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Video von ORF-Journalistin Carola Schneider: Berichterstattung aus Russland immer schwieriger

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Von: Johannes Pressler

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Journalistin Carola Schneider spricht im Fernsehen.
Carola Schneider berichtet für den ORF aus Russland. © Screenshot ORF

Ein neues Gesetz in Russland macht es für ausländische Medien immer schwieriger, sorgenfrei zu berichten.

Seit Freitag (4. März) gibt es in Russland ein Gesetz, welches das Verbreiten von mutmaßlichen „Falschinformationen“ über russische Soldaten, das Kritisieren des russischen Militärs oder auch die Forderung zu Sanktionen gegen Russland verbietet. Der Haken daran: Was unter diese Punkte fällt, hat wenig mit den realen Umständen des Krieges in der Ukraine zu tun, sondern sind die Ansichten des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Dabei drohen harte Strafen, bis zu 15 Jahre Gefängnishaft.

Eine der Journalist:innen, die für den Österreichischen Rundfunk (ORF) von Moskau aus berichtet, ist Carola Schneider. Ganze zehn Jahre lang leitete sie das ORF-Büro in der russischen Hauptstadt. Letztes Jahr beendete die erfahrene Journalistin ihre Tätigkeit für den ORF, doch seit der Invasion Russlands in der Ukraine ist sie wieder mit dabei, wie der aktuelle Büro-Leiter Paul Krisai auf Twitter bekannt gab.

Video von Carola Schneider zeigt, welchen Einfluss das neue russische Gesetz hat

Das neue Gesetz verbietet es den Journalist:innen in Russland sogar, den durch Präsident Putin ausgelösten Ausnahmezustand in der Ukraine als das zu bezeichnen, was es ist: ein Krieg. Auch Beschreibungen wie „Invasion“ sind verboten. Stattdessen soll der Krieg in der Ukraine, so wie das auch die russischen Staatsmedien tun, als „Militäroperation“ genannt werden. Wie schwierig es diese Umstände für Journalist:innen aus westlichen Ländern wie Österreich machen, über den Krieg in der Ukraine zu berichten, zeigt ein Video von Carola Schneider, die am Sonntag (6. März) in der ORF-Sendung „Europastudio“ über die Situation in Russland sprach.

Selten hat man die erfahrene ORF-Journalistin so unsicher gesehen. „Ich muss meine Worte vorsichtig wählen. Es gibt seit ein paar Tagen quasi ein Zensurgesetz, das uns gewisse Dinge nicht mehr beim Namen nennen lässt“, sagte Schneider im „Europastudio“. Bereits am Freitag sagte Büro-Leiter Krisai im „Ö1-Mittagsjournal“, dass sie über den Krieg als solchen jetzt nicht mehr berichten dürften und es sehr bedenklich sei, „wie schnell wir hier angelangt sind“.

Zensur in Russland: Sicherheit „immer oberstes Gebot“

Wie es für die Journalist:innen in Moskau nun weitergehen wird, ist noch nicht ganz klar. Gegenüber des Medien-Magazins „Horizont“ betonte der ORF auf jeden Fall, dass die Berichterstattung aus Russland gewährleistet sei, man die Situation aber stetig „neu bewertet“ werden wird. Das „oberste Gebot“ sei für den Rundfunk aber zweifellos „die Sicherheit der ORF-Korrespondentinnen und -Korrespondenten und ihrer Teams“. Als erste Reaktion auf das neue russische Gesetz hat der ORF einen Entschluss schon getroffen: Miriam Beller, ebenfalls Korrespondentin in Moskau, reist vorübergehend wieder zurück nach Wien.

Auch für Jugendliche stellt die derzeitige Situation rund um den Ukraine-Krieg eine enorme Belastung dar. Viele wollen helfen. Einige Wiener Schulen haben nun gemeinsam ein Hilfsprojekt auf die Beine gestellt, dass sich gezielt an Schüler:innen richtet.

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