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Afrikanische Studierende versuchen verzweifelt, aus der Ukraine zu fliehen - die Schwarze Community hilft

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Mehr als ein Dutzend afrikanische Studierende und Familien kommen nach ihrer Flucht aus Cherson in der Ukraine in Paris an und treffen sich mit Mitgliedern der Global Black Coalition.
Mehr als ein Dutzend afrikanische Studierende und Familien kommen nach ihrer Flucht aus Cherson in der Ukraine in Paris an und treffen sich mit Mitgliedern der Global Black Coalition. © Courtesy Global Black Coalition

Für Schwarze Geflüchtete ist besonders schwierig, vor dem Ukraine-Krieg zu fliehen. Eine Organisation setzt sich für ihre Rettung ein.

Im WhatsApp-Gruppenchat der „Global Black Coalition“ ploppt eine weitere Nachricht auf: „Wir haben 40 Studierende in Cherson gefunden. Wir brauchen Taxis, die sie alle abholen können, etwa zehn bis zwölf, wenn das möglich ist.“ „An welcher Grenze?“ fragt Jerome Treadwell, ein Schüler und Aktivist, aus seinem Schlafzimmer in Minneapolis zurück. „Es ist sehr gefährlich, jetzt zu fliehen.“

„Lasst uns vorbereitet sein“, antwortet Caro Sika, eine in London lebende Kulturschaffende, und empfiehlt den Leuten, ihre Kontakte spielen zu lassen. So wie sie es kürzlich für eine andere Gruppe von Studierenden getan hatten, die versuchten, aus der ukrainischen Stadt Sumy herauszukommen. Die Lage ist ernst für Schwarze Geflüchtete in der Ukraine. Eine Stunde später gibt sie ein weiteres Update: „Es gibt auch Frauen und Kinder, die in Cherson gefangen sind, was die Gesamtzahl auf 50 erhöht“, zusammen mit einem Screenshot von Google Maps, auf dem der Standort zu sehen ist.

Es folgt eine Flut von Nachrichten: Wendet euch an den Regionalgouverneur, um eure Sicherheit beim Verlassen zu gewährleisten... Was ist mit diplomatischen Kanälen? Wendet euch an die Afrikanische Union... Gibt es NGOs, an die wir uns vor Ort wenden können? ... Sie fragen nach Essen... Es kostet ungefähr 5 Dollar pro Kopf täglich, sie zu ernähren, ungefähr 250 Dollar für die 50... Das ist zu gefährlich... Wir müssen die beste Lösung finden, um sie sicher herauszuholen.

Ukraine-Krieg: Afrikanische Geflüchtete systematisch bei der Ausreise benachteiligt

Die Global Black Coalition ist seit dem 27. Februar praktisch ununterbrochen dabei, Menschen bei der Flucht vor dem Ukraine-Krieg zu helfen. Es fing an, als Vukile Dlamini, eine Medizinstudentin aus Swasiland, auf Twitter nach Hilfe suchte. Sie kontaktierte Gwen Madiba, eine Bürgerrechtlerin in Ottawa, Kanada, und erzählte ihr von ihrem Albtraum. Wie sie versuchte, die ukrainische Stadt Winnyzja zu verlassen, um nach Rumänien zu fliehen. 

Dlamini beschreibt, wie die Behörden sie stundenlang bei kalten Temperaturen warten ließen, während weiße Geflüchtete, die nach ihr angekommen sind, passieren durften. Entsetzt wandte sich Madiba daraufhin an die „African Canadian Association of Ottawa“.

„Ohne zu zögern haben wir beschlossen: ‚Wir können nicht untätig bleiben‘“, sagt Hector Addison, der Leiter der Organisation, gegenüber BuzzFeed News US.

So ist es zu einer schnellen, zeitweise chaotischen Kettenreaktion von Organisationen und deren Social-Media-Kanälen gekommen. Sie brachten POC-Organisationen (POC = People of Color) und Einzelpersonen aus der ganzen Welt zusammen - darunter amerikanische und schweizerische Doktorand:innen, Eltern afrikanischer Studierender, deutsche und französische Aktivist:innen, ein bulgarischer Professor, ein Schüler und viele andere. 

Innerhalb einer Woche schlossen sich 13 verschiedene Gruppen in zehn WhatsApp- und Telegram-Kanälen zusammen, um afrikanische Studierende ausfindig zu machen und eine Strategie zu entwickeln, wie sie entweder evakuiert oder unterstützt werden können. Die Afrikaner:innen, sagen sie, hätten nur begrenzte Hilfe von ihren eigenen Regierungen erhalten, als russische Streitkräfte die Ukraine angegriffen.

Menschen an der Grenze zur Ukraine stehen in der Schlange für Essen in Medyka, Podkarpackie, Polen am 1. März.
Menschen an der Grenze zur Ukraine stehen in der Schlange für Essen in Medyka, Podkarpackie, Polen am 1. März. © IMAGO / ZUMA Wire

Schwarze Geflüchtete in der Ukraine: Menschen weltweit wollen helfen

Die Global Black Coalition hat etwa 30 Mitglieder, die dem inneren Kern angehören. Die meisten haben diese Art von Arbeit noch nie zuvor gemacht. Sie müssen sich nicht mehr nur mit Hausaufgaben, Kleinkindern und Vollzeitjobs beschäftigen, sondern suchen und überwachen den Aufenthaltsort von Dutzenden von Zivilist:innen in Kriegsgebieten, arbeiten mit der UNO zusammen, um humanitäre Korridore in der Ukraine einzurichten, und haben Spenden gesammelt, um Studierende bei der Bezahlung von Lebensmitteln zu helfen, sowie Flug- und Taxifahrten zu zahlen, die aktuell 500 bis 1.000 US-Dollar pro Person kosten - etwa fünf bis acht Mal soviel wie vor dem Ukraine-Krieg.

Lilia Topouzova, eine russischsprachige Professorin an der Universität von Toronto, hat sich der Koalition angeschlossen. Sie ist rund um die Uhr am Telefon, um Preise für Fahrten und Flüge auszuhandeln, und bittet auch manchmal ukrainisch sprechende Studierende um Hilfe, wenn die Fahrer:innen ihr keine klare Auskunft geben wollen.

Bisher hat die Global Black Coalition laut eigenen Angaben dabei geholfen, mehr als 700 Afrikaner:innen aus der Ukraine und nach Polen, Ungarn und Rumänien zu evakuieren. BuzzFeed News konnte eine Datenbank mit ihren Namen und Passnummern einsehen. Mit der Hilfe von Mitgliedern in Kanada, den USA, Frankreich, der Schweiz, Deutschland, den Niederlanden, Rumänien und Polen bieten sie auch Rechtshilfe an, koordinieren die Abgabe von Lebensmitteln, bringen Menschen in Notunterkünfte und stellen warme Decken zur Verfügung, sowie Kleidung, Handys, Computer und Telefonkarten für diejenigen, die alles zurücklassen mussten. 

Hector Addison, einer der Ottawa-Aktivisten, sagt, dass sie mit mehreren Universitäten zusammenarbeiten, um ein beschleunigtes Visaprogramm zu erstellen, wie Kanada es für ukrainische Staatsangehörige getan hat. Die Koalition hat auch Botschafter angeworben, Treffen mit der Afrikanischen Union ausgehandelt und fast 80.000 US-Dollar für Geflüchtete auf GoFundMe gesammelt.

„Ich denke, dies ist das erste Mal in der Geschichte, dass von POC geführte Wohltätigkeitsorganisationen und gemeinnützige Organisationen sich unter einem Dach als eine Gruppe zusammenschließen, um unsere Leute zu unterstützen, und ihnen zu zeigen, dass sie nicht allein sind und dass sie eine Familie haben, ein Unterstützungsnetzwerk auf der ganzen Welt“, sagt Madiba. „Es ist wichtig, eine Bewegung zu haben, die die Bedürfnisse unserer Leute versteht und die Sprache spricht, die sie verstehen, nicht nur in den Dialekten, sondern auch in der Erfahrung.“

Der Fokus liegt auf afrikanischen Studierenden

Aber es gibt immer noch einen großen Bedarf, und die Situation ist immer noch prekär. Erst vor wenigen Tagen ist eine kongolesische Studentin in Kiew bei einem Luftangriff verwundet worden, als sie unterwegs war, um Lebensmittel für ihre Evakuierungsreise zu kaufen, sagt Yuga Buassa, eine polnische Staatsbürgerin, die mit Madibas kanadischer Organisation „Equal Chance“ in Polen zusammenarbeitet.

Kugeln haben den Bauch und das Bein der Studentin getroffen, die daraufhin im Krankenhaus operiert werden musste. Die Koalition hat geholfen, ihren Transport nach Polen zu organisieren, und auch ihre Reise nach Deutschland arrangiert, wo sie mit ihrer Mutter und ihrer Schwester wieder zusammenkommt, sagt Buassa gegenüber BuzzFeed News US.

Zwischen 300 und 1.000 afrikanische Studierende sind immer noch im Land, sagen Aktivist:innen, und sie senden weiterhin Videos, in denen sie um Hilfe bitten. Einige von ihnen haben nichts mehr, nicht einmal Pässe. Am vergangenen Wochenende sind einige Koalitionsmitglieder nach Europa geflogen, um afrikanische Geflüchtete vor Ort zu unterstützen, indem sie mit anderen Regierungen, wie etwa der polnischen, über Studierendenvisa verhandelt.

POC überqueren die Grenze zu Polen nachdem sie aus der Ukraine geflohen sind.
POC überqueren die Grenze zu Polen. © IMAGO / NurPhoto

Ukraine-Krieg: Rettung Schwarzer Geflüchteter ist hochriskant

Die Mission und die Arbeit sind weitläufig, kompliziert und emotional anstrengend. Es steht viel auf dem Spiel, es gibt viele offene Fragen und viele unterschiedliche Meinungen. Und obwohl alle das gleiche wollen, kann die Organisation kompliziert und angespannt sein.

Als die Helfer:innnen am 11. März im WhatsApp-Gruppenchat über die etwa 50 Menschen in Cherson sprechen, kommen sie zu einem ernüchternden Ergebnis: Es ist zu gefährlich für sie, alleine zu flüchten, weil das russische Militär die Kontrolle über die Stadt hat. Mitglieder der Koalition und Gruppen wie „Black Women for Black Lives“ und „Blacks for Ukraine“ treffen sich daraufhin in einem Zoom-Meeting. Einige bringen die Idee ins Spiel, die Cherson-Gruppe mit Hilfe pensionierter US-Militärangehöriger zu evakuieren; andere äußern ihre Sorge, dass die schwarzen Zivilist:innen als menschliche Schutzschilde missbraucht werden könnten. Was aber würde passieren, wenn sie dort bleiben würden?

Die Studierenden in Cherson bitten immer verzweifelter um Hilfe. Die Lebensmittel sind ihnen ausgegangen, einschließlich Butter, und sie haben keine Möglichkeit, Nachschub zu besorgen. Das dröhnende Knallen der Bomben kommt immer näher.

Ukraine: Verbündete vor Ort spielen eine entscheidende Rolle

Von ihren Häusern in mehreren Zeitzonen aus diskutieren die Mitglieder der Koalition darüber, wie man Ressourcen zu den Menschen bringen könne, die sich vor russischen Truppen an Orten versteckten, die die Aktivist:innen nur über Google Maps kennen. Über Telegram- und WhatsApp-Gruppen, Twitter und andere NGOs finden sie Freiwillige in Cherson und Sumy, die vor Ort helfen konnten.

„Genau wie sie es bei der Underground Railroad getan haben, nutzen wir unsere Verbündeten vor Ort, um zu ihnen zu kommen und ihnen Essen zu bringen“, sagt eine Person. (Die Underground Railroad war ein Netzwerk, das im 19. Jahrhundert in den USA Menschen aus der Sklaverei befreite).  „Die Studierenden suchen verzweifelt nach Essen. Sie haben uns eine Einkaufsliste geschickt.“

Ein Koalitionsmitglied unterbricht und stellt zu einem Plan für einen ukrainischen Freiwilligen, Lebensmittel an mehrere Abgabestellen zu liefern, die Frage: „Habt ihr einen Testlauf gemacht?“

„Haben sie gestern gemacht“, antwortet jemand.

„Im Moment haben wir vier Standorte“, sagt ein anderer. „Drei Herbergen. Wir haben dort ein weiteres Dorf mit Studierenden, und dann haben wir Leute in der Innenstadt. Wir haben Kontakte zu den drei Universitäten.“

Ukraine-Krieg: Fluchthilfe ist für viele ihre neue Hauptaufgabe

„Wir arbeiten immer besser zusammen“, sagt Treadwell am nächsten Tag gegenüber BuzzFeed News, der gerade mit Hilfe von „Black Women for Black Lives“ die ersten Lebensmittellieferung der Koalition koordiniert hat. Er ist erschöpft und auch ein wenig abgelenkt. Er hätte eigentlich für seinen Kriminologie-Unterricht lernen müssen und versuchte währenddessen, Wege in ein Dorf zu finden, in dem sich etwa zehn Studierende versteckt hatten. Leider hatte seine Kontaktpersonen vor Ort keinen Zugang zum Gebäude, weil russische Truppen das Gebiet besetzt haben, sagt er.

Mit 17 ist Treadwell bereits ein erfahrener Organisator. Er ist Geschäftsführer der „Minnesota Teen Activists“, einer Organisation, die sich für die Beseitigung rassistischer und systemischer Ungerechtigkeiten in Schulen einsetzt, und er war aktiv an Protesten gegen den Mord an George Floyd beteiligt. Als der Teenager am 5. März erfuhr, dass eine Studentin aus Nigeria wegen ihrer Hautfarbe nicht in einen Bus nach Polen einsteigen durfte, hat er angefangen zu helfen.

In sozialen Netzwerken bitten Schwarze Geflüchtete in der Ukraine um Hilfe

Seitdem scannt er ständig Instagram, Twitter und Telegram und sucht nach Berichten von POCs, die Probleme in der Ukraine und in Flüchtlingsheimen in Europa haben. Er hat so ziemlich jede humanitäre Gruppe und Persönlichkeit des öffentlichen Lebens, die er kennt, sowie NGOs vor Ort per Direktnachricht, E-Mail und Anruf kontaktiert, um Beziehungen aufzubauen.

„Alles passiert einfach“, erklärt er. „Es geht darum, herauszufinden, wer die wichtigsten Akteur:innen sind, und dann boom, boom, boom. Wen kenne ich hier, der mich mit dieser Person in Kontakt bringen kann? 

Damit er nichts verpasst, ist er bis 2:30 Uhr wach und schläft bis 6:30 Uhr, muss dann aufstehen und Hausaufgaben machen. Und da er kaum im Unterricht gewesen ist, läuft es in der Schule nicht gut. „Ich habe zwei 6er, omg“, schrieb er eines Abends BuzzFeed News US. Aber er ist zu dem Schluss gekommen, dass er sich auf „humanitäre Arbeit statt Schularbeit“ konzentriert. Außerdem lernt er durch seine Tätigkeit viel über die Welt.

Rassismus ist der Hauptgrund für die Verweigerung der Ausreise

„Ich habe gelernt, dass Rassismus immer ähnlich funktioniert“, erzählt er. „Ich höre von Studierenden im Ausland, die jetzt Kriegsgeflüchtete sind, und ich kann in gewisser Weise nachfühlen, wie sie behandelt werden.“

Mit einigen Studierenden steht er regelmäßig in Kontakt. Sie halten ihn über ihre Probleme auf dem Laufenden und darüber, wie viel Essen sie noch haben.

Einer von ihnen ist Christophe, der vor knapp zwei Jahren aus Kamerun nach Cherson gekommen ist, um International Business zu studieren. Mit 22 ist das einzige, was er will, zur Uni zu gehen. Er und einige seiner Kommiliton:innen versuchten, die Stadt zu verlassen, nachdem die russischen Streitkräfte die Kontrolle übernommen hatten.

Er erzählt, ihnen seigeraten worden, umzukehren, weil es zu Fuß zu gefährlich sei. Tagelang hat er mit elf Kommiliton:innen in einer Ein-Zimmer-Wohnung Schutz gesucht. Das einzige Mal, dass sie die Wohnung verlassen haben, begann der Beschuss begonnen und sie mussten in einen kalten Keller flüchten. 

Seitdem wussten sie nicht mehr, welcher Tag es war. Es gab keine Stunden mehr; Sie verbrachten den ganzen Tag damit, auf die Nacht zu warten. Sie seien „Gefangene“, beschreibt er ihre Situation Anfang des Monats gegenüber BuzzFeed News US, die zurückgelassen worden seien um „die Rechnung für einen Krieg zu bezahlen“, der nichts mit ihnen zu tun hat. 

Wenn die Koalition vergangene Woche nicht eine große Lieferung von Lebensmitteln koordiniert hätte, wären sie ihnen ausgegangen, sagt er. Aber wegen des Schocks und der Angst hatte niemand wirklich Appetit. Sie merkten nicht einmal, dass sie nichts gegessen hatten.

„Wir leben nicht. Wir überleben“, sagt er spät in der Nacht in einem WhatsApp-Video-Call. „Wir haben Angst. Tag und Nacht, in einem ständigen Trauma lebend. Wir warten nur auf Informationen. Das ist unser Lebensgrund. Diejenigen, die schlafen können, wachen auf und hoffen jedes Mal, dass heute das Ende dieses Albtraums sein wird.“

Viele afrikanische Studierende sitzen immer noch in der Ukraine fest

Christophe ist nicht allein mit seinem Schicksal. Buassa, die mit afrikanischen Regierungen zusammengearbeitet hat, sagt, dass Studierende immer noch „unter der Erde in Wohnheimen festsitzen und nicht wissen, was sie tun sollen“. Dutzende Afrikaner:innen sind in der Ukraine verstreut, einige in Kiew und Sumy, andere nahe der Grenze zu Ungarn, „wo sie viele Probleme haben“.

Afrikanische Studierende kommen in Polen an und werden nach der Evakuierung aus Cherson von Mitglieder:innen der Global Black Coalition empfangen.
Afrikanische Studierende kommen in Polen an und werden nach der Evakuierung aus Cherson von Mitglieder:innen der Global Black Coalition empfangen. © Courtesy Global Black Coalition

Am vergangenen Wochenende landete Madiba, die Aktivistin aus Ottawa, mit zwei amerikanischen Doktorand:innen und vielen anderen in Europa, um sich der Gruppe anzuschließen und zu versuchen, zu helfen. Es herrschte sofort hektisches Chaos. Humanitäre Korridore wurden geöffnet, und die Gruppe hat sich bemüht, so viele Afrikaner:innen wie möglich aus Cherson herauszuholen.

Ukraine-Krieg: Die Schwarzen Geflüchteten werden von der Gruppe mit dem Wichtigsten versorgt

„Mein Stresslevel liegt bei 100“, sagt Madiba am Samstag gegenüber BuzzFeed News. Am Montag hat sie die WhatsApp-Gruppe informiert: 41 POC Studierende und Familien sind auf dem Weg in die Sicherheit. Am nächsten Tag sind 14 Evakuierte in Paris angekommen, wo sie sich ein neues Telefon, einen Laptop und ein Airbnb für einen Monat aussuchen konnten. Sie konnten auch neue Klamotten einkaufen gehen.

Christophe war einer von ihnen. Die vergangenen Wochen stecken ihm immer noch in den Knochen und er fühlt sich von all den Ressourcen und der Hilfe überwältigt. Das erste, was er herausfinden will, ist nicht, wie er nach Hause kommt, sondern wie er wieder studieren kann. „In den USA, in Kanada, England, irgendwo“, sagt er.

Nach allem, was er erlebt hat, will er seinen Abschluss unbedingt machen. „Das wäre sonst eine doppelte Strafe“, sagt er. „Ich habe das Gefühl, dass ich bereits für etwas bestraft worden bin, das ich nicht getan habe.“



Autorin ist Brianna Sacks. Der Text ist erschien am 23. März 2022 auf buzzfeednews.com. Aus dem Englischen übersetzt von Max Kienast.

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