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9 Schauspieler:innen, die sich auch in anderen Berufen versuchen - mit unterschiedlichem Erfolg

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Von: Christian Kisler

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Montage: Lars Eidinger, Edita Malovčić
Achtung, Schauspieler:innen auf Abwegen: Lars Eidinger vor einer seiner Fotografien, Edita Malovčić beim Singen. © Franz Gruber/Kurier/Thomas Jantzen/First Look/APA-PictureDesk/BuzzFeed Austria

Was haben Lars Eidinger, Edita Malovčić und Steven Seagal gemein? Richtig, sie sind allesamt Schauspieler:innen. Was noch? Sie und noch einige andere versuchen sich auch in anderen Berufen. Wir haben die Liste schlechthin.

Sich irgendwann früh im Leben für einen bestimmten Beruf entscheiden zu müssen, kann zu ordentlich Frust im späteren Erwerbsleben führen. Davor ist niemand gefeit, auch nicht Menschen, die sogenannte kreative Berufe ausüben. Unsereins zieht sich zur Abwechslung von unserem Brotberuf in den Hobbykeller und auf den Fußballplatz zurück oder wirkt jeden Dienstag in der Lai:innenspielgruppe mit und spielt jeden Donnerstag Bass in einer Cover-Band. Das ist bei Schauspieler:innen nicht anders. Nur dass bei ihnen das Hobby mitunter zum Zweitberuf ausartet. Was nicht alle gut finden, wenn sie feststellen müssen, dass das darstellende Volk in ihrem Revier unterwegs ist. Die österreichische Band Kreisky hat den passenden Song dazu gemacht, mit Unterstützung von zahlreichen Schauspieler:innen wohlgemerkt.

Wir haben uns jedenfalls in die Archive begeben und eine kleine Liste erstellt, mit internationalem und heimischem Staraufgebot - in keiner bestimmten Reihenfolge.

1. Lars Eidinger

Wo anfangen bei diesem Tausendsassa? Gerade erst hat Lars Eidinger in Wien eine Ausstellung mit seinen Fotografien eröffnet. Eine Profession, die den Mann, der nicht nur auf Theaterbühnen, sondern auch in Film und TV glänzt, seit früh begleitet. Ein Berufseignungstest ergab, dass er am besten Fotograf werden sollte. Er entschied sich für eine Karriere als Schauspieler. Was ihn nicht daran hindert, als Designer und DJ in Erscheinung zu treten sowie in einem Haufen Videos von Deichkind abzudancen. Und eben Alltägliches mit seinem iPhone aufzunehmen und auszustellen.

2. Edita Malovčić

Dass die Wienerin Edita Malovčić eine Frau mit vielen Talenten ist, ist kein allzu großes Geheimnis. Als Schauspielerin hat sie schon früh zu glänzen gewusst, unvergessen ihre Rolle an der Seite von Nina Proll in Barbara Alberts Film „Nordrand“, 1999. Ansonsten hat sie die unterschiedlichsten Frauenfiguren drauf. Und nicht nur das, wie man seit ihrer Teilnahme bei „Dancing Stars“ weiß, ist sie auch eine begnadete Tänzerin. Wenn sie zumindest früher unter dem Namen Madita im Spannungsfeld zwischen Electro-Pop, Trip-Hop und Jazz Musik gemacht hat, war das keine Nebenbeschäftigung, sondern quasi gleichberechtigt zur Schauspielerei. Singen tut sie immer noch, ihr Pseudonym hat sie aber abgelegt.

3. Manuel Rubey

Manuel Rubey hat sich gemacht, er ist quasi überall in Österreich zu sehen. Erste Beachtung hat er allerdings in den Nullerjahren als Sänger und Gitarrist der Band Mondscheiner bekommen. Die steuerte auch den Titelsong zur unfassbar gefloppten ORF-Seifenoper „Mitten im 8en“ bei. 2010 war dann Schicht im Schacht, davor noch gab Rubey den Falco in „Falco - Verdammt, wir leben noch!“ - eine Rolle, die damals, 2007, vielleicht doch eine Spur zu groß für ihn war. Abgesehen von der Musik widmet sich Manuel Rubey gerne dem Kabarett, auch schon einmal mit Thomas Stipsits. Der wiederum macht‘s umgekehrt: erst Kabarett, dann Schauspielerei.

4. Franz Morak

Bei diesem Kandidaten ist es gut möglich, dass du ihn gar nicht kennst, ist er doch auch schon 75. Sein Lebenslauf ist jedenfalls beachtlich. Einen Namen machte er sich zunächst als viel beachteter und gefeierter Schauspieler und Regisseur am Wiener Burgtheater. Ab 1980 versuchte er sich als Sänger mit „schneeweißem New Wave Schizo Punk“ und provozierte, wo es nur ging. Umso verwunderlicher, dass er ab 1994 ausgerechnet mit einem ÖVP-Ticket im Nationalrat saß und darüber hinaus während der schwarz-blauen Regierungen unter Wolfgang Schüssel das Amt des Staatssekretärs für Kunst und Medien bekleidete. 2008 ging er mit 62 in Frühpension, nur um zehn Jahre später noch ein Album rauszubringen, das lebensfroh betitelte „Leben frisst rohes Fleisch“.

5. Zooey Deschannel

Zooey Deschannel war in den Nullerjahren die leibhaftige Version eines weiblichen Indie-Nerds und damit die Traumfrau so manchen männlichen Indie-Nerds. Musik hat sie eigentlich immer schon nebenbei gemacht, auch den Titelsong ihrer Serie „New Girl“ hat sie selbst gesungen. Nur folgerichtig, dass sie mit dem Gitarristen M. Ward ein von den 1950er und 1960er Jahren beeinflusstes, leicht nerdiges, richtig, Indie-Duo gründete. Sein nicht besonders origineller Name: She & Him. Nicht nur die inzwischen drei Weihnachtsalben sind ganz und gar entzückend. Wie Zooey selbst. Hach.

6. Steven Seagal

Gut, dieser Mann ist alles andere als entzückend. Dafür hat Steven Seagal die längste Liste an neben der Schauspielerei ausgeübten Berufe. Dabei war er schon erfolgreich, bevor er zum Schauspieler wurde, als Kampfsportler nämlich. Berühmtheit erlangte er als Hauptdarsteller, Regisseur und Produzent seiner eigenen Filme. Nebenbei ist er seit 20 Jahren ehrenamtlicher Deputy Sheriff, also eigentlich Polizist, und versuchte auch als Country-Musiker Fuß zu fassen. Nicht schlecht auch, was er seit 2013 beruflich macht: Er ist in Russland Politiker für die Putin-freundliche Partei Gerechtes Russland. Neben der US-amerikanischen besitzt er folgerichtig auch die russische Staatsbürgerschaft. Und die serbische. Ein schräger Vogel.

7. Jeremy Renner

Würdest du von diesem Mann eine Wohnung mieten? Wahrscheinlich eher nicht, weil das nicht ganz dem durchschnittlichen Geldbeutel entspricht. Jeremy Renner ist nämlich nicht nur ein renommierter Schauspieler und als Hawkeye auch Marvel-Fans ein Begriff. Nebenbei ist er im Immobilien-Business tätig, kauft alte Häuser auf, renoviert sie mit einem Freund und verkauft sie mit hohem Gewinn. Und natürlich ist er, wie eigentlich eh fast alle Schauspieler:innen auch noch Musiker, schreibt seine Songs, singt sie und spielt Gitarre, Keyboards und Schlagzeug. Ein Wunderwuzzi also.

8. Daniel Day-Lewis

Hurra, endlich ein Schauspieler, der NICHT singt! Daniel Day-Lewis hat das auch nicht wirklich nötig, er ist der einzige männlicher Mime, der bereits dreimal den Oscar für seine Leistung als bester Hauptdarsteller mit nach Hause nehmen durfte. Das war ihm aber augenscheinlich nicht genug, wobei er es in vier Jahrzehnten gerade einmal auf rund 20 Filme gebracht hat. Nein, Ende der 1990er Jahre zog sich Daniel Day-Lewis gleich für fünf Jahre aus dem Filmbusiness zurück, um in Florenz das Schuhmacherhandwerk zu erlernen. Ein beachtlicher Karrieremove. Da bekommt das alte Sprichwort „Schuster, bleib bei deinen Leisten“ gleich eine ganz andere Bedeutung. 2017 hat der weltbeste Schauspieler seine Schauspiekarriere im Alter von 60 Jahren leider beendet.

9. Charlotte Gainsbourg

Die Tochter vom alten Saubartel Serge Gainsbourg und von Jane Birkin hat immer Rollen abseits des Mainstreams bevorzugt, sei es in „Der Zementgarten“, „The Science of Sleep“ oder „Melancholia“. Nebenbei macht sie, richtig getippt, Musik, und zwar keine schlechte. Wie das filmische Schaffen der Französin bewegt sich auch das musikalische fern aller ausgetrampelten Pfade. Zuletzt war es das fantastische Album „Rest“. Solltest du dir mal zu Gemüte führen, es soll dein Schaden nicht sein. Und nein, es ist ungewöhnlich, aber tanzbar und eigentlich gar nicht schräg.

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