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Do spüt die Musik: Alles, was ihr über den bekannten Streamingdienst Spotify wissen müsst

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Spotify App auf dem Smartphone
Die App des Musikdienstes Spotify wird auf dem Display eines iPhone angezeigt. © Fabian Sommer / dpa

Spotify erlaubt Zugriff auf Musik, Hörbücher, Podcasts und Videos. Die Musikwiedergabe ist kostenfrei oder mit kostenpflichtigem Abo möglich. Wissenswertes zum Streamingdienst.

Der Streamingdienst Spotify punktet mit mehr als 70 Millionen Songs. Kein Wunder, dass er mittlerweile 345 Millionen Nutzer:innen jährlich und 155 Millionen zahlende Abonnent:innen in 178 Ländern zu verbuchen hat. Doch wie kam es zum Erfolg?

Spotify: Der Beginn einer Erfolgsgeschichte

Im Jahr 2006 schrieben die beiden Schweden Daniel Ek und Martin Lorentzon Geschichte, indem sie eine ebenso einfache wie auch innovative Idee in die Tat umsetzten. Bis dato musste jeder, der seinen Lieblingssong hören wollte, eine komplette CD kaufen. Eine andere Möglichkeit war, ihn durch illegalen Download zu erwerben. Daniel Ek war schon vor der Spotify-Gründung an Innovationen und Informationstechnologien interessiert, Martin Lorentzon hatte sich für ein Studium der Industrieökonomie entschieden und war später im Online-Marketing tätig gewesen.

Als sich beide trafen, war schnell klar, dass sie beruflich zusammenarbeiten wollten. Der Gedanke war, eine Alternative zur Vermeidung von Musikpiraterie zu finden, die jährlich zu Milliardenverlusten sowohl bei den Plattenfirmen als auch bei den Künstlern führte. Als Lösung erwies sich ein „Streamingdienst, der alle Interpret:innen auf einer Plattform vereint und die Künstler:innen an den Einnahmen beteiligt“. Außerdem sollte dieses Audio-Streaming begrenzt kostenlos nutzbar sein. Am 23. April 2006 gründeten sie ganz offiziell Spotify. Nach Softwareprogrammierung und Vertragsabschlüssen mit den großen Musiklabels ging Spotify erstmals am 7. Oktober 2008 online. Der Hauptsitz des Unternehmens befindet sich in Stockholm.

Spotify: Vom Start-up zum weltweiten Erfolg

Das Potenzial des Streamingdienstes machte sich bereits 2009 bemerkbar, zu diesem Zeitpunkt hatte Spotify bereits eine Million zahlende Abonnent:innen überzeugt. In den Jahren bis 2013 stieg die Zahl der Abonnent:innen auf acht Millionen, das Jahr 2017 zählte bereits beachtliche 50 Millionen. 2021 konnte die Anzahl noch einmal auf 345 Millionen Nutzer:innen und mehr als 155 Millionen zahlende Abonnent:innen erhöht werden. Damit wurde Spotify zum unangefochtenen Marktführer und ließ Konkurrenten wie Apple Music und Amazon weit hinter sich.

Der Erfolg des Streamingdienstes brachte einerseits zahlungskräftige Investor:innen, andererseits mussten die Spotify-Gründer hohe Gebühren für Lizenzen finanzieren. Hinzu kamen hohe Künstlerprovisionen. Dies bedeutete für das Jahr 2011, dass Spotify durch Audio-Streaming zwar einen Umsatz von 188 Millionen Euro erwirtschaften konnte, aber dennoch einen Verlust von 40 Millionen Euro hinnehmen musste.

Trotz Umsätzen in Milliardenhöhe schrieb Spotify erst ab 2018 schwarze Zahlen ‒ das Jahr, in dem das Unternehmen an die Börse ging und nach dem ersten Börsentag mit 26,5 Milliarden US-Dollar bewertet wurde Der Erfolgsweg der beiden Spotify-Gründer begann 2006 mit einer innovativen Idee und führte 2021 zu einem Vermögen von jeweils fünf Milliarden US-Dollar.

Spotify und sein Künstler:innen-Konzept

Durch Kooperationen mit großen Musiklabels wie Sony, Universal und Warner sind nahezu alle Künstler:innen auf Spotify vertreten. Von den Einnahmen aus Werbung und Abonnements zahlt der Streamingdienst rund 70 Prozent an die Rechteinhaber:innen aus. Diese werden nach prozentualem Anteil an den einzelnen Songs aufgeteilt. Für das Jahr 2020 bedeutete dies, dass rund 13.400 Künstler:innen mindestens 50.000 US-Dollar verdient haben ‒ davon 870 Künstler:innen mehr als eine Million Dollar.

In der Vergangenheit kritisierten Künstler:innen des Öfteren dieses Vergütungsmodell, bei dem im Jahr 2013 pro übertragenem Musikstück lediglich zwischen 0,6 und 0,84 US-Cent an sie ausgeschüttet wurden. Namhafte Künstler:innen widersetzten sich deshalb zunächst der Veröffentlichung ihrer Musik bei Spotify, darunter Stars wie Taylor Swift und Herbert Grönemeyer. Die Künstlerin äußerte sich hierzu wie folgt: „Ich möchte mit meinem Lebenswerk nicht zu einem Experiment beitragen, das nach meinem Gefühl Autor:innen, Produzent:innen und Künstler:innen nicht fair entschädigt.“

Ab Juni 2017 war das musikalische Werk von Taylor Swift dann doch über Spotify abrufbar, ebenso das von Herbert Grönemeyer. Inzwischen sind viele Musiker der Gegenwart sogar bekennende Fans von Audio-Streaming. Rita Ora gab zu: „Ich nutze all diese Technologien“. Der britische Musiker Olly Murs erklärte: „Spotify hat den Markt in eine neue Richtung verändert“. Als er jung war, hätte er noch illegale Webseiten genutzt.

Audio-Streaming: Wie sich Spotify finanziert

Von Anfang an war das erklärte Ziel von Daniel Ek und Martin Lorentzon, möglichst viele Künstler:innen auf Spotify zu vereinen und auf diese Weise ein für die Kund:innen besonders interessantes Angebot zu schaffen. Die Kosten für anfallende Lizenzgebühren sollten bei der kostenlosen Basisversion über Werbung finanziert werden. Wer den Streamingdienst ohne Werbeunterbrechungen und frei von Einschränkungen nutzten wollte, konnte sich für das Premium-Abonnement entscheiden. Die Bezahlvariante „Spotify Premium“ konnte mit werbefreien Inhalten, direktem Abspielen, Möglichkeiten zum Download und besserer Audioqualität viele Abonnent:innen gewinnen.

Podcasts, Hörbücher, Videos und exklusive Produktionen ergänzten das Angebot. Im Jahr 2021 betrug der Preis für ein Premium-Abo monatlich 9,99 Euro. Hinzu kamen finanziell attraktive Abovarianten wie „Spotify Premium Student“ (4,99 Euro) oder „Spotify Premium Family“ (14,99 Euro) für bis zu sechs Familienmitglieder mit gleicher Postadresse. „Spotify Kids“ wurde speziell für Kinder ab drei Jahren konzipiert, sofern im zugehörigen Haushalt ein entsprechendes Premium-Abonnement vorhanden war.

Im Juli 2020 ergänzte Spotify sein Angebot um „Spotify Premium Duo“ für zwei in einem Haushalt lebende Personen. Von Dezember 2020 an nahm Spotify Rücksicht auf Regionen mit geringer Kaufkraft (beispielsweise Indien) und bot mit „Spotify Premium Mini“ die Möglichkeit, Audio-Streaming nur tage- oder wochenweise zu nutzen.

Audio-Streaming über verschiedene Geräte

Das Angebot des Streamingdienstes kann über verschiedenste Betriebssysteme genutzt werden, was zu enormer Flexibilität bei den Nutzer:innen führt:

Spotify: Algorithmus und Programm

Spotify lernt, die bevorzugte Musik des Users/der Userin zu erkennen und präsentiert zukünftig ein auf dessen persönlichen Geschmack zugeschnittenes Programm. Funktionen wie „Discover Weekly“, „Release Radar“, „Familiy Mix“ und „Top Songs“ orientierten sich an kürzlich bzw. häufig gehörten Songs.

Neben Musik bietet Spotify eine große Auswahl an Hörbüchern und Podcasts. 2021 hatte Spotify mehr als 3,2 Millionen Podcasts im Angebot, darunter „Gemischtes Hack“, „Fest & Flauschig“ sowie „Archwell Audio“ ‒ den Podcast des britischen Prinzen Harryund seiner Gattin Herzogin Meghan. An soziale Netzwerke angelehnt bietet Spotify die Möglichkeit, der Lieblingsband zu folgen, sich mit (Facebook-)Freunden auszutauschen oder deren Aktivitäten zu beobachten. Gemeinsam lassen sich dann Playlisten für die nächste Party erstellen. Wer beim Audio-Streaming nicht gestört werden will, schaltet auf „Private Session“.

Von Gabi Knapp

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