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7 wahre Verbrechen, die im 20. Jahrhundert in Wien begangen wurden

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Von: Sophie Marie Unger

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Nelböck (stehend), der den Philosophen Moritz Schlick auf der Feststiege der Wiener Universität erschossen hat, beim Verhör.
Ja, die Hauptuni in Wien war schonmal ein richtiger Tatort. © APA Picturedesk

Was gibt‘s Spannenderes als True Crime-Geschichten? Genau: True Crime-Geschichten aus dem herrlich versifften Wien.

Egal ob die neue Netflix-Serie „Dahmer“, die zugegebenermaßen bisschen sehr heftig ist, oder klassisch-nostalgische Formate wie X-Factor: Das Unfassbare und Akte X: True Crime-Storys haben schon einen besonderen Reiz. Wir haben dir die spannendsten Wiener Fälle des 20. Jahrhunderts rausgesucht. Triggerwarnung:  Tod, körperliche, seelische oder sexualisierte Gewalt.

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1. Die Rattengiftkillerin

Martha Marek hatte es 1938 auf die Finanzen ihrer Familienmitglieder abgesehen. Um eine hohe Versicherungssumme zu kassieren, vergiftete sie zunächst ihren Mann und hackte dann dessen Bein ab. Ein Gerichtsmediziner kam der Dame jedoch auf die Schliche. Beim Versuch, auch diesen zu bestechen, wurde sie verhaftet. Nur wenige Zeit später wurde sie entlassen. Danach vergiftete sie ihre eigene Tochter und eine Tante mit Rattengiftpastillen, um das alleinige Erbe zu erlangen. Nachdem dieses aufgebraucht war, brachte sie ihre Vermieterin um. Der Sohn der Frau konnte Martha endgültig überführen.

2. Der Opernmörder

1963 ermordete Josef Weinwurm eine elfjährige Ballettschülerin während einer Ballettstunde in der Wiener Staatsoper. Die Leiche des Mädchens wurde erst nach der Abendvorstellung in der Dusche gefunden. 1964 wurde er zu lebenslanger „Dunkelhaft bei Wasser und Brot“ verurteilt. Er starb 2004 in seiner Zelle.

3. Der Russendenkmal-Mord

Die 21-jährige Tochter eines hohen Ministerialbeamten wurde 1958 nahe dem Heldendenkmal der Roten Armee am Schwarzenbergplatz sexuell misshandelt und erwürgt. Wegen mangelnder Beweise wurde ein Verdächtiger aber schnell wieder frei gelassen. 2002 behauptete eine Frau aus Wien, ihr bereits verstorbener Ehemann habe ihr die Tat gleich danach gestanden. Der Täter konnte so nie belangt werden.

4. Der dichtende Mörder

1974 erwürgte Jack Unterweger eine Frau mit ihrem eigenen Büstenhalter. Dafür wurde er zu lebenslanger Haft verurteilt. Er nutze die Zeit im Gefängnis, um zu dichten und brachte dann auch seine eigene Literaturzeitschrift heraus, für welche er sogar Preise erhielt. Wegen guter Führung wurde er frühzeitig entlassen. Schnell wandte er sich der Wiener Nachtszene zu, wo er erneut zahlreiche Prostituierte umbrachte. Weil sein Haar an der Kleidung eines Opfers gefunden wurde, wurde er erneut zu lebenslanger Haft verurteilt. Er war übrigens der erste Verbrecher in Österreich, der mittels DNA-Analyse überführt werden konnte.

5. Die Lainzer Mordschwestern

Ab 1983 begannen vier Pflegerinnen, ihre Patient:innen systematisch zu ermorden. Die Opfer wurden mit Insulinspritzen und Rohypnol vergiftet oder durch die von ihnen als Codewort benutzte „Mundpflege“ mit Wasser erstickt. Laut eignen Angaben führten Stress und Personalmangel zu den 42 Morden und Mordversuchen. Die Urteile reichten von 15 Jahren Haft bis lebenslänglich.

6. Die Quacksalbenmörderin

Näherin Maria Bartunek sah im Leiden ihrer Arbeitskollegin Louise Weis die Chance, ihr Haushaltsbudget aufzubessern. Mit selbst zusammengemischten Salben begann Bartunek, ihre Kollegin gegen ein Rückenleiden zu behandeln und verlangte dafür ordentlich. Als das nichts brachte, stellte Weis Bartunek zur Rede. Diese zerstückelte die Frau in ihrem Haus im 20. Bezirk kurzerhand. Bartunek wurde 1910 zum Tod durch den Strang verurteilt.

7. Der Philosophen-Mord

Der Philosophieprofessor Moritz Schlick, Begründer des berühmten Wiener Kreises, wurde 1936 auf dem Weg zu seiner Vorlesungen im Hauptgebäude der Universität Wien erschossen. Hans Nelböck war sofort geständig und gab an, Schlick aufgrund von Eifersucht getötet zu haben. Er unterstellte dem Professor eine Affäre zu seiner damaligen Studenten-Freundin Sylwia Borowicka. Das Schwurgericht verurteilte Nelböck zu zehn Jahren Haft. 

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Und dann gab es in der Vergangenheit halt auch Leute, die richtig gescheit waren und tolle Sachen erfunden haben.

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