1. BuzzFeed.at
  2. Buzz
  3. Popkultur

Der neue Batman-Film wurde von Kurt Cobain inspiriert und das ergibt schon Sinn

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Christian Kisler

Kommentare

Kurt Cobain bei einem Konzert 1993, Robert Pattinson bei den Dreharbeiten zu „The Batman“ in Liverpool 2020
Kurt Cobain bei einem Konzert 1993, Robert Pattinson bei den Dreharbeiten zu „The Batman“ in Liverpool 2020 © dpa Picture Alliance/Peter Byrne/PA/APA-PictureDesk/BuzzFeed Austria

Lange dauert es nicht mehr, und „The Batman“ mit Robert Pattinson in der Titelrolle läuft in den heimischen Kinos. Regisseur Matt Reeves hat im Vorfeld erklärt, dass dabei Kurt Cobain eine große Rolle gespielt hat.

Die Figur des Batman, des Fledermausmannes, erschien 1939 in einem Heft namens „Detective Comics“, einem Magazin das DC zwei Jahre davor ins Leben gerufen hat. In der Zeit seit seinem ersten Auftritt hat Batman einige Wandlungen durchgemacht: vom grellen, cartoonhaften Charakter in den 1960er Jahren über die eher schlecht gealterte Version von Kult-Regisseur Tim Burton in den späten 1980ern und frühen 1990ern bis hin zur zornigen und damals schon recht düsteren und gleichsam großartigen Verfilmung von Christopher Nolan mit Christian Bale in der Titelrolle. Batman ist eine Projektionsfläche, auf der sich einiges ausgeht. Wobei wir über die misslungenen Streifen mit Val Kilmer und George Clooney und zuletzt Ben Affleck in „Batman v Superman: Dawn of Justice“ den Mantel des Schweigens breiten wollen.

„The Batman“ kommt ohne Aquaman zurecht

Konkurrent Marvel legt einen Hit nach dem anderen vor, während DC Comics und Warner einen Bauchfleck nach dem anderen landen. Warum muss Batman unbedingt mit Aquaman, einer der absonderlichsten Comicfiguren ever, gemeinsame Sache machen? Ich meine, ernsthaft, das geht sich einfach nicht aus. DC und Warner schienen daraus gelernt zu haben und lassen mit „The Batman“ einen Film los, in dem das übrige DC-Universum einfach außen vor bleibt. Regisseur Matt Reeves legt den ersten Trailern zufolge einen Film vor, der alle vergangenen Fledermaus-Streifen in Sachen Dunkelheit, Trostlosigkeit und Brutalität in den Schatten stellt.

Dass mit dem Briten Robert Pattinson ein relativ junger Schauspieler den Zuschlag für Rolle bekommen hat, sorgte für gemischte Reaktionen. All jene, die ihn nur aus den „Twilight“-Filmen kannten, waren gelinde gesagt unzufrieden. Doch diejenigen, die Pattinson in einer Reihe Indie-Filme danach gesehen haben, etwa im Zwei-Personen-Schwarzweiß-Drama „The Lighthouse“ mit Willem Dafoe, waren begeistert. Der 35-Jährige ist weit mehr als ein Mädchenschwarm, das zeigt er mit seiner gebrochenen Darstellung des jungen Bruce Wayne/Batman in der jüngsten Verfilmung.

Vierteilige Comicreihe als Vorlage für „The Batman“

Inspirieren ließ sich Matt Reeves vom sogenannten New Hollywood der 1970er Jahre, von Filmen wie „French Connection“, „Chinatown“ und „Taxi Driver“. Letzterer war auch Einfluss genug für eine weitere Großtat aus dem Batman-Universum, „Joker“ mit Joaquin Phoenix aus dem Jahr 2019. Inhaltlich diente die vierteilige Comicreihe „Batman: Year One“ aus dem Jahr 1987 als lose Vorlage. Dabei wird nicht der Ursprung der Batmanlegende beleuchtet, also wie der kleine Bruce Wayne die Ermordung seiner Eltern beobachten musste und so weiter. Sondern seine ersten Gehversuche als Superheld ohne Superkräfte.

Für die von Pattinson dargestellte Version schwebte Reeves aber eine ganz andere Person als Vorlage vor: Kurt Cobain, der 1994 verstorbene Sänger, Gitarrist und Songschreiber der Grunge-Ikonen Nirvana. Das hat man nicht unbedingt sofort auf dem Schirm, war Cobain doch ausgewiesener Pazifist, „The Batman“ hingegen wartet mit gewalttätigen Szenen auf.

Kurt Cobain im ersten Trailer zu hören

In einem Interview mit dem Magazin „Esquire“ erklärt Matt Reeves, der auch am Drehbuch beteiligt war, dass er am Anfang des Schreibprozesses sehr viel Nirvana gehört hat. Vor allem der Song „Something in the Way“ vom Album „Nevermind“ sei dabei hängen geblieben. Nicht umsonst taucht das Lied im ersten Trailer zu „The Batman“ auf und verschmilzt mit der Stimme des Titelcharakters.

Dabei habe er folgenden Gedankengang gehabt: Wie könne er Bruce Wayne/Batman so darstellen wie noch nie? Indem er sich nach einem tragischen Ereignis, in diesem Fall die Ermordung seiner Eltern, so zurückziehe, dass niemand mehr weiß, was er tue? Ist er eine Art launischer, rücksichtsloser Drogenabhängiger? Für Matt Reeves ist Bruce Wayne genau das. Seine Droge fußt auf der Abhängigkeit vom Drang zur Vergeltung. Reeves: „Er ist eine Art ‚Batman-Kurt-Cobain‘.”

Auf den ersten Blick scheint das ein bisserl arg weit hergeholt, zumal Cobain ja nicht nur für seine Drogensucht bekannt war. Allerdings finden sich im verlotterten Anwesen Bruce Waynes Anleihen an das Haus in Gus van Sants Film über die letzten Tage Kurt Cobains, „Last Days“. Reeves ist diesbezüglich also konsequent. Auch das mit der Rache wird gnadenlos durchgezogen, so hört man Batman sagen: „Ich bin die Vergeltung. Ich bin die Nacht. Ich bin Batman“. Ein eigenes Bild kannst du dir ab 4. März im Kino machen.

Auch interessant

Kommentare