1. BuzzFeed.at
  2. Buzz
  3. Popkultur

„Die Bereitschaft ist enorm groß“: YesWeCare bringt das Benefizkonzert am Heldenplatz, das dringend nötig ist

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Christian Kisler

Kommentare

Montage: Die burgenländische Band Cari Cari, der in den Farben Blau und Gelb getauchte Wiener Heldenplatz
Cari Cari gehören zu den Künstler:innen, die am YesWeCare-Benefizkonzert am Heldenplatz teilnehmen © Mike Vogl/Florian Wieser/APA-Picturedesk/BuzzFeed Austria

Solidarität und Gemeinsamkeit, das steckt hinter der Bewegung YesWeCare. Anlässlich des Kriegs in der Ukraine findet auf dem Wiener Heldenplatz ein Benefizkonzert statt, das Künstler:innen verschiedener Generationen vereint.

Vielleicht ist es ja Zufall, aber am 27. März 2022 ist es bereits eine Stunde heller. Es ist ein Sonntag, und in der vorangehenden Nacht werden die Uhrzeiger eine Stunde vorgestellt in Richtung Sommerzeit. Genau, es ist wieder so weit für die erste von zwei Zeitumstellungen im Jahr. Genau an diesem Sonntag, wie gesagt, dem 27. März geht auf dem Gelände des in den Farben der Ukraine beleuchteten Heldenplatzes ein Benefizkonzert über die Bühne. Je heller und wärmer, umso mehr Menschen werden daran teilnehmen, bleibt zumindest zu hoffen. Es soll ein musikalisches Miteinander für alle werden, die von der durch den russischen Angriff auf die Ukraine ausgelösten humanitären Katastrophe betroffen sind: Kinder, Familien, alle Menschen in der Ukraine sowie all jene, die fliehen mussten oder müssen.

Dafür verantwortlich zeichnet die Bewegung YesWeCare. Sie ist keine Unbekannte. Hinter YesWeCare stehen unter anderem Daniel Landau aus Wien und Roman Scamoni aus Innsbruck, die bereits mehrere Lichtermeere organisiert haben. Das Benefizkonzert haben sie gemeinsam mit dem Wiener Musiker Freude auf die Beine gestellt. Die ursprüngliche Idee dazu kam von Freude.

„Aufgrund der herrschenden Umstände in der Ukraine sowie der einhergehenden Machtlosigkeit, die wohl ein jeder von uns verspürt, wollte ich einfach das tun, was ich kann - Musik machen“, erklärt der Musiker gegenüber BuzzFeed Austria. „Dass es in diesem Ausmaß geschehen wird, konnte vorerst niemand ahnen. Aber die Bereitschaft innerhalb der kompletten Branche und darüber hinaus, sich solidarisch zu zeigen, trieb das Vorhaben auf ein größeres Level.“

Schon vor dem YesWeCare-Benefizkonzert werden Spenden gesammelt

Der Zweck des Unterfangens ist klar definiert: Spenden sammeln. Das gesammelte Geld soll dabei an „Nachbar in Not“ sowie „SOS Kinderdorf“ gehen. Zwar ist das Konzert kostenlos für alle, mit dem Klingelbeutel wird aber eher niemand durch die Reihen gehen. „Aktuell arbeiten wir daran, ein eigenes Spendenkonto zu eröffnen“, so Freude. „Über dieses wird im Laufe der kommenden Tage die Möglichkeit geboten, einerseits schon vorweg, andererseits aber auch beim Benefizkonzert direkt spenden zu können.“ Wie du sonst Notleidenden helfen kannst, erfährst du übrigens hier.

Über die Booking-Agentur Arcadia wurden schließlich Künstler:innen und Bands angefragt. „Die eine oder andere Absage gab es schon, aber nicht aufgrund von mangelndem Interesse, sondern von anderen Plänen“, erzählt Freude. „Die Bereitschaft der Künstler:innen ist und war enorm groß.“ Die Bandbreite ist ebenfalls riesig, aber nicht beliebig, alles passt zusammen. Vertreten sind dabei sämtliche Altersgruppen, von der GenZ über Generation X bis hin zu Boomern. Soll heißen, dass junge Musiker:innen wie Oska und Freude selbst, Lou Asril, Kerosin95 oder Bands wie Cari Cari und Sharktank auf etablierte Gruppen wie Garish und die Folkshilfe treffen. Kurt Ostbahn persönlich bildet das andere Ende des Altersspektrums ab und schließt den generationsumspannenden Reigen. Für Unterhaltung abseits der Musik sorgen Maschek. Außerdem ist bis zum 27. März ja noch ein wenig Zeit, bis dahin sollen noch weitere Künstler:innen bekannt gegeben werden.

„We Stand With Ukraine“ ist keine Konkurrenz für YesWeCAre

Ein bisschen mehr als eine Woche davor findet mit „We Stand With Ukraine“ ein weiteres Benefizkonzert statt. Allerdings im Ernst-Happel-Stadion und nicht bei freiem Eintritt. Der kostet 19,91 Euro, in Anlehnung an das Jahr, an dem die Ukraine unabhängig wurde, und geht an „Nachbar in Not“ und die „Volkshilfe“. Wenig Geld dafür, um unter anderem Bilderbuch, Wanda, Seiler und Speer, Mavi Phoenix, Yung Hurn, Josh und mit Mathea, Lisa Pac oder Eli Preiss gemeinsam mit Bibiza zu sehen. Und zum Schluss hier ebenfalls Kurt Ostbahn. Konkurrenz zum YesWeCare-Konzert gibt es keine, wie Freude versichert: „Wir arbeiten sogar in direkter Absprache miteinander und schenken uns gegenseitig die Aufmerksamkeit, die die beiden Events verdienen. Beim Sammeln von Spenden geht es nicht um Konkurrenz, sondern um die Sache. Wir wollen helfen, uns solidarisch zeigen - umso schöner ist es zu sehen, dass es mehrere gibt, die dies tun wollen.“

Wer jetzt Lust bekommen hat, sich freiwillig zu beteiligen, nur zu, Hilfe ist bei einer Veranstaltung in dieser Größenordnung immer willkommen. „Wir sind offen für jede Hilfe, die wir bekommen können“, so Freude. „Es handelt sich um ein riesiges Vorhaben, dessen Vorbereitungszeit normalerweise mehr als ein Jahr benötigt, wir machen das gerade einmal innerhalb weniger Wochen.“ Zwei Dinge bleiben zu wünschen: Dass genug Menschen zu dem Benefizkonzert kommen. Und dass das Wetter mitspielt.

Auch interessant

Kommentare