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13 historische Fakten, die nicht mal dein Geschichtslehrer kennt

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Von: Philipp Hansen

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Einstein und Mozart
Irre Fakten über Einstein, Mozart und Co. © UIG/United Archives/Imago

Jesus ist im Jahr Null und Merkel natürlich in der DDR geboren? Leider falsch gedacht.

Geschichtslehrer und Historikerinnen wissen doch alles, was auf der Erde so wichtiges passiert ist ... eher nicht. Wir pfeffern dir 13 Fakten und Irrtümer um die Ohren, die selbst Studierte nicht kennen.

1. Jesus Christus ist nicht im Jahr Null geboren.

Krippenspiel: wenn das Kind die Hauptrolle des Christkindes spielt.
Die Geburt von Jesus war wann? © Imago

Jesu Geburt begründet unsere Zeitrechnung. Was du vielleicht noch nicht wusstest: Auf das Jahr 1 vor Christus folgte direkt das Jahr 1 nach Christus. Die antiken Römer und damaligen Herrscher kannten die Zahl Null noch nicht einmal ... aber es wird noch paradoxer. Neuere Forschungen gehen davon aus, dass Jesus sogar im Jahr vier vor Christus geboren sein könnte.

2. Mozart hieß mit Vornamen nicht Wolfgang Amadeus.

Portrait von Wolfgang Amadeus Mozart (circa 1780)
Wolfgang Amadeus Mozart ist einfach ein zu kurzer Name © Imago

Joannes Chrysostomus Wolfgangus Theophilus Mozart war der echte Taufname des musikalischen Wunderkindes. Sein Papa nannte ihn dann aber Gottlieb, seine Geschwister Wolferl, er sich selbst lieber Wolfgang – der volle Taufnahme war schon damals zu sperrig. Kein Wunder, dass der Zungenbrecher in das heute geläufigere Wolfgang Amadeus Mozart gekürzt wurde.

3. Glaubten wirklich alle im Mittelalter, die Erde sei eine Scheibe?

Ein Mann steckt seinen Kopf aus der Erdkugel von Zuber 1943
Ein Holzschnitt soll das Denken im Mittelalter zeigen (von Marcus Zuber, 1934) © Marcus Zuber/Imago

Bis ins Mittelalter (ca. 500 - 1500) glaubten die Menschen, dass sie auf einer Scheibe lebten ... Weit gefehlt! Schon in der Antike und auch im Mittelalter war die runde Erdform verbreitet. Einige Autoren der späteren Aufklärung waren für das noch heute hartnäckige Gerücht, über die flache Erde des Mittelalters und seine abergläubischen Bewohner und Bewohnerinnen, verantwortlich.

4. Ex-Bundeskanzlerin Angela Merkel ist gar nicht in der DDR geboren.

Bundeskanzlerin Angela Merkel auf einer Pressekonferenz
Ich bin auch überrascht. © Florian Gaertner/Imago

1954 erblickte Angela Kasner das Licht der Welt in Hamburg, also im Westen. Wenige Wochen später siedelte die Familie unserer späteren Bundeskanzlerin Angela Merkel in die DDR über.

5. Daumen runter hieß bei Gladiatorenkämpfen: „Tötet ihn!“ oder auch nicht.

Ein Gladiator wartet auf den Daumen des Kaisers, um seinen Gegner zu toeten
Römischer Gladiatorenkampf – „Pollice Verso“ © Künstler: Jean-Leon Gerome/ Imago

Historiker und Gesichtsforscherinnen gehen heute davon aus, dass der Daumen nach oben einem Schwert gleicht, was dann genau das Gegenteil der Begnadigung bedeutete. Das oben gezeigte Bild von 1872 und natürlich moderne Hollywood-Filme sind unteranderem für unseren Daumen-Irrtum verantwortlich.

6. Die meisten Pyramiden der Welt stehen in Ägypten, oder?

Gizeh-Pyramiden
Weniger Touristen als üblich besuchen den Aussichtspunkt der Gizeh-Pyramiden. © Sui Xiankai/XinHua/dpa

Wenn wir an Ägypten denken, haben wir unweigerlich das Bild der uralten Pyramide im Kopf (Willst du ganz clever sein, wirfst du eventuell noch die aztekischen Pyramiden in den Ring). Doch der Sudan ist mit über 200 Pyramiden fast doppelt so Pyramiden-reich wie Ägypten.

7. Angebliche Hexen hat man eben nicht nur im düsteren Mittelalter verbrannt.

Eine gruselige Hexe im Feuer
Die letzte Hexe wurde hier 1793 verbrannt! © NomadSoul/Imago

Historisch wird das Hoch der Hexenverfolgung und das Verbrennen der meist weiblichen Hexen auf die Neuzeit datiert. Erst Ende des 15. Jahrhunderts, also kurz nach dem Ende des Mittelalters, fand man in den Hexen die Hauptschuldigen für die Pest und schlechte Lebensumstände. Bis zur letzten dokumentierten Hinrichtung 1793 kamen in Europa über 50.000 angebliche Hexen ums Leben.

8. Adolf Hitler hat die Autobahn erfunden? Bestimmt nicht.

Adolf Hitler
Adolf Hitler schimpft © dpa

„Ja, aber die Nazis haben doch die Autobahn erfunden“, hört man einige Relativisten sagen - falsch! Die Autobahn wurde in der Weimarer Republik geplant. Schon ein Jahr vor Adolf Hitlers Spatenstich, nämlich 1932, eröffnete Kölns Bürgermeister Konrad Adenauer die erste deutsche Autobahn.

9. Bayern hieß die meiste Zeit Baiern.

Ludwig I von Bayern
Ludwig I will sein Y © Imago

Die stolzen Bewohner und Bewohnerinnen des Freistaats Bayern hießen 1.300 Jahre lang eigentlich Baiern. Das „Y“ im Namen führte König Ludwig I. erst 1825 ein. Ludwig fand, dass das griechischere Ypsilon einfach viel nobler als das schnöde „I“ war.

10. Albert Einstein sollte Präsident werden.

Albert Einstein in New York
Einstein erhält den Nobelpreis. © UIG/Imago

Der weltweit bekannteste Physiker und wohl Archetypus des Professors überhaupt sollte Staatschef werden. 1952 bot man Einstein an, Präsident von Israel zu werden. Der jüdische Einstein lehnte jedoch dankend ab.

11. Kölnisch Wasser sollte sogar die Pest heilen.

Eine Flasche Echt Kölnisch Wasser von 4711.
Eine Flasche Echt Kölnisch Wasser von 4711. © Norbert Schmidt/dpa

1709 trat das Eau de Cologne seinen Siegeszug an. Kölnisch Wasser war lange das Synonym für Duftwässerchen - also Parfum - weltweit. Beworben wurde es aber nicht nur für seinen frischen Geruch. Trank man das „Kölsch“ sollte es sogar die Pest heilen können und überhaupt medizinisch wertvoll sein ... und das trotz oder gerade wegen des über 70 % Alkoholgehalts.

12. Die Guillotine wurde in Frankreich noch genutzt, als schon „Star Wars“ im Kino lief.

Zwei Männer an einer Guillotine - 1958.
Vor so einer Guillotine vergeht einem das Grinsen © Ronald Grant/Imago

Während der Französischen Revolution wurde man durch die Guillotine einen Kopf kürzer gemacht. Doch auch fast 200 Jahre später kam das Mordinstrument in Frankreich noch zum Einsatz. Erst 1977 fiel das Messer zum letzten Mal - damals lief in den Kinos der erste „Star Wars“-Teil.

13. Und schließlich: Frauen als Staatsoberhäupter sind keine Erfindung der Moderne.

Thronjubiläum
Queen Elizabeth II. im Jahr 2019 auf dem Thron in Westminster. © Victoria Jones/Press Association/dpa

Angela Merkel als politische Staatschefin oder die englische Queen als royales Oberhaupt sind recht moderne Ausnahmeerscheinungen, könnte man immerhin annehmen. Doch die Geschicke ganzer Nationen wurden durch die Zeitalter immer wieder von Frauen gelenkt. Katarina die Große, Kleopatra oder die das viktorianische Zeitalter begründende Königin Viktoria sind keine Ausnahmen, sondern prominente Beispiele, die sich sogar vor der Antike schon auf der ganzen Erde finden lassen.

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