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„The Internet isn‘t real life“: Zu diesem Sound zeigen TikToker die Wahrheit hinter der Scheinwelt

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Von: Jana Stäbener

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TikTok-User:innen benutzen einen ganz bestimmten Sound, um die „wahren“ Seiten des Lebens zu zeigen.
Bei diesem neuen TikTok-Sound zeigen Menschen die „echten“ Momente ihres Lebens. © Screenshots Tiktok @itslisasun @professionaltraveler (Collage)

Auf TikTok benutzen User:innen momentan einen ganz besonderen TikTok-Sound, um das wahre Leben hinter ihren Social-Media Posts zu zeigen.

Dass Social-Media uns oft nicht guttut, haben Forschende in einer groß angelegten Umfrage herausgefunden. Überraschend ist es nicht, denn auf Instagram, TikTok und Co. vergleichen wir uns ständig. Wer hat die am schönsten eingerichtete Wohnung, die tollste Beziehung, ist am sportlichsten, am erfolgreichsten? Social-Media hat in den letzten Jahren zwar geradezu eine Revolution erlebt, seit der sich Influencer:innen auch mal ohne Make-up oder mit Bauchspeck zeigen – trotzdem dominieren dort immer noch die perfekten Seiten des Lebens. Ein TikTok-Sound will nun daran erinnern, dass Social-Media nicht das echte Leben ist.

Tiktok, Instagram und Co.: Social-Media und Depressionen stehen im starken Zusammenhang

In einer groß angelegten Studie des Massachusetts General Hospital (Boston) von 2020 bis 2021 zeigte sich, dass neben Kindern und Jugendlichen auch Erwachsene durch Social-Media negativ beeinflusst werden. Darüber berichtete beispielsweise NBC News im November 2021. An der Studie nahmen 5.395 Menschen teil, die als nicht-depressiv eingestuft wurden. Sie machten Angaben zu ihrer Social-Media-Nutzung und wurden dann zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal zu ihrer psychischen Gesundheit befragt.

Im Vergleich mit denen, die keine sozialen Medien benutzen, „zeigten Leute, die angaben, Facebook, Snapchat oder TikTok zu nutzen, in der zweiten Umfrage öfter Anzeichen einer Depression“, sagte Psychiater Roy Perlis, der Leiter der Studie, gegenüber NBC News. Die Forschung zeige nicht per se, dass Social-Media Depressionen auslöse. Eines sei jedoch deutlich: es gebe einen starken Zusammenhang zwischen Social-Media und Depressisonen.

„Ich weiß nicht, wer das hören muss, aber: Das Internet ist nicht das echte Leben“

Viele von uns kennen es: Besonders auf TikTok scrollen wir stundenlang ohne Pause und sehen immer wieder tolle Dinge, die wir in unserem eigenen Leben nicht wiederfinden. Dazu gehören ein perfekt gestyltes Outfit, leckerer Eiskaffee im Bett (den wir uns nie selbst machen würden, denn der Aufwand steht in keinem Verhältnis zum Ergebnis) oder eine wunderschöne, saubere Küche mit Metrofliesen. Doch was steckt hinter diesen Aufnahmen? Manchmal vergessen wir, dass hinter jeder sauberen Küche auch ein Wischmopp steckt, den eine Person erst schwingen musste (und dabei trug sie wahrscheinlich keinen schicken Gucci-Blazer).

Ben Rector will mit seinem Sound genau auf diese Dinge aufmerksam machen. Er will, dass wir uns beim Scrollen durch unser TikTok-Feed immer wieder sagen: „Hey, das ist nicht das echte Leben, mach dir keinen Stress.“ Der Sänger setzt sich für seine so wichtige Botschaft an sein Klavier und singt: „Ich weiß nicht, wer das hören muss, aber: Das Internet ist nicht das echte Leben.“ Am Ende grinst Ben ganz verhalten in die Kamera, so als ob er ganz genau wüsste, wie gut es tut, dass er das sagt. „Just for your information“, betitelt er seinen Sound, der mittlerweile von vielen anderen TikTok-User:innen genutzt wurde.

In diesem Text schreiben wir über einen TikTok-Trend, der nicht gerade positiv ist. Beim unfassbaren „Femizid-Trend“ auf Tiktok schwärmen Männer davon, wie sie Frauen ermorden.

Das bekannte Model Valeria Lipovetsky benutz den Sound, um zu zeigen, was hinter einem „perfekten Outfit“ eigentlich steckt: nämlich ein großer Haufen Klamotten-Chaos.

Viele Nutzer:innen filmen sich zu diesem Sound mit einem für TikTok so typischen Beauty Filter, der überhaupt keinen Bezug zur Realität hat und nur falsche Schönheitsideale propagiert.

Wir haben mit einem Schönheits-Chirurgen darüber gesprochen, dass sich immer mehr junge Menschen solche unrealistischen Schönheitsideale zum Vorbild nehmen, und operiert werden wollen.

Auch Body-Positivity strahlen viele dieser TikToks aus: Diese Userin zeigt, wie stark Posing unsere Bilder verändert und normalisiert so Cellulite, Food-Baby und Dehnungsstreifen.

Diese reiselustige Bloggerin filmt den Blick auf eine wunderschöne Hafenstadt: einmal ohne Touristen und einmal mit. Zweiteres ist wohl näher an der Realität als Filmaufnahmen von leeren Stränden und romantisch, einsamen Aussichtspunkten.

Eine TikTokerin zeigt sich sogar weinend in verschiedenen Lebenssituationen. Sie macht klar: Das Leben ist kein Ponyhof. Was wir nicht sehen in der Social-Media-Scheinwelt, in der wir so viel Zeit verbringen, sind die wirklich anstrengenden Momente des Alltags, in denen wir unser Leben anzweifeln, Angst haben, uns streiten oder einfach nur einen schlechten Tag haben.

Noch mehr TikTok-Trends gefällig? Hier schreiben wir über „GNTM“-Kandidatin Sophie, die auf den Tiktok-Trend #DracoTok aufgesprungen ist.

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