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Von Christkind bis Krampus: Die Weihnachtsfiguren im ultimativen BuzzFeed-Ranking

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Von: Christian Kisler

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Santa Claus in New York, Christkind in Engelskirchen
Wer macht das Rennen? Der Weihnachtsmann in New York oder das Christkind in Engelskirchen? Oder gar jemand anderes? © Copyright: Bryan R. Smith/AFP/picturedesk.com, Guido Ohlenbostel/Action Press/picturedesk.com, BuzzFeed Austria

Die Geschenke zu Weihnachten bringt das Christkind. Oder doch der Weihnachtsmann? Santa Claus? Väterchen Frost? Und was haben Nikolo und Krampus damit zu tun? Unser Ranking der beliebtesten Weihnachtsfantasyfiguren:

Selbstverständlich freuen wir uns, dass wir zu Weihnachten Zeit mit unseren Liebsten verbringen können, nervige Familienfeiern hin oder her. Wenn wir Glück haben, können wir uns die Bäuche voll schlagen und ein wenig Kraft tanken bis zu Silvester - solange die Feiertage nicht auf ein Wochenende fallen.

Aber ganz ehrlich: Geschenke sind natürlich auch nicht zu verachten. Die bekommen wir von Mama und Papa, Oma und Opa, Geschwistern, sonstigen Verwandten oder von Freundin oder Freund.

Glaubst du. In Wahrheit tritt ein ganzer Haufen Weihnachtsfiguren in Wettstreit, uns Packerl zu bringen. Christkind und Weihnachtsmann sind dabei nur die Spitze des Eisbergs, da gibt es von Hexen bis hin zu Ziegenböcken noch viel mehr. Wir haben das ultimative Ranking der Weihnachtsgeschenkebringer:innen erstellt.

10. Krampus: Kinderverzahrer und Gewalttäter

Dass sich der Krampus in unseren Breiten über eine jahrhundertealte Tradition freuen darf, sagt eh einiges über den geistigen Zustand unseres Landes aus. Auch, dass ihm mit 5. Dezember ein eigener Tag gewidmet ist. Streng genommen bringt der zottelige, mit Pferdefüßen, Hörnern und ekelhaft langer Zunge an den Teufel persönlich gemahnende Geselle gar keine Weihnachtsgeschenke.

Als Beiwagerl vom Nikolaus hat er für alle unartigen Kinder nur Kohlen und rohe Erdäpfel übrig - wenn sie Glück haben. Wenn sie weniger Glück haben, bekommen sie den Hintern gehörig versohlt - pädagogisch nicht wirklich zeitgemäß. Und wenn sie wirklich, wirklich Pech haben, steckte er sie in seine Butte, den Korb auf seinem Rücken, und nimmt sie mit sich mit. Niemand weiß wohin, klarer Fall von Kindesentführung. Hausbesuche werden neuerdings also nur noch von seinem gutmütigen Kompagnon, dem Nikolo, durchgeführt. Es wurden schon genügend Generationen traumatisiert. Ganz klar letzter Platz, nicht zuletzt weil Kinderverzahrer.

9. Día de los Reyes Magos: Wenn die Heiligen Drei Könige Geschenke bringen

Wenn wir etwas aus dieser Liste mitnehmen werden, dann nicht nur, dass auch andere Gestalten neben Christkind und Weihnachtsmann Geschenke bringen können. Sondern auch, dass das Datum variieren kann. So kommt nicht nur Väterchen Frost (siehe weiter unten) erst zu Neujahr. Die Heiligen Drei Könige treten in Spanien und einigen lateinamerikanischen Ländern ebenso wie die italienische Weihnachtshexe Befania (siehe noch weiter unten) erst am 6. Jänner mit ihren Geschenken auf den Plan.

Am Vorabend stellen Kinder für jeden der drei Könige ein Glas Likör sowie einen Keks aufs Fensterbrett. Das Eintreffen der Packerl läutet aber gleichzeitig das Ende des Weihnachtszaubers ein: Nach dem Verzehr des schmackhaften Dreikönigskuchens wird an diesem Tag sämtliche Weihnachtsdeko entfernt. Schluchz. Nicht zuletzt deshalb auf Platz 9.

8. Weihnachtsmann: Vom Nikolaus über Santa Claus bis hin zu Father Christmas

Mit diesem Kandidaten haben wir die weltweit wohl bekannteste, wenn schon nicht die beliebteste Weihnachtsfigur am Start. Nicht ganz sooo bliebt bei manchen deshalb, weil der Weihnachtsmann vielerorts anderen Gabenbringer:innen zumindest in jüngerer Vergangenheit ihren Platz an vorderster Front streitig gemacht hat. Dabei wollen wir mit einem Gerücht gleich einmal aufräumen: Der Weihnachtsmann ist keine Erfindung von Coca-Cola, auch nicht Santa Claus. Bestenfalls sein heutiges Erscheinungsbild geht auf die Kappe des Koffein-Limo-Konzerns, trug er früher neben rot doch auch gerne gelb, grün oder blau.

Ansonsten lassen sich viele Weihnachtsmann-Varianten auf den heiligen Nikolaus von Myra zurückführen. Andere auf eine sagenumwobene Gestalt aus dem hohen Norden, die die Menschen mit Nüssen auf den strengen Winter vorbereitet, dann wieder gibt es ähnliche Figuren wie Väterchen Frost, die aber letztlich doch ganz anders sind. Namen hat der gemütliche Dicke mit dem weißen Rauschebart jedenfalls viele: Santa Claus in den USA, Father Christmas in Großbritannien, Père Noël in Frankreich, Babbo Natale in Italien, Papà Noel in Spanien, um nur die bekanntesten zu nennen.

In Österreich bringt eigentlich das Christkind die Geschenke, deswegen kommt am 6. Dezember ja auch noch der Nikolo. Der Weihnachtsmann nimmt aber auch hierzulande überhand, wie man an immer mehr auf Außenwände raufkraxelnden Santa-Puppen erkennt. Und an solchen aus Schokolade, was jetzt weniger stört, schleck. Platz 8, weil heutzutage doch eher Mainstream.

7. Julbock: Ein Ziegenbock als Gabenbringer

Heute ist der Julbock nicht mehr als ein hübsches Dekoelement aus Stroh mit roten Bändern, das als Weihnachtsschmuck dient. Das war nicht immer so. Im 19. Jahrhundert brachte in Schweden, Dänemark und Norwegen ein Ziegenbock die Geschenke, davor noch verkleideten sich junge Männer mit Hörnern und Stroh, um zur Wintersonnenwende Kindern und jungen Frauen einen gehörigen Schrecken einzujagen.

Mit der Habergoaß gibt es im alpinen Raum noch heute ein ähnlich furchteinflößendes Kostüm, das im Rahmen der Perchtenläufe seinen Einsatz findet. Mit Weihnachten hat das aber nichts zu tun. Zurück zum eigentlichen Grund dieses Texts: In Skandinavien wurde der Julbock als Gabenbringer längst vom Weihnachtsmann und seinen Gehilfen abgelöst. Ein alter Mann mit Rentierschlitten ist auch nachvollziehbarer als ein Ziegenbock. Wobei: Zu Ostern kommt ja auch ein Tier mit Eiern als Geschenken, der Hase nämlich. So gesehen ...

Platz 7, weil in seiner ursprünglichen Form doch eher SEHR creepy.

6. Väterchen Frost und Snegurotschka: Russischer Weihnachtsmann mit Enkelin

Gut, dieser Dude ist doch recht geläufig, zumindest dem Namen nach. Dabei handelt es sich nicht bloß um eine etwas eigenwillige, russische Interpretation des Weihnachtsmannes. Es fängt damit an, dass Väterchen Frost, meist begleitet von seiner Enkelin Snegurotschka, auf Deutsch: Schneeflöckchen, nicht nur die Geschenke bringt, sondern auch gleich den Winter. Und der kann in Russland und einigen anderen Ländern, in denen er noch verbreitet ist, lang und hart sein.

Folgerichtig ist seine Kleidung auch nicht rot mit weißen Säumen, sondern blau. Ist ja auch die kältere Farbe. Der gute Mann und Snegurotschka kommen nicht am 24. Dezember, sondern in der Neujahrsnacht. Außerdem kann Väterchen Frost alles, wirklich alles, zu Eis verwandeln, sobald er es mit seinem Zepter berührt. Unangenehme Sache, ist ja leider kein Speiseeis. Platz 6, weil spannender als Weihnachtsmann, aber unterm Strich doch ein wenig unterkühlt.

5. Julenisse: Beliebter Weihnachtswichtel in Dänemark

Mit dem Julenisse wird der Sympathie- und Niedlichkeitsfaktor gleich um einiges gehoben. Kobolde und Wichtel haben in Dänemark einen festen Platz, so auch einer, der für Weihnachten zuständig ist, übrigens der einzige mit Familie. Er zieht in der Adventzeit in dänische Haushalte ein, hilft dem Weihnachtsmann beim Vorbereiten der Geschenke und erwartet sich im Gegenzug allabendlich Milchreis. Mmmmh, köstlich!

Aber wehe, man verärgert den possierlichen Kobold: Dann verschwinden schon einmal die Hausschlüssel oder landen Nüsse in den Schuhen. Wohl auch seiner geringen Körpergröße wegen ist er vor allem bei Kindern äußerst beliebt, auch als Weichnachtsdeko. Aber auch bei sentimentalen Deppen wie mir. Platz 5 nur deshalb, weil es noch besser wird. Aber hey, immer noch solides Mittelfeld!

4. Tió de Nadal: Der Geschenke scheißende Baumstamm

Oooookay, das ist für uns vielleicht ein wenig gar weird. Andererseits haben wir den Krampus, auch nicht besser - ganz im Gegenteil. Doch das hatten wir ja schon. Tió de Nadal ist ein Weihnachtsbrauch, der in erster Linie in Katalonien gepflegt wird. Dabei wird einem toten Baustamm ein lächelndes Gesicht aufgemalt, ein rotes Baskenmützchen aufgesetzt und eine Decke übergeworfen, damit er sich nicht erkältet. Zwei Beinchen bekommt er auch noch. Bis jetzt eigentlich noch ziemlich putzig!

Von 8. Dezember bis Weihnachten wird er schließlich mit Obst und Brot gefüttert, nicht ohne Grund. Am Heiligen Abend verstecken Eltern unter der Decke Kleinigkeiten und wollen ihren Kindern weismachen, dass der Stamm diese Geschenke scheiße - wenn sie nur fest mit einem Stock fest draufhauen würden, während sie ein Lied trällern. Dann wird abgedeckt, und siehe da! Der Baum hat gekackt, und im Sinne der Kleinen hoffentlich nicht zu knapp. Sind ja meist nur Süßigkeiten. Puh.

Sieger der Herzen, aber deshalb Platz 4, weil eigentlich nicht wirklich gesellschaftsfähig.

3. Befana: (K)eine Hexe zu Weihnachten

Wenn ein Ziegenbock oder ein kackender Baumstamm die Geschenke zu Weihnachten bringen können, warum nicht auch eine Hexe? Befana tritt in Italien auf den Plan, wenn es gilt, artigen Kindern Packerl zu bringen. Allerdings ist sie mit dem Dreikönigstag, also am 6. Jänner, reichlich spät dran, und das aus gutem Grund: Der Sage zufolge hörte Befana von der Geburt Jesu und wollte ihm auch einen Besuch abstatten, aber erst nach getaner Arbeit - löblich!

Als sie endlich fertig war und losflog, war der Leitstern allerdings bereits erloschen. Seitdem macht sie sich jedes Jahr aufs Neue auf die Suche nach Baby Jesus und liefert dabei eben Geschenke aus. Todtraurig eigentlich. Nicht zuletzt deshalb mit Nummero drei ein wohlverdienter Stockerlplatz.

2. Jólasveinar: 13 raue Weihnachtsgesellen aus Island

Raue Bedingungen bringen raue Gesellen hervor. Zumindest stell ich mir die Winter in Island nicht besonders kuschelig vor, weil lang und kalt und dunkel. Kein Wunder also, dass man sich dort für Weihnachten die Jólasveinar ausgedacht hat. Die Jólasveinar sind dreizehn derbe Weihnachtsgesellen. Ab dem 12. Dezember kommen sie von den Bergen zu den Menschen, einer nach dem anderen, bis sie zu Heiligabend vollzählig sind - nur um sich bis zum Dreikönigstag wieder einer nach dem anderen zu verabschieden.

Ursprünglich stahlen sie Essen und stellten sonstigen Unfug an, heute tragen sie die üblichen roten Mäntel und bringen Geschenke. Auch eine eigenwillige Karriere. Vor allem, wenn man bedenkt, dass es früher hieß, ihre Mutter sei die Kinder fressende Trollfrau Grýla. Lichtmangel regt die Fantasie wohl besonders an. Platz 2, auch aus Sorge, dass uns bei einer schlechteren Platzierung von den Jólasveinar übel mitgespielt wird.

1. Christkind: Baby Jesus, aber unsichtbar

Wer das Christkind schon einmal gesehen hat, verfügt über eine ausgeprägte Fantasie. Oder ist auf einem Weihnachtsmarkt einer der verkleideten jungen Frauen mit Wallekleid, blonder Perücke, Plastikflügeln und wahlweise Heiligenschein oder Krone aus Draht über den Weg gelaufen. Das Christkind, das echte wohlgemerkt, ist nämlich unsichtbar, wenn es sich anschickt, am Heiligen Abend Geschenke zu verteilen.

Zugegeben, die Wandlung von Baby Jesus in seiner Krippe zum fliegenden, blondgelockten, geschlechtslosen Kind mit Heiligenschein und Flügeln ist schon sehr erstaunlich. Allerdings gibt es auch einen Ortsteil im oberösterreichischen Steyr namens Christkindl, in dessen Postamt um Weihnachten ein Sonderstempel ausgegeben wird. Was soll eine:n da noch überraschen. Zu Recht Platz 1, weil ... Es ist das Christkind, darum!

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