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Als Vorbereitung auf „Spider-Man: No Way Home“ beantwortet ein Experte die meistgegoogelten Fragen zu Spinnen

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Von: Johannes Pressler

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Links im Bild ist Spider-Man, rechts der Spinnenexperte Christoph Hörweg.
Am Freitag startet „Spider-Man: No Way Home“ in den Kinos. Dazu hatten wir einige Fragen an den Spinnenexperten Christoph Hörweg. © Sony Pictures/Everett Collection/APA-PictureDesk/Christina Rittmannsperger/Naturhistorisches Museum


Was unterscheidet Spinnen von Insekten? Woran erkennt man einen Spinnenbiss? Christoph Hörweg vom Naturhistorischen Museum in Wien steht Frage und Antwort zu den wichtigsten Google-Fragen über Spinnen.

Endlich ist es soweit: Seit Freitag läuft „Spider-Man: No Way Home“ in den Kinos. Der neue Streifen mit Tom Holland in der Rolle als Spider-Man ist der wohl wichtigste Film des Marvel Cinematic Universe (MCU) seit „Avengers: Endgame“ aus dem Jahr 2019. Ein weiteres Mal dreht sich jetzt bei Marvel alles um den Jungen aus Queens in New York, der von einer Spinne gebissen wird und dadurch übermenschliche Fähigkeiten erhält.

Spider-Man ist einer der beliebtesten Comiccharaktere überhaupt. Spinnen selbst sind aber das Tier, vor dem Menschen am meisten Angst haben, wie eine Studie des „British Journal of Psychology“ vor rund zwei Jahren herausfand. Grund genug für uns, dem Zoologen und Kurator der Spinnentiersammlung im Naturhistorischen Museum in Wien, Christoph Hörweg, zehn der am meisten gesuchten Google-Fragen über Spinnen zu stellen.

Herr Hörweg, worin unterscheiden sich Spinnen von Insekten?

Insekten haben sechs Beine, einen dreigliedrigen Körper (Kopf, Brust, Hinterleib), zwei Netzaugen sowie Flügel und Fühler. Spinnen auf der anderen Seite haben acht Beine, der Körper ist zweigliedrig (Vorderleib, Hinterleib). Außerdem haben Spinnen acht Linsenaugen und Taster, dafür keine Flügel.

Warum machen Spinnen ein Spinnennetz?

Nicht alle Spinnen produzieren ein Spinnennetz. Jenen, die ein Netz bauen, dient es zum Beutefang von Insekten. Ein Spinnennetz ist im Prinzip wie ein nachhaltiges, wiederverwertbares „Fliegengitter“. Die Spinnseide selbst wird auch für den Kokonbau und für Lauffäden verwendet.

Wie produzieren Spinnen ihre Fäden?

In den Spinndrüsen. Dort wird der Faden produziert und über die Spinnwarzen, die am Hinterleib zu finden sind, ausgepresst und in Form gebracht. Durch die Kombination unterschiedlicher Spinndrüsen und Spinnwarzen können auch verschiedene Typen von Spinnfäden produziert werden: Dazu gehören robuste Rahmenfäden, Seide für den Kokon oder auch Klebefäden für die Fangspirale der Radnetze.

Warum gibt es Spinnennetze im Herbst?

Spinnennetze gibt es zu jeder Jahreszeit, so dienen sie auch im Herbst zum Beutefang. Typisch für den Herbst ist oft der Altweibersommer, wenn Spinnfäden durch die Luft fliegen. Mit denen lassen sich Jungspinnen „verdriften“ und können sich so ausbreiten.

Wonach riechen Spinnen?

Gute Frage, mir ist eigentlich noch nie ein bestimmter Geruch aufgefallen. Ich würde sagen, sie riechen gar nicht.

Wodurch werden Spinnen angelockt?

Sehr oft von Licht, eigentlich immer vom Nahrungsangebot. Wenn Insekten von Licht angezogen werden, sind auch Spinnen da, wie man zum Beispiel auf Brücken, in Unterführungen oder bei Straßenlaternen gut bemerken kann.

Warum haben Menschen Angst vor Spinnen?

Da gibt es mehrere „Theorien“: Zum einen evolutionsbedingt, weil frühe Vorfahren mit gefährlichen Spinnen zu tun hätten, sodass diese Vorsicht vererbt wurde. Außerdem kann so eine Angst auch „erlernt“ werden. Wenn Kindern zum Beispiel ständig nur gesagt wird, dass sie vor Spinnen aufpassen sollten. Ein weiterer Grund könnte das Verhalten der Spinnen sein. Besonders ihre Fortbewegungsart (lautlos, schnell) ist für den Menschen irgendwie unberechenbar. Eigentlich ist die Angst vor Spinnen aber total unbegründet. Von den weltweit knapp 50.000 Spinnenarten sind vielleicht 100 für den Menschen potenziell gefährlich. In Mitteleuropa brauchen wir uns vor keiner einzige heimischen Spinne fürchten.

Woran erkennt man einen Spinnenbiss?

Das ist gar nicht einfach. An der Haut sollten eigentlich zwei Einstichstellen der beiden Giftklauen zu sehen sein, aber das ist nicht immer der Fall. Daher ist aus wissenschaftlicher Sicht ein Bissfall nur dann gegeben, wenn man den Biss selbst beobachtet hat oder zumindest sofort nach dem Biss eine Spinne in der Nähe bemerkt hat. Sehr oft sind vermeintliche Spinnenbisse eigentlich Stiche von Insekten. Mögliche Symptome von Spinnenbissen in Mitteleuropa sind von der Intensität her ähnlich wie Bienen- oder Wespenstiche.

Warum sollte man Spinnen nicht mit dem Staubsauger einsaugen?

Weil man sie dann töten würde.

Und wie vertreibt man Spinnen, ohne sie zu töten?

Am einfachsten ist es, sie mit einem Glas oder Becher vorsichtig einzufangen, ein Blatt Papier darunterzuschieben und die Spinnen aus dem Wohnbereich hinauszubefördern.

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