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5 Vorurteile, für die ich mich als Österreicher schäme

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Von: Johannes Pressler

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Menschen feiern die Pride in Wien.
Ein österreichisches Vorurteil, das einfach nicht der Wahrheit entspricht. © Lisa Leutner/Reuters/APA-PictureDesk/BuzzFeed Austria

Breaking News: „Sound of Music“ ist ein Film und entspricht nicht der österreichischen Realität.

Kennst du diesen Moment, wenn dich im Urlaub jemand fragt, aus welchem Land du kommst, daraufhin folgen Wörter wie Schnitzel, Lederhosn, Berge - und du mit einem gesenkten Kopf und bisschen Scham bejahend nickst? So geht es mir bei fast jeder Reise. Hier sind fünf Vorurteile, für die ich mich besonders schäme und warum sie so nicht stimmen:

1. Lederhose und „Sisi“ 4 Life

Zugegeben, auch ich trage gerne eine Lederhose. Besonders beim Villacher Kirchtag im August. Doch wie das manchmal von außen dargestellt wird, würde man denken, dass sich alle Menschen in Österreich mindestens einmal pro Woche „in der Ledernen“ auf den Weg ins Kino machen, um sich eine der 300.000 „Sisi“-Verfilmungen anzusehen. Also: Lederhosen können wirklich cool sein, vor allem zum gegebenen Anlass. Ansonsten tragen aber auch wir in Österreich ganz normal Jeans. Und nur weil ich aus Österreich komme, heißt das nicht, dass ich den gesamten Habsburger-Stammbaum auswendig kenne.

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2. Titel sind so wichtig wie das Amen im Gebet

Wir alle kennen die unzähligen Memes, dass ohne einen anständigen Titel in Österreich gar nichts geht. Gut, in manchen Bereichen ergibt das Ganze schon jede Menge Sinn. Wenn bei meinem Hausarzt kein „Dr.“ davor stehen würde, wäre das etwas beängstigend. Doch die österreichische Faszination, dass man ohne Titel hierzulande nur schlechter bezahlte Jobs bekommt, ist mehr als überholt. Selbst Armin Wolf brauchte 40 Semester bis zur Promotion - und ich bin mir sicher, er würde auch ohne Titel einen guten Job als „ZIB 2“-Moderator machen.

3. Österreichs Demokratie ist im Sumpf

Gut, es ist bizarr, wenn ein Bundeskanzler andere EU-Staaten als „in ihren Systemen kaputt“ bezeichnet, während es bei uns in kürzester Zeit mehr Regierungswechsel gibt als ich täglich Tassen Kaffee trinke (und ich liiiebe Kaffee!). Doch zu sagen, dass die Politik in Österreich eine einzige Shit-Show sei, ist schlichtweg nicht richtig. Ja, in den letzten Jahren häuften sich die Skandale wie schon lange nicht mehr. Doch sind wir froh, dass es in Österreich zumindest solche Institutionen gibt, die diese Skandale ans Tageslicht rücken. Das ist nicht in allen Ländern so.

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4. Das Land der Berge

Berge hin, Berge da. Wenn es nach manchen Leuten ginge, würden die Menschen in Österreich das ganze Jahr über nur mit den Wanderschuhen herumlaufen. Natürlich stimmt es, dass sich ein beachtlicher Teil der Alpen in Österreich befindet. Deshalb schon das Land der Berge? Fehlalarm. Eine geografische Auswertung der Europäischen Kommission aus dem Jahr 2004 zeigt nämlich die zehn Länder mit der größten Fläche an Bergland in Europa. Das Stockerl teilen sich hier Norwegen, Spanien und Schweden. Österreich ist Schlusslicht - selbst das „Flachland“ Großbritannien hat mehr Bergfläche.

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5. Österreich ist konservativer als der Papst

Wenn es nach den letzten Wahlergebnissen ginge, ist Österreich mit der ÖVP und ihren meist konservativen Werten tatsächlich nicht gerade ein Symbol für progressive Politik. Österreich als erzkonservativ abzustempeln, ist dann aber doch stark übertrieben. Nicht umsonst war der Life Ball von 1992 bis 2019 die größte Benefizveranstaltung in Europa für HIV-Infizierte und an AIDS erkrankte Menschen. Wenn wir so konservativ wären, dann hätten an der Vienna Pride im Juni 2022 wohl nicht knapp eine Viertelmillion Menschen teilgenommen. Österreich hat zwar konservative Wurzeln, doch die Blüten werden immer bunter.

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Was gilt außerdem noch so als „typisch österreichisch“? Das wollten Leute auf der Online-Plattform Reddit wissen - hier sind die elf besten Antworten der Community.

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