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5 Dinge, die verboten gehören, es aber aus irgendeinem Grund noch immer nicht sind

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Von: Emily Erhold

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Bildmontage: Mann fotografiert Strand und Frau steht oben ohne im Meer.
Upskirting ist in Österreich zwar verboten. Wer am FKK-Strand fotografiert wird, hat aber Pech gehabt. © Eibner/imagebroker/Imago/BuzzFeed Austria

Unsere Gesetze sind manchmal langsamer als unsere Gesellschaft. Vor allem das Internet ist oft eine rechtliche Grauzone.

Aber auch unser Verhalten gegenüber Frauen und Mitgliedern der LGBTQIA+ Community könnte besser geregelt sein. Immerhin gibt es Dinge, die einfach verboten gehören:

1. Deadnaming

Menschen ändern ihren Namen, aus welchem Grund auch immer. Das ist ihr gutes Recht. In der Trans* Community passiert das meist, weil der alte Name nicht die wahre Identität der Person widerspiegelt. Trotzdem werden diese Menschen oft weiterhin mit diesem Deadname angesprochen. Für die betroffenen Personen ist das verletzend und reißt alte Wunden wieder auf. Natürlich kann das unabsichtlich - aus Gewohnheit oder Unwissenheit - passieren.

Oftmals wird der richtige Name der Person aber einfach nicht respektiert. Im Gespräch oder aber in der medialen Berichterstattung wird dann der alte, abgelegte Name weiterhin verwendet. In Österreich gibt es kein Gesetz, das die betroffenen Personen vor Deadnaming schützt. In Deutschland sieht das etwas anders aus. Dort gibt es das sogenannte Transsexuellengesetz. Es beinhaltet auch, dass der alte Name nicht ausgeforscht und offenbart werden darf. Allerdings winkt bei Verstoß keine Strafe. In Österreich gibt es kein eigenes Transsexuellengesetz.

2. Dickpics

Du machst Instagram auf. Du siehst, dass dir jemand eine Privatnachricht geschickt hat und schon bist du gezwungen, den Penis eines fremden Mannes anzusehen. Laut einer britischen Studie aus dem Jahr 2018 haben 46 Prozent der Frauen schon einmal ein ungefragtes Penisbild erhalten. In Österreich ist diese Form der Belästigung aber nicht gesetzlich geregelt. Die Versender kommen hierzulande also meist unversehrt davon. Es braucht also eindeutig ein eigenes Verbot, damit die Dicks endlich nicht mehr Pics versenden können.

3. Catcalling

Zwei Drittel der Frauen in Österreich wurden schon einmal sexuell belästigt. Manche Formen der sexuellen Belästigung sind in Österreich strafbar. Leider aber nicht alle. Verbale sexuelle Belästigung, oft auch Catcalling genannt, ist nicht gesetzlich geregelt. Denn anzügliche Gesten, Kommentare oder Zurufe sind nicht strafbar. Damit sich die betroffene Person rechtlich wehren kann, muss es zu einem anderen Tatbestand wie etwa einem geschlechtlichen Übergriff oder einer Bedrohung kommen.

Dabei fühlen sich Frauen durch Catcalling weniger sicher auf den Straßen. Damit sich etwas ändert, startete der Instagram-Account catcallsofgraz eine Petition, um Catcalling in Österreich endlich strafbar zu machen. Mittlerweile hat sie bereits fast 4.000 Unterzeichner.

4. Böller zu Silvester

Privates Herumknallen ist in Österreich im Ortsgebiet eigentlich verboten. Zu Silvester können die Bürgermeister dieses Verbot aber mit einer Ausnahmeregelung aufheben. So können die meisten den Jahreswechsel feuchtfröhlich mit Raketen, Feuerwerkskörper oder Schweizerkracher einläuten. Aus Corona-Gründen gab es dieses Jahr zu Silvester mehrere Städte, die keine Ausnahme machten und das Verbot auch am 31. Dezember aufrecht hielten.

Eine Ausnahme von der Ausnahme also. Diese könnten wir eigentlich gleich beibehalten. Denn auch der Umwelt und unseren Tieren zuliebe wäre ein komplettes Böllerverbot keine schlechte Idee. Feuerwerkskörper setzen Unmengen an Feinstaub frei. Außerdem wird Unmengen an Verpackungsmüll produziert. Der laute Krach verschreckt nicht nur nervöse Menschen, sondern ist für Tiere eine extreme Belastung. Die Tierschutzorganisation forderte deswegen ein komplettes Böllerverbot in ganz Österreich. „Es ist jedes Jahr ein schrecklicher Stress für ganz viele Haustiere, aber natürlich auch für Vögel und andere Wildtiere“, erklärte Kampagnenleiterin Veronika Weissenböck den Aufruf.

6. Das ungefragte Fotografieren von Fremden

Seit 2021 ist Upskirting strafbar. Upskirting bezeichnet das unerlaubte Fotografieren in den Ausschnitt oder unter den Rock einer Person. Dieses Gesetz war ein wichtiger Meilenstein für die Rechte von Frauen. Trotzdem greift es nicht weit genug, wie der Fall einer jungen Wienerin im Sommer 2021 zeigte. Sie wurde im FKK-Bereich eines Freibades gegen ihren Willen von einem fremden Mann fotografiert. Als die Polizei kam, musste sie feststellen, dass der Mann rechtlich keine Konsequenzen ziehen werde.

Das Upskirting-Verbot greift nämlich nur dann, wenn die fotografierte Person versucht, die entsprechenden Körperteile zu verdecken. Die Wienerin war aber - wie die meisten im FKK-Bereich - freiwillig nackt. Sie konnte also nichts machen, weil der Mann die Fotos auch nicht veröffentlicht hatte. Es braucht also in Österreich ein eigenes Gesetz, das das unerlaubte Fotografieren von Fremden verbietet.

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