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Die Vienna Club Commission kümmert sich jetzt permanent um die Wiener Clubszene

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Von: Christian Kisler

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Montage: Ein Club mit feiernden Menschen, Auslage eines geschlossenen Clubs
Die Vienna Club Commission musste sofort während der COVID-19-Pandemie tätig werden © Michael Appelt/Verlagsgruppe News/Tobias Steinmaurer/APA-PictureDesk

Mit der Vienna Club Commission wurde eine Schnittstelle zwischen der vielfältigen und bunten Clubszene Wiens und politischen Entscheidungsträger:innen geschaffen, zunächst als Pilotprojekt. Jetzt wird sie neu ausgeschrieben.

Clubkultur ist vielfältig. Zwischen Bars, die als zweites Wohnzimmer dienen, Pop-up-Events mit fast schon anarchistischem Charakter und kommerzialisierten Großraumdiscos ist alles möglich. Auch in Wien ist da für jeden Fortgeh-Geschmack was dabei, egal ob du tanzen, chillen oder einfach was trinken gehen willst. Dass im Laufe der Zeit manche Clubs und Bars auf der Strecke bleiben oder verloren gehen, liegt auf der Hand.

Die Vienna Club Commission hätte so manchen Verlust abwenden können

Vielleicht hätte sich der eine oder andere Verlust vermeiden lassen können, hätte es schon früher eine Einrichtung wie die Vienna Club Commission (VCC) gegeben. Was in anderen Städten schon seit einigen Jahren gang und gäbe ist, gibt es seit Jänner 2020 in Wien auch. Zunächst als Pilotprojekt, das, soviel sei verraten, erfolgreich war und ab 2022 zur ständigen Anlaufstelle wird. Nicht umsonst wurde schon lange ein:e „Nachtbürgermeister:in“ gefordert.

Was gibt es zu tun? Zwischen den verschiedenen Interessengruppen wie etwa Anrainer:innen und Clubbetreiber:innen sowie -Veranstalter:innen vermitteln, den Zugang zu konkreten Hilfs- und Serviceangeboten bereitstellen und Clubs als das sichtbar zu machen, was sie sind: Orte, die nicht nur soziale, sondern auch kulturelle Bedeutung haben.

Und natürlich Informationen zur Verfügung stellen. Etwa zu Themen wie Beschallung und Lärmschutz, der Nutzung von öffentlichem Raum, dem Umgang mit Anrainer:innen oder aber Achtsamkeit und Awareness im Club. Ein weiterer Punkt gehört zu den Agenden der Vienna Club Commission, ursprünglich eigentlich die vordringliche Aufgabe: Daten erheben und Studien erstellen, um so zu zeigen, wie wichtig eine Service-, Beratungs- und Informationsschnittstelle für Wien ist.

Vienna Club Commission als Anlaufstelle Numero uno in der Pandemie

Dann kam die COVID-19-Pandemie, und damit wurde die Vienna Club Commission zur Anlauf- und Beratungsstelle Numero uno in der Krise. Clubkultur war plötzlich auch Thema bei jenen, die sonst wenig bis gar nichts damit am Hut haben. Immerhin gehört die Szene zu den am schwersten von den Maßnahmen zur Pandemie-Bekämpfung getroffenen Bereichen. Folgerichtig wurde das eigentlich auf ein Jahr begrenzte Pilotprojekt bis Ende November 2021 verlängert.

Bis dato war die Vienna Club Commission bei mica – music austria angesiedelt, für die nächsten fünf Jahre wandert sie zur Stadt Wien, zu den Ressorts Jugend und Kultur sowie Wirtschaft. Finanziert werden die 1,5 Millionen Euro Budget zu gleichen Teilen von der Stadt und der Wirtschaftsagentur Wien. Angeboten wird nach wie vor Information und Beratung, dazu sollen Workshops kommen und bei Networking sowie Öffentlichkeitsarbeit und Vermarktung unterstützt werden. Bewerbungen können noch bis 27. Jänner, 9.00 Uhr eingereicht werden, auch als Team.

Der Club als Wirtschaftsfaktor

Da neben der SPÖ auch die NEOS in der Wiener Stadtregierung sitzen, werden künftig auch Themen wie Clubs als Wirtschafts- und Städtetourismusfaktor eine Rolle spielen. Mit dem Berghain in Berlin als touristisches Zugpferd kann hier zwar noch nichts mithalten. Und auch sonst war Wien verglichen mit anderen Städten auch vor der Pandemie nicht unbedingt eine Weltstadt in Sachen Ausgehen. Aber: Das muss kein Fehler sein, gerade in Nischen hat sich die Wiener Clubkultur immer wieder hervorgetan, auch international. Und was den touristischen Anreiz anbelangt: Was nicht ist, kann ja noch werden.

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