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Ein österreichischer Wrestling-Star in der größten Liga der Welt hätte fast einen Nazi-Namen bekommen

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Von: Johannes Pressler

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Blick auf einen Wrestling-Ring in den USA.
Der österreichische Wrestling-Star Walter wird ab sofort öfters in den USA auftreten. Allerdings unter einem anderen Namen. ©  Po2 Dominique A. Pineiro/Zuma/APA-PictureDesk

Der in Wien geborene Walter Hahn gilt als einer der besten Wrestler der Welt. Eine umstrittene Namensänderung brachte den Österreicher in den Mittelpunkt der Wrestling-Schlagzeilen.

Schon seit drei Jahren steht Hahn bei dem Wrestling-Marktführer World Wrestling Entertainment (WWE) unter Vertrag. Bisher performte er großteils in Europa unter dem Namen Walter. Nun sieht es danach aus, dass der 34-Jährige öfters in den USA auftreten wird. Doch bereits zu Beginn seines neuen Karriereabschnitts gab es eine Kontroverse, über die sich die gesamte Wrestling-Welt die Haare ausriss.

Walter, einer der am meisten respektierten Wrestling-Performer der Welt

Gut, dir und deinen Friends wird Walter vielleicht nichts sagen. Doch innerhalb der Wrestling-Welt, die vor allem im Internet eine riesige Community ist, gilt der Österreicher als ein Phänomen. Im Vergleich zu vielen anderen modernen Wrestler:innen, die mit Salti und Schrauben in und um den Ring fliegen, sticht der „Ringgeneral“, wie sein bisheriger Spitzname war, als ein Unikat heraus.

Sein langsamer und harter Wrestling-Stil erinnert vielmehr an Matches aus dem vergangenen Jahrtausend. Das zeigt sich auch an seiner altmodischen Ringkleidung (schwarze Hose, schwarzer Mantel, schwarze Stiefel) und seinem Walkout-Song: der 9. Sinfonie des Komponisten Antonín Dvořák. Und ja, natürlich weiß ich, dass Wrestling prinzipiell eine ausgemachte Performance-Show ist. Das heißt aber nicht, dass das Ganze frei von Schmerzen ist. Insbesondere bei Walter.

Walter in die USA: Neues Jahr, neue Show

Einen Namen machte sich Walter in Westside Xtreme Wrestling (wXw), einer deutschen Wrestling-Organisation mit Sitz in Essen. Von dort aus wurde der 1,93 Meter große und 135 Kilogramm schwere Hühne zu einem europaweiten Star. Von mehreren Wrestling-Medien wurde er zum besten Wrestler Europas ausgezeichnet. Deshalb war es nur eine Frage der Zeit, bis auch die größte Wrestling-Organisation der Welt an der Tür des Österreichers klopfen und ihm einen Vertrag anbieten würde.

Nach seinem WWE-Debüt 2019 in der englischen Stadt Blackpool performte Walter die folgenden Jahre vor allem bei „WWE NXT UK“, einer Sendung der WWE, die fast nur aus europäischen Wrestler:innen besteht. Ganze 870 Tage war Walter der Champion dieser Show und damit der erfolgreichste Titelverteidiger einer WWE-Championship seit 1988.

Mit dem neuen Jahr scheint sich für Walter jedoch auch ein neuer Karriereabschnitt aufgetan zu haben. Denn wie in zahlreichen Wrestling-Medien berichtet wurde, wird er von nun an vor allem bei „WWE NXT“ auftreten. Das ist die US-amerikanische Version von „WWE NXT UK“ und eine von drei wöchentlichen TV-Sendungen, die sich WWE-Fans in den USA wöchentlich ansehen können.

WWE ändert den Namen von Walter

Marktführer WWE ist innerhalb der Branche bekannt dafür, die Namen von Wrestler:innen, die schon vor ihrer Zeit in WWE bekannt waren, zu ändern. Das macht die Organisation aus urheberrechtlichen Gründen, um einen größeren Teil des Profitkuchens für sich sichern zu können. Bei der Namensänderung von Walter kam es jedoch zu einer umstrittenen Kontroverse.

Die Wrestling-Organisation sicherte sich nämlich die Urheberrechte für den Namen Gunther Stark. Das sollte der neue Wrestling-Name von Walter werden. Was WWE jedoch anfänglich nicht realisierte und man mit einer einfachen Google-Suche hätte checken können: Günther Stark war ein deutscher Kommandant der nationalsozialistischen Kriegsmarine im Zweiten Weltkrieg.

Nach einem ordentlichen Shitstorm, den WWE kassierte, wird Walter Hahn von nun an nur als Gunther auftreten. All Elite Wrestling (AEW), der größte Konkurrent von WWE, machte sich in ihrer TV-Show schon lustig über die Namensänderung. Bei ihnen würden gute Wrestler:innen nämlich nicht zu „Gunther McGillybuddy oder wie auch immer“ umbenennt werden.

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