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#noclimartchange: Warum Tiroler Museen nach Tomatensuppe und Kartoffelpüree verlangen

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Von: Christian Kisler

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Ein mit roter Farbe beschüttetes Gemälde
Die Tiroler Landesmuseen sammeln Lebensmittel und bieten Klimaaktivist:innen einen freien Raum. © TLM

Tomatensuppe und Kartoffelpüree ins Museum schmuggeln? Nicht nötig, in den Tiroler Museen ist das ausdrücklich erwünscht, nach dem Motto: Helfen statt schütten.

Du erinnerst dich: Dinge wie Tomatensuppe und Kartoffelpüree in Museen sind eine Kombination, die die Gemüter erhitzt. Klimaaktivist:innen von der „Letzten Generation“ haben sie auf Gemälde in Galerien und Museen auf der ganzen Welt als Zeichen des Protests geschüttet.

Wobei stets darauf geachtet wird, dass die Kunstwerke selbst nicht beschädigt werden, sind diese doch stets hinter Glas. Zuletzt sorgte eine Aktion im Wiener Leopold Museum für Aufsehen, wurde dort doch eine schwarze, ölartige Flüssigkeit auf ein Werk von Gustav Klimt geworfen.

Tomatensuppe und Kartoffelpüree sollen nicht auf Kunstwerke geschüttet, sondern gespendet werden

Die Tiroler Landesmuseen nehmen das zum Anlass für eine Initiative unter dem Hashtag #noclimartchange. Sie fordern die Besucher:innen ausdrücklich dazu auf, Lebensmittel wie Tomatensuppe und Kartoffelpüree mitzubringen. Allerdings nicht, um diese auf Kunstwerke zu schütten. Vielmehr ist es ihr Ziel, dass Klimaaktivist*innen eine öffentliche Plattform geboten wird. Ein eigener Ausstellungsraum steht ihnen zur freien Gestaltung zur Verfügung. So soll die Klimakrise auch im Museum gezeigt werden.

Dabei sollen die mitgebrachten Lebensmittel nicht für Aktionen verwendet werden. Vielmehr sollen sie gesammelt werden, um bedürftige Menschen in Tirol zu unterstützen. Eine große Sammelbox im Ferdinandeum in Innsbruck steht jedenfalls schon bereit. Gefragt sind ohne Kühlschrank haltbare Lebensmittel wie etwa Suppen in Konserven, Mehl, Salz, Pfeffer, Zucker, Sirup, Marmelade oder Schokolade.

Landesmuseen und Klimaaktivist:innen sind sich einig

„Mit der Aktion #noclimartchange wollen wir dabei helfen, dass die Anliegen der Klimaaktivist:innen gesehen und gehört werden, ohne dass dabei Kunst- und Kulturgut gefährdet werden muss,“ so Karl Berger, Direktor der Tiroler Landesmuseen, in einer Aussendung. „Wenn darüber hinaus noch bedürftigen Menschen in Tirol geholfen werden kann, ist es umso besser.“

Bei den Organisationen „Erde Brennt!“, „Fridays for Future“, „Letzte Generation“ und „Protect Our Winters“ sorgte der zur Verfügung gestellte Ausstellungsraum für Zustimmung. „Auch sie (die Tiroler Landesmuseen, Anm.) sind der Meinung, dass Klimagerechtigkeit uns alle etwas angeht“, heißt es in einer gemeinsamen Stellungnahme. „Ja, wir in Österreich und Tirol spüren die Klimaveränderungen heute schon, doch noch viel mehr als wir in den Industrieländern, leiden Menschen aus dem globalen Süden darunter.“

Abschließend erklären die Klimaaktivist:innen: „Deshalb möchten wir, die ‚Letzte Generation‘, ‚Erde Brennt!‘, ‚Fridays For Future‘ und ‚Protect Our Winters‘ mit der Gestaltung dieses Raumes, unsere Gesellschaft davon überzeugen, gemeinsam mit uns aufzustehen. Weil wir eine Welt zu gewinnen haben!“

Wenn alle an einem Strang ziehen, lässt sich tatsächlich etwas bewegen, das lehrt die Geschichte. Die Aktion #noclimartchange der Tiroler Landesregierung ist das beste Beispiel dafür.

Nicht immer sorgt Tirol aber für positive Schlagzeilen. Gerade eben schlug ein Spot der Tirolwerbung, in der Hafermilch statt Kuhmilch vorkommt, hohe Wellen.

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