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Die Vienna Club Commission hat endlich eine neue Leitung

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Von: Christian Kisler

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Montage: ein DJ vor tanzenden Menschen in einem Club, wartenden Menschen vor einem Gürtellokal
Die Vienna Club Commission kümmert sich um alle Aspekte des Club-Lebens. © Robin Utrecht/Action Press/Jonas Walzberg/dpa/APA-PictureDesk/BuzzFeed Austria

Über ein dreiviertel Jahr hat es seit der Neuausschreibung gedauert, nun hat die Vienna Club Commission, Schnittstelle von Clubs und Politik, eine neue Leitung.

In anderen Ländern und Städten gibt es sie längst: sogenannte Nachtbürgermeister:innen, Vermittler:innen zwischen verschiedenen Interessengruppen, etwa Anrainer:innen und Clubbetreiber:innen oder -Veranstalter:innen. Darüber hinaus helfen sie behördlichen Angelegenheiten und erleichtern den Zugang zu diversen Servicestellen. An vorderster Stelle sollen Clubs als das sichtbar gemacht werden, was sie sind: Orte mit sozialer, aber auch kultureller Bedeutung, seien es Bars, Pop-up-Events oder durchkommerzialisierte Großraumdiscos. Die eine Clubszene gibt es nicht, es gibt vielmehr unzählige Splittergruppen.

Sie alle zu vertreten, ist in Wien eben Aufgabe der Vienna Club Commission, die 2020 als Pilotprojekt für ein Jahr ins Leben gerufen, dank Corona gleich einmal ins kalte Wasser geworfen und nicht zuletzt deshalb bis November 2021 verlängert worden war. Sodann erfolgte eine Ausschreibung, deren Deadline bereits am 27. Jänner war, also vor fast einem halben Jahr. Und diesmal sollte sich die Vienna Club Commission permanent um die Anliegen ihrer Schützlinge kümmern. Wie schon ursprünglich gibt es unterstützende Beratung und Workshops, Know-how und Networking sowie nationale sowie internationale Öffentlichkeitsarbeit.

Die neue Vienna Club Commission wurde einstimmig gewählt

Die Jury, die aus Vertreter:innen der Stadt Wien und einem Branchen-Beitrat bestand, entschied sich schließlich einstimmig für das Angebot des „Vereins für die Zukunft des Nachtlebens in Wien“. Angehen wird‘s die neue Vienna Club Commission mit August 2022, also in gut zwei Wochen. Die neue Geschäftsführung ist eine Doppelspitze bestehend aus Martina Brunner und Thomas Heher. Brunner übernimmt die inhaltliche Leitung, Heher kümmert sich um kaufmännische Aufgaben.

Letzterer ist ein popkultureller alter Hase, war er doch vor 25 Jahren unter anderem einer der Gründer des Magazins The Gap, betrieb mit P.A.M. Records ein eigenes Plattenlabel und ist Festivaldirektor des Waves Festivals. Brunner wiederum gründete bereits 2017 die Initiative N8BM - Nachtbürgermeister Wien, eine Service- und Vermittlungsstelle für das Wiener Nachtleben. Sie war außerdem 2020 Teil des durchaus erfolgreichen Pilotprojekts der Vienna Club Commission.

Der Mehrwert der Stadt soll im Club- und Veranstaltungsbereich soll gestärkt werden

„Es freut uns ungemein, nun die Chance zu haben, an die im Pilotprojekt aufgebauten Strukturen anzuknüpfen und das Angebot in den nächsten Jahren zu festigen und weiterzuentwickeln,“ ließen Brunner und Heher in einem ersten Statement verlautbaren. „Wir blicken mit Zuversicht der Zusammenarbeit mit den in Wien tätigen Akteur:innen der Club- und Veranstaltungszene, den Entscheidungsträger:innen auf politischer Ebene, komplementären Einrichtungen sowie mit den in Wien lebenden Menschen entgegen, um so den sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Mehrwert der Stadt im Club- und Veranstaltungskontext zu stärken.”

Die neue Vienna Club Commission wird über fünf Jahre alljährlich Mittel in Höhe von 300.000 Euro zur Verfügung haben, das sind bis Ende 2026 in Summe also 1,2 Millionen Euro. Aufgeteilt wird die Finanzierung auf die Geschäftsgruppen Wirtschaft, Kultur und Bildung der Stadt Wien. Schauen wir mal wie das wird, die neue Leitung ist jedenfalls mit allen Wassern gewaschen.

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