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7 alte Gerichte aus der Wiener Küche, die nicht das sind, wonach sie klingen

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Von: Christian Kisler

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Ein umgestürzter Neumann und ein Grenardiermarsch
Namen sind Schall und Rauch: ein umgestürzter Neumann und ein Grenardiermarsch © photography.music.with.shades/johannes.gamperl/Instagram/BuzzFeed Austria

Fledermaus? Kanarienmilch? Klingt heftiger als es ist, denn die traditionelle Wiener Küche wartet mit jeder Menge Besonderheiten auf. Auch bei der Namensgebung.

Wenn du in ein klassisches Wiener Gasthaus kommst, findest du auf der Speisekarte nicht nur Wiener Schnitzel, Eiernockerl und Kaiserschmarren. Dann stellt sich dir vielleicht die Frage, ob du wirklich Gebackene Mäuse serviert bekommst oder zu einem Grenadiermarsch gezwungen wirst. Bei der Namensgebung waren die Wiener:innen nämlich genauso kreativ wie in der Küche. Und nein, bei der Zubereitung von Kanarienmilch kamen keine Vögel zu Schaden.

1. Einbrennte Hund

Keine Bange, dafür wurde kein Hund verarbeitet. Im Gegenteil, die „eingebrannten Hunde“ sind sogar ein fast ein vegetarisches Gericht - eine Seltenheit in der sonst so deftigen Wiener Küche. In erster Linie besteht die Speise aus Erdäpfeln, allerdings mit Schmalz und Rindssuppe zubereitet. Galt früher als Essen für arme Leute.

2. Umgestürzter Neumann

Dabei geht es um Kaffee. Und tatsächlich ist es ein Einspänner, nur genau umgekehrt, also erst ein Riesenhaufen Schlagobers, beim Servieren dann der Mokka darüber. Benannt nach einem gewissen Herrn, richtig, Neumann, der seinen Kaffee immer auf diese Weise trinken wollte.

3. Gebackene Mäuse

Iiiih, ist ja ekelhaft! Aber halt, hierfür würden keine kleinen Nager mit Teig umhüllt und ausgebacken. Nein, dabei landet einfach Germteig im heißen Fett, was schlussendlich optisch an Mäuse erinnert. Klassisch mit Vanillesauce serviert. Schmeckt aber auch ohne.

4. Fledermaus

Irgenwie haben‘s die Wiener:innen bei der Taufe ihrer Speisen mit Tieren, die gar nicht gegessen werden. Die Fledermaus nämlich ist ein besonderer Teil vom Rind oder Schwein, der herausgeschnitten eben an eine Fledermaus erinnert. Die Rindervariante wird ähnlich einem Tafelspitz gekocht, die vom Schwein wie ein Schnitzel paniert.

5. Kanarienmilch

Klingt jetzt nicht sooo appetitlich, hat aber, wie könnte es anders sein, mit Kanarienvögeln gar nichts gemein. Dabei handelt es sich nämlich um die Wiener Zubereitung von Vanillesauce mit Eidotter. Wegen der Farbe wahrscheinlich der Name. Sie ist jedenfalls dünnflüssiger als üblich und passt hervorragend zu Milchrahmstrudel, Buchteln und Co.

6. Wiener Schlosserbuben

Wir bleiben in der süßen Küche. Dabei werden Dörrzwetschken in Alkohol eingeweicht oder aufgekocht, je nach Rezept. Danach werden sie mit einem Mandelkern oder Marzipan gefüllt, mit Teig umhüllt und ausgebacken. Vor dem Servieren werden sie abschließend mit einer Mischung aus Zucker und geriebener Schokolade bestreut.

7. Grenadiermarsch

Nein, kein zackiges Musikstück, sondern ein Gericht, das seinen Ursprung im Militär hat. Da musste es schnell gehen, Reste wurden verwertet, damit die Grenadiere tatsächlich wieder brav marschieren konnten. Dabei werden Erdäpfel und Nudeln mit Speck angereichert, dazu Zwiebel und Petersilie, vielleicht auch Majoran und Knoblauch. Fertig.

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