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Nach Zwist mit der MFG: In Kärnten gibt es schon wieder eine neue Partei

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Von: Johannes Pressler

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Der Lindwurmbrunnen in Klagenfurt.
In Klagenfurt kommt es schon wieder zur Gründung einer neuen Partei. VISION Österreich wird sie heißen. © Franz Neumayr/APA-PictureDesk

VISION Österreich heißt die MFG-Absplitterung und soll neben Kärnten auch in Tirol und Steiermark durchstarten. Doch wer steckt dahinter?

Den meisten Menschen in Österreich wird Alexander Todor-Kostic kein bekannter Name sein. In Kärnten ist das aber anders. Der Rechtsanwalt fiel die letzten Monate vor allem durch politische Vorfälle auf. So war Todor-Kostic Landeschef der MFG (Menschen-Freiheit-Grundrechte) im südlichsten Bundesland Österreichs. Bis es vor zwei Monaten zum Rauswurf kam. Jetzt meldet sich der Kärntner mit einer neuen Partei zurück - und soll sogar Pläne für die Bundespräsidentenwahl im Herbst haben.

VISION Österreich: Neue Partei in Kärnten

Die Absplitterung der MFG in Kärnten begann im Mai. Der Bundesvorstand mit Parteichef Michael Brunner warf Todor-Kostic „parteischädigendes Verhalten“ vor. Dieser bezeichnete den Vorwurf als „völlig unerklärlich“. Daraufhin ging „aus Solidarität“ mit Todor-Kostic das gesamte Vorstandsteam in Kärnten. Am Montag (25. Juli) soll nun das neue Projekt des Rechtsanwalts präsentiert werden. VISION Österreich wird die Partei heißen. Das Ganze soll eine österreichweite Partei werden, die Landesorganisationen für Kärnten, Tirol und Steiermark würden schon feststehen.

Welche Menschen VISION Österreich repräsentieren soll, gab man in einer Presseaussendung bekannt: „Bewusst und klar denkende Menschen, die sich auch nicht von staatlicher Seite vorschreiben lassen wollen, was sie zu denken haben. Die auch eine totale Globalisierung und einen fortschreitenden Transhumanismus ablehnen und wieder ein freies und selbstbestimmtes Leben in Eigenverantwortung leben wollen.“ Das klingt sehr ähnlich wie die populistischen Aussagen der MFG selbst. Viele Unterschiede zur Politik der FPÖ und den Einstellungen von Gerald Grosz, Kandidat zur Bundespräsidentenwahl, sind ebenfalls nicht zu erkennen.

Alexander Todor-Kostic im Gespräch mit Josef Martinz
Rechtsanwalt Alexander Todor-Kostic bei einer Verhandlung im Jahr 2012 im Gespräch mit Josef Martinz (ÖVP), der wegen Untreue zur Haft verurteilt wurde. © Gert Eggenberger/APA-PictureDesk

Todor-Kostic: Pläne für Hofburg-Wahl?

Apropos Bundespräsidentenwahl: Die MFG hat hier ja bereits verkündet, mit Michael Brunner ins Rennen steigen zu wollen. Ähnliches soll VISION Österreich geplant haben. Wie die Tageszeitung „Kurier“ im Juni berichtet hat, soll Alexander Todor-Kostic einen Kandidaten oder eine Kandidatin für die Hofburg-Wahl entsenden. Mehr ist bisher aber nicht bekannt. Fakt ist: Ob Brunner, Grosz oder jemand von VISION Österreich - im Endeffekt könnten diese Außenseiter mit ähnlichen Wahlprogrammen vor allem einem Mann im Kampf gegen Alexander Van der Bellen wertvolle Stimmen kosten: Walter Rosenkranz (FPÖ).

Zwist in der MFG: Parteirauswürfe en masse

Wir erinnern uns an den September 2021, als die MFG förmlich aus dem Nichts bei Wahlen in Oberösterreich einen ersten Erfolg feiern konnte. Das hatte sie vor allem ihrer impfkritischen Linie zu verdanken. Seit die Impfpflicht ohnehin kein Thema mehr ist, bewegt sich die Jungpartei inhaltlich etwas im Niemandsland. So eine Entwicklung vermutete Politikwissenschafterin Kathrin Stainer-Hämmerle gegen BuzzFeed Austria schon vor einigen Monaten.

Inhaltliche Unklarheiten können zu parteiinternen Streitigkeiten führen. Das zeigt in der MFG nicht nur der Fall rund um Rechtsanwalt Todor-Kostic in Kärnten, sondern auch der Tiroler Teil der Neo-Partei, wo im Juni erst zwei Parteivorstände rausgeschmissen wurden. Wie stabil die MFG bleiben kann, wird sich zeigen. Zumindest zahlreiche aktuelle Umfragen geben ihr immer noch eine realistische Chance, bei Nationalratswahlen den Einzug ins Parlament zu erreichen.

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