie besteht aus zehn Episoden, die am 5. Juni 2020 auf Netflix erschienen. Ein weiteres Special mit dem Titel „Where There’s a Will...“ ging am 7. Juli 2021 online. Somit kommt die Reality-TV-Show bis zum Sommer 2021 auf 48 Episoden. Trailer und Werbekampagnen kündigten an, dass die sechste Staffel am 31. Dezember 2021 zum Stream bereit ist.

Serie „Queer Eye“: Preise und Nominierungen

Im September 2018 war „Queer Eye“ für vier Emmys nominiert und gewann drei Preise, und zwar in den Kategorien: Outstanding Structured Reality Program, Outstanding Casting for a Reality Program und Outstanding Picture Editing for a Structured or Competition Reality Program. Auch bei den Emmys 2019 kam die Serie für mehrere Preise infrage. Insgesamt sechs Mal stand sie auf der Nominierungsliste und gewann vier Auszeichnungen, nämlich in den gleichen Kategorien wie 2018 sowie für Outstanding Directing of a Reality Program. Den Preis erhielt Hisham Abed für seine Regiearbeit in der Folge „Black Girl Magic“ in Staffel drei.

Bei der Emmy-Verleihung im Jahr 2020 konnte sich die Reality-TV-Show sogar Hoffnung auf sieben Auszeichnungen machen. Diesmal reichte es jedoch lediglich zum Preis in der Kategorie Outstanding Structured Reality Programm. Auch 2021 ging diese Auszeichnung an das Team von „Queer Eye“, die sich somit zum vierten Mal in Folge über den Sieg in dieser Kategorie freuen konnten. Bei den anderen fünf Emmy-Nominierungen des Jahres 2021 ging die Serie allerdings leer aus

„Queer Eye“: Die Kritiken

„Queer Eye“ erfreut sich einer recht großen Beliebtheit bei den Zuseher:innen. Mehr als 16.000 Personen haben die Reality-TV-Show auf der Plattform IMDb bewertet und durchschnittlich 8,5 von zehn Sternen vergeben. Auf Rotten Tomatoes lag die Bewertung durch das Publikum Anfang Dezember 2021 bei 84 Prozent. Noch größer ist der Zuspruch der internationalen Kritiker:innen, die sich zu 93 Prozent positiv über die Serie äußerten.

Im Juni 2018 kritisierte die „Süddeutsche Zeitung“ zwar, dass die Serie viele Klischees bedient und Menschen zu „modifizierbarer Ware“ macht. Allerdings betont sie auch, dass es dem „Wohlfühlfernsehen“ gelingt, die harte Realität der Personen, derer sich die Fab Five annehmen, warmherzig zu thematisieren.

Im Juli 2019 lobte die „TAZ“, dass in „Queer Eye“ auf Geringschätzung verzichtet wird. Stattdessen wird das Umfeld der Heroes in den Veränderungsprozess einbezogen. Allerdings kritisierte sie, dass gerade dies in der Episode „Disabled but Not Really“ aus der vierten Staffel nicht erfolgreich war. Dort war der Hero ein querschnittsgelähmter Afroamerikaner, der eine Selbsthilfeorganisation gegründet hat.

Von Alexander Kords

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