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„Bist echt ein Freund“: Chats zeigen enges Verhältnis zwischen Multimilliardär und Team Kurz

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Von: Johannes Pressler

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Links der Investor René Benko, rechts der Vertraute von Sebastian Kurz, Thomas Schmid.
René Benko (links) ist einer der reichsten Menschen Österreichs. Mit dem Kurz-Vertrauten Thomas Schmid soll er eng in Verbindungen gewesen sein. (Fotomontage) © Marcel Kusch/dpa/Hans Punz/APA-PictureDesk/BuzzFeed Austria

„Finanzminister Benko wäre sehr cool“ ist nur eine von mehreren neuen Chatnachrichten aus dem Umfeld der ÖVP, die nun an die Öffentlichkeit gelangt ist.

Anfang März beginnen die Befragungen im Untersuchungsausschuss zu den Korruptionsvorwürfen gegen die ÖVP, kurz der ÖVP-Korruptions-U-Ausschuss. Bereits zu Beginn wird dazu der aktuelle Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP) den Fraktionschef:innen der fünf Parlamentsparteien Rede und Antwort stehen. Außerdem gleich zu Beginn mit am Start: der ehemalige Spitzenbeamte im Finanzministerium und Chef der Österreichischen Beteiligungs AG (ÖBAG), Thomas Schmid.

Österreichische Beteiligungs AG (ÖBAG)

Die Aufgabe der ÖBAG ist die Aufsicht und Betreuung von Beteiligungen der Republik Österreich an ein paar börsennotierten Unternehmen. Dazu gehören etwa die Post, OMV, A1 und Casinos Austria. Dem Staat gehört ein Teil dieser Unternehmen, die ÖBAG managt das.

Schmid und Benko: Zwei Vertraute von Sebastian Kurz

Thomas Schmid galt als einer der engsten Vertrauten von Ex-Kanzler Sebastian Kurz. Unvergessen sind Nachrichten wie „Immer zu Deinen Diensten“ von Schmid an den ehemaligen Regierungschef. Die bizarren Chats von Schmid waren es auch, die Kurz politisch in Bedrängnis brachten und letztendlich zu Kurz‘ Rückzug aus der Politik im Dezember 2021 führten.

Thomas Schmid auf einer Pressekonferenz der ÖBAG.
Thomas Schmid war ein wichtiger Mitarbeiter im Finanzministerium und dann Chef der ÖBAG. © Hans Punz/APA-PictureDesk

Ebenfalls als ein enger Vertrauter von Sebastian Kurz galt der Unternehmer und Investor René Benko. Dem gebürtigen Innsbrucker gehört die Signa Holding, das größte private Immobilienunternehmen Österreichs. Benko ist Multimilliardär und einer der wohlhabendsten Menschen in ganz Österreich. Die beiden verstanden sich so gut, dass der Ex-Kanzler kurz nach Weihnachten 2017 für einen Benko-Deal sogar einmal kurzfristig ein Bezirksgericht aufsperren ließ.

Sebastian Kurz und René Benko auf einer Feier im Dezember 2019.
Sebastian Kurz (links) und René Benko auf einer Feier im Dezember 2019. © Starpix/APA-PictureDesk

Auswertung der WKStA: Chats zwischen Schmid und Benko

Für den anstehenden ÖVP-Korruptions-U-Ausschuss hat die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) neue Chats aus dem von Thomas Schmid sichergestellten Smartphone ausgewertet. Die Tageszeitung „Der Standard“ hat am Sonntag (30. Jänner) als Erstes darüber berichtet. Mindestens 19-mal hätten sich Schmid und René Benko zwischen November 2016 und September 2019 getroffen.

Das ist insofern spannend, da Benko bei einer früheren Befragung über seine Beziehung zu Schmid gesagt hatte, dass diese weit weg von einer Freundschaft sei. Eine Chatnachricht von Schmid aus im Oktober 2018 zeichnet jedoch ein anderes Bild: „Bist echt ein Freund! Ohne deine Tipps und Unterstützung wäre das alles sehr schwer!“

Wie gut das Verhältnis zwischen den beiden Kurz-Vertrauten gewesen sein muss, zeigt eine weitere Nachricht von Schmid nach den Nationalratswahlen 2017. Die Kurz-ÖVP ging hier als Sieger hervor und verhandelte mit dem zukünftigen Regierungspartner FPÖ, unter anderem auch über die Verteilung der einzelnen Ministerien. Schmid, damals wichtiger Mitarbeiter im Finanzministerium, schrieb zu dieser Zeit an den Multimilliardär: „Finanzminister Benko. Wäre schön [sic] sehr cool!“

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