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Armin Wolf machte sein erstes „Ask me anything“ auf Reddit: Das sind die 9 spannendsten Antworten

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Von: Johannes Pressler

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Armin Wolf hält eine Rede.
„Ask me anything“ hieß es vor wenigen Tagen für „ZIB2“-Moderator Armin Wolf auf Reddit. © Urs Flueeler/Keystone/APA-PictureDesk

Vom Fragenden zum Befragten: Armin Wolf beantwortete 90 Minuten lang die interessantesten Fragen der Reddit-Community.

„Hallo Reddit! Ich bin Armin Wolf, Journalist und ZiB2-Moderator. Aks me anything!“ So begann Armin Wolf vor wenigen Tagen auf Reddit einen Thread, wo ihn User:innen eineinhalb Stunden lang alles über seine Erfahrungen als Österreichs bekanntesten Moderator fragen konnten. Insgesamt beinhaltet der Reddit-Thread mittlerweile mehr als 600 Kommentare. Hier sind die neun besten Fragen und Antworten aus dem „Ask me anything“ von und mit Armin Wolf:

1. „Das ist nix Persönliches“

u/sedah_: „Mich würde brennend interessieren, wie Sie es schaffen, bei Interviews ruhig zu bleiben oder sich nicht zu ärgern, wenn Sie Politiker:innen interviewen, die Ihnen direkt ins Gesicht lügen. Was denken Sie sich dabei? Vor allem, wenn Sie selbst wissen, dass das, was gesagt wurde, nicht der Wahrheit entspricht.“

Armin Wolf: „Das ist kein Problem für mich. Das ist ja nix Persönliches. Die Gäste kommen nicht meinetwegen, sondern wegen der durchschnittlich 800.000 Zuseher:innen. Wenn ich weiß, dass etwas faktisch falsch ist, versuche ich es zu thematisieren. Ich habe auch schon recht häufig zu Gästen gesagt: ‚Das glaube ich Ihnen nicht.‘“

2. „Ich bin da kein Lehrmeister oder Richter“

u/Galant1k: „Ist es manchmal anstrengend, Politiker:innen zu interviewen, die ständig den Fragen ausweichen? Hätten Sie gerne, dass andere Reporter:innen und Moderator:innen mehr nachhacken und penetrant sind, damit sie passable Antworten herauskitzeln können? Und haben Sie eine 40-Stunden-Woche oder werden doch öfter mal Überstunden angehängt?“

Wolf: „Nein, anstrengend ist es nicht und ich halte auch für aussagekräftig, wie Gäste Fragen (nicht) beantworten. Aber ich glaube, die meisten Politiker:innen würden sich was Gutes tun, würden Sie Fragen konkreter beantworten. Warum es viele nicht tun, weiß ich, aber ich halte es für keine besonders gute Idee. Was andere Moderator:innen machen, müssen sie selbst entscheiden, ich bin da kein Lehrmeister oder Richter. Und 40 Stunden sind es selten, es sind praktisch immer mehr.“

3. „Kein Freund von Vorgesprächen“

u/TheFamousSpy: „Wie sind ‚besondere Gesprächspartner‘ wie Grasser, Strache oder Kickl vor und nach einem Interview? Kann man da Smalltalk führen oder sieht man sich nur für das Interview?“

Wolf: „Nach dem Interview sieht man sich nicht mehr, weil die Gäste gleich gehen und ich ja noch die restliche Sendung moderiere. Vor der Sendung könnte man meistens ein paar Minuten reden, weil die Gäste schon da sind, mache ich aber in der Regel nicht, weil ich kein Freund von Vorgesprächen bin. Machen aber alle Moderator:innen unterschiedlich.“

4. Interview abbrechen „wäre eine so extreme Maßnahme“

u/Hirti: „Wie oft wollten Sie schon Interviews abbrechen? Im Sinne von ‚Wenn Sie keine Antworten geben und nur Ihre auswendig gelernten Phrasen dreschen wollen, können wir das Interview gerne abbrechen‘.“

Wolf: „Schon öfter, aber es wäre eine so extreme Maßnahme, dass ich bisher nur zweimal wirklich knapp davor war. Bei Frank Stronach und im ersten Interview mit Minister Rauch, wo er minutenlang auf jede Frage sagte, er kann sie leider erst morgen beantworten.“

5. „Sag ja, wenn man dir was Spannendes anbietet“

u/quasimodolostcontrol: „Welchen Rat würden Sie dem 20-jährigen Armin Wolf geben?“

Wolf: „Lieber noch dem 16- oder 17-Jährigen: Schau jedenfalls, dass du mal länger ins (fremdsprachige) Ausland kommst. Und sag ja, wenn man dir was Spannendes anbietet, auch wenn du Angst davor hast. Du kannst mehr, als du jetzt glaubst und es wird viel besser, als du dir jetzt vorstellen kannst!“

6. Wenn die spannenden Fragen erst nach dem Interview einfallen:

u/Quotenbanane: „Kommt es vor, dass Ihnen die richtig guten und spannenden Fragen erst nach dem Interview einfallen? Ärgert Sie das?“

Wolf: „Ja, oft. Und JA.“

7. „Denken müssen die Zuseher:innen selber“

u/OLAAF: „Wie wünschen Sie sich, dass Zuschauer:innen damit umgehen, wenn Politiker:innen offensichtliche Unwahrheiten in Interviews verzapfen?“

Wolf: „Unser Job als Interviewer:innen ist es, möglichst sinnvolle, relevante und informierte Fragen zu stellen und die Argumente der Gäste kritisch zu hinterfragen. Die Gäste antworten - und die Aufgabe der Zuseher:innen ist es, sich dann dazu eine Meinung zu bilden. Wir liefern hier ein - hoffentlich wertvolles - Angebot, denken müssen die Zuseher:innen dann aber selber. ;-)„

8. „Ziemlich viele Männer mit Maschinenpistolen“

u/Dongsquad420Loki: „Sie haben schon sehr viele Politiker:innen auf internationaler Ebene interviewt. Haben Sie da einen großen Unterschied gemerkt?“

Wolf: „Nicht wirklich, die größten Unterschiede sind eher das Drumherum, etwa bei Wladimir Putin oder einst bei Saddam Hussein (ziemlich viele Männer, die wie Saddam Hussein aussahen, aber mit Maschinenpistolen).“

9. „Ein guter Reporter, der dumme Fragen stellt...“

u/logix1070: „Was waren Ihre (lustigsten) Highlights an persönlichen Interaktionen mit Gästen nach einem harten Interview?“

Wolf: „Frank Stronach, der aufsteht, auf mich runterschaut und (mit kanadischem Akzent) sagt: ‚Du hast aber schon sehr dumme Fragen gestellt.‘ Dabei sind wir gar nicht per Du. Er kam dann nach der nächsten Geschichte nochmal ins Studio und hat mir seine Autobiografie geschenkt - mit einer Widmung drin: ‚Für Armin Wolf. Ein guter Reporter!‘ Seither bin ich verwirrt. Ein guter Reporter, der dumme Fragen stellt...“

Die Fragen der Reddit-User:innen wurden leicht gekürzt und zur besseren Verständlichkeit teilweise bearbeitet - die Antworten von Armin Wolf nicht. Der gesamte Thread stammt von r/Austria.

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